27.01.2009 - 22.04.2009

Ernährungsforschung - für ein gesundes Leben; Modul: Innovationen und neue Ideen für den Ernährungssektor

Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von Richtlinien zur Fördermaßnahme "Ernährungsforschung - für ein gesundes Leben; Modul: Innovationen und neue Ideen für den Ernährungssektor" im Rahmen der Hightech-Strategie für Deutschland und im Rahmenprogramm "Biotechnologie - Chancen nutzen und gestalten"

1. Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage

1.1 Zuwendungszweck

Veränderte Lebensumstände und Entwicklungstrends in der modernen Gesellschaft wie die aktuelle demographische Entwicklung, eine zunehmende Ausdifferenzierung unterschiedlichster soziologischer Gruppierungen (z.B. Senioren, Kinder, alleinstehende Personen, erkrankte Personen etc.) ein vermehrter Trend zu außer Haus Verpflegung und eine abnehmende Notwendigkeit) der körperlichen Betätigung zeigen deutliche Auswirkungen auf den aktuellen Gesundheitszustand der Bevölkerung in Deutschland. Insbesondere die Zunahme von Übergewicht und Adipositas und der daraus resultierende Anstieg verschiedener ernährungsassoziierter Krankheiten, wie Diabetes, Atherosklerose, Herz-Kreislauf- und Tumorerkrankungen ist Besorgnis erregend. Aber auch die Zunahme neurodegenerativer Erkrankungen, die mit der Ernährungssituation in Zusammenhang gebracht wird, ist beunruhigend. Eine den neuen Lebensumständen nicht angepasste Ernährungs- und Lebensweise trägt maßgeblich zum Anstieg dieser Krankheiten bei und immer jüngere Personen erkranken. Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung innovativer Angebote notwendig, die den sich ändernden Lebensformen und -umständen Rechnung tragen und zu einer Verbesserung der Ernährung bzw. des Ernährungsverhaltens beitragen.

Im Rahmen der Hightechstrategie der Bundesregierung veröffentlicht das BMBF daher im Rahmen der Bekanntmachung "Ernährungsforschung - für ein gesundes Leben" das neue Modul: "Innovationen und neue Ideen für den Ernährungssektor".

Ziel ist es, in einem ganzheitlichen, interdisziplinären Ansatz die Kenntnisse über Funktion und Determinanten einer gesundheitsfördernden Ernährung zu erhöhen und diese für die Umsetzung - z.B. durch zielgruppenspezifische Ernährungsempfehlungen oder durch die Bereitstellung von innovativen Lebensmitteln - aufzubereiten. Letztlich soll die Ernährungs- bzw. Gesundheitssituation in Deutschland verbessert und der Ernährungswirtschaft Impulse für eine verstärkte Innovationstätigkeit gegeben werden. Im Rahmen von Nachwuchsgruppenförderung soll jungen Wissenschaftlern darüber hinaus die Möglichkeit zur exzellenten wissenschaftlichen Qualifikation gegeben werden, um die Innovationskraft in Deutschland nachhaltig zu unterstützen.

Ansatzpunkte zur Verbesserung der Ernährungssituation sind beispielsweise:

  • Kenntnis über die Zusammensetzung moderner Lebensmittel und ihr Beitrag zu einer gesunden, der Situation angepassten Ernährung auch im Sinne von Prävention und Therapie ernährungsassoziierter Krankheiten.
  • Kenntnis über die Steuerung des Ernährungsverhaltens des Einzelnen.
  • Einfluss der Produktionsweise (z.B. Bioproduktion versus konventioneller Produktion) von Nahrungsmitteln auf deren Funktionalität auch im Sinne von Prävention und Therapie ernährungsassoziierter Krankheiten.
  • Einfluss der Produktionsweise (z.B. Bioproduktion versus konventioneller Produktion) von Nahrungsmitteln auf das Ernährungsverhalten der Konsumenten.
  • Einfluss von Preis und Verfügbarkeit auf das Ernährungsverhalten der Konsumenten.
  • Zusammenhänge zwischen Lebensstil, Bewegung und Ernährung auch im Sinne von Prävention und Therapie ernährungsassoziierter Krankheiten.
  • Einfluss der Ernährung auf das Altern der Menschen.
  • Bedeutung der frühkindliche Ernährungsprägung für die spätere Entwicklung von z.B. Adipositas, Diabetes Typ II und anderen ernährungsassoziierten Krankheiten.
  • Entwicklung situationsangepasster und Lebensstil repräsentierender Nahrungsmittel.

Die Zielsetzung des Moduls "Innovationen und neue Ideen für den Ernährungssektor" soll durch 2 Bausteine umgesetzt werden: Verbundforschungsprojekte im Baustein "Grundlagen und Anwendung" und Nachwuchsgruppenförderung im Baustein "Nachwuchs"

1.2 Rechtsgrundlage

Vorhaben können nach Maßgabe dieser Richtlinien, der BMBF-Standardrichtlinien für Zuwendungen auf Ausgaben- bzw. Kostenbasis und der Verwaltungsvorschriften zu § 44 Bundeshaushaltsordnung (BHO) durch Zuwendungen gefördert werden. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht. Der Zuwendungsgeber entscheidet auf Grund seines pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

2. Gegenstand der Förderung

Das BMBF schreibt einen Wettbewerb der besten Ideen aus, die die Fragestellungen der Ernährungsforschung der Zukunft adressieren und innovative Forschungsinhalte mit den unter 1.1 formulierten Zielsetzungen vernetzen. Die Innovationsfähigkeit und Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft soll erhöht und ein Beitrag zur Verbesserung der geschilderten Ernährungssituation in Deutschland geleistet werden. Neben der Förderung von herausragenden Einzel- und Verbundprojekten soll insbesondere durch die Einrichtung von Nachwuchsgruppen eine Verstetigung des Innovationsprozesses erreicht werden.

Aufgrund der bisher gewonnen Erkenntnisse und nicht zuletzt aufgrund der Komplexität der ernährungswissenschaftlichen Fragestellungen mit Bezug auf den Menschen, können diese Ziele nur erreicht werden, wenn fächerübergreifende Forschungsanstrengungen unternommen werden. Angesprochen werden dabei neben der Ernährungswissenschaft, Biologie und Medizin (z.B. Molekularbiologie, Biochemie, Physiologie, Neurobiologie, Ernährungsmedizin, Innere Medizin, Pharmakologie, Psychologie, Ökologie), die Geistes- und Sozialwissenschaften und die Lebensmitteltechnologie und -analytik.

Projektskizzen, die wissenschaftliche Fragestellungen zu folgenden Themenfeldern bearbeiten, können eingereicht werden:

  • Vertiefung der Kenntnis über die komplexen biologischen Systeme, die die Ernährung des Menschen beeinflussen (z.B. kognitive, sensorische, neuroendokrine, gastrointestinale) und deren Beitrag zur Verbesserung der Ernährungssituation.
  • Vertiefung der Kenntnis über psychologische Faktoren und deren Beitrag zur Verbesserung des Ernährungsverhaltens der Menschen.
  • Vertiefung der Kenntnis der genetischen Variabilität des Menschen und deren Beitrag zur Ausarbeitung einer erfolgreichen Ernährungsintervention.
  • Vertiefung der Kenntnis über die Produktionsweise der Nahrungsmittel und deren Beitrag zur Verbesserung der Ernährungssituation.
  • Pilotvorhaben zur Umsetzung von Erkenntnissen zur situationsbedingten Ernährung in moderne Nahrungsmittel.


URL
http://www.bmbf.de/foerderungen/13353.php


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(URL: http://www.fona.de/en/10392)

Links

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