27.04.2010 - 01.07.2010

Partnerschaften für nachhaltige Problemlösungen in Entwicklungsländern

Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen der Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung von Richtlinien zur Förderung von "Partnerschaften für nachhaltige Problemlösungen in Entwicklungsländern": Sondierungs-, Anbahnungsmaßnahmen für Partnerschaften in Wissenschaft, Forschung und Bildung, Pilotmaßnahme mit Afrika

Mit der Strategie zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung geht die Bundesregierung auf Anforderungen der Globalisierung ein. Ein elementarer Bestandteil dieser Strategie ist die Stärkung der Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern, hier in Afrika. Die Entwicklungsdynamik dieser Region bedarf, von Ausnahmen abgesehen, besonderer Förderung, damit diese Länder eine Chance bekommen, wirtschaftlich und sozial Fortschritte zu erzielen. So kann Deutschland sich als Partner zukünftiger neuer Wissenschafts- und Wirtschaftszentren positionieren und mit ihnen zu regionalen Problemlösungen von globaler Bedeutung beitragen. Damit leistet die Bundesregierung auch einen Beitrag zu ihrer Verpflichtung, die staatliche Unterstützung für Entwicklungsländer signifikant zu erhöhen. Ein weiterer Aspekt dabei ist, künftige Innovationspotenziale in Regionen mit erheblichem Entwicklungsmöglichkeiten frühzeitig zu erschließen.

Mit der Fördermaßnahme soll dem Gedanken einer Partnerschaft für nachhaltige, wissensbasierte Problemlösungen in Entwicklungsländern Rechnung getragen werden. Die Notwendigkeit und Bedeutung ergibt sich aus den immer komplexer werdenden Fragestellungen, die mit den Millenniumsentwicklungszielen wie Bildung für alle, der Bekämpfung von Armut und Hunger ebenso wie mit aktuellen globalen Herausforderungen wie den Folgen des Klimawandels, nachhaltiger Energie- und Wasserversorgung und Ressourcennutzung sowie globaler Gesundheit einhergehen. Dabei muss die gemeinsame Erarbeitung von integrierenden Lösungsansätzen im Vordergrund stehen, die den Grundsatz der Eigenverantwortung aller Partner (im Norden und Süden) beachtet, da nur so Forschungsergebnisse zu erwarten sind, die nachhaltig in den Entwicklungsländern implementiert werden.

Die Fördermaßnahme soll v.a. deutschen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen als Anreiz dienen, entsprechend ihrer wissenschaftlichen Stärken  und Problemlösungskompetenz, neue Kooperationsansätze mit Partnern aus Entwicklungsländern (hier Afrika) zu erarbeiten und damit die Kapazitäten deutscher entwicklungsbezogener Forschung signifikant auszubauen und zu vernetzen. Gleichzeitig soll über diese Partnerschaften ein Beitrag zum Ausbau der wissenschaftlichen Kapazitäten der afrikanischen Partner geleistet werden. Dies soll  über Qualifizierungsmaßnahmen für wissenschaftlichen Nachwuchs, durch Beiträge zum Ausbau des Forschungsmanagements sowie nicht zuletzt durch konkrete Erweiterung der Forschungsinfrastruktur umgesetzt werden, um qualifizierten afrikanischen (Nachwuchs-) WissenschaftlerInnen eine Forscherkarriere im Heimatland zu ermöglichen. Darüber hinaus soll die Einbindung von Partnern aus afrikanischen Entwicklungsländern in internationale Konsortien mit deutscher Beteiligung verbessert werden. Insbesondere soll die Vernetzung der deutschen und afrikanischen Wissenschaftler mit Forschern aus anderen Ländern angeregt werden (z.B. durch trilaterale Kooperationen mit anderen Industrie- oder Schwellenländern).

Ein wesentlicher Orientierungsrahmen ist auf afrikanischer Seite der 2005 von NEPAD (New Partnership for African Development) und der Afrikanischen Union verabschiedete  Consolidated Plan of Action (CPA), der die für nachhaltige Entwicklungsprozesse auf dem afrikanischen Kontinent relevanten Forschungsbereiche sowie weitere Maßnahmen des Kapazitätenausbaus identifiziert. Einen weiteren aktuellen Bezug enthält die 2007 zwischen der Europäischen Union und der Afrikanischen Union vereinbarte Gemeinsame EU-Afrika Strategie. Zu deren Umsetzung wurde 2008 von der Kommission der Afrikanischen Union ein "Buch mit Leuchtturmprojekten" vorgeschlagen, welches prioritäre Handlungsfelder aus pan-afrikanischer Perspektive aufzeigt.
Von deutscher Seite ist die Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung der wesentliche Bezugspunkt.

Neue wissensbasierte Partnerschaften für Bildung, Wissenschaft und Forschung vor allem mit Subsahara-Afrika sollen einen Beitrag zur Umsetzung afrikanischer Entwicklungsstrategien und der deutschen Internationalisierungsstrategie leisten. Themen betreffen z.B. die Bereiche:

  • Umwelt(-technologien, inkl. Biodiversität, Energie, Wasser und Desertifzierung)
  • Gesundheit, Ernährung/Landwirtschaft (inkl. Biotechnologie)
  • Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Sozioökonomische Forschung (über Begleitforschung hinaus)

Interdisziplinäre Forschungsansätze werden besonders berücksichtigt. In diesem Zusammenhang wird die Einbindung der Grundlagenforschung (z.B. aus der Mathematik, Physik oder Chemie) in die oben genannten, anwendungsorientierten Themenfelder begrüßt.

Ebenfalls im CPA wird dargelegt, dass von afrikanischer Seite eine "Regionalisierung" von Aktivitäten - d.h. eine Orientierung auf regionale Problemlösungen durch Kooperation in regionalen Netzwerken - angestrebt wird.

Um die deutsche entwicklungsbezogene Forschung zu vernetzen, werden Verbundmaßnahmen verschiedener Akteure (insbesondere Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Stiftungen und Unternehmen) besonders berücksichtigt.

Mittelfristiges Ziel ist die Vorbereitung größerer Kooperationsvorhaben mit Beteiligung mehrerer deutscher und afrikanischer Partner.



URL
http://www.bmbf.de/foerderungen/14683.php

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