Mit der Fördermaßnahme soll dem Gedanken einer Partnerschaft für nachhaltige, wissensbasierte Problemlösungen in Entwicklungsländern Rechnung getragen werden. Die Notwendigkeit und Bedeutung ergibt sich aus den immer komplexer werdenden Fragestellungen, die mit den Millenniumsentwicklungszielen wie Bildung für alle, der Bekämpfung von Armut und Hunger ebenso wie mit aktuellen globalen Herausforderungen wie den Folgen des Klimawandels, nachhaltiger Energie- und Wasserversorgung und Ressourcennutzung sowie globaler Gesundheit einhergehen. Dabei muss die gemeinsame Erarbeitung von integrierenden Lösungsansätzen im Vordergrund stehen, die den Grundsatz der Eigenverantwortung aller Partner (im Norden und Süden) beachtet, da nur so Forschungsergebnisse zu erwarten sind, die nachhaltig in den Entwicklungsländern implementiert werden.
Die Fördermaßnahme soll v.a. deutschen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen als Anreiz dienen, entsprechend ihrer wissenschaftlichen Stärken und Problemlösungskompetenz, neue Kooperationsansätze mit Partnern aus Entwicklungsländern (hier Afrika) zu erarbeiten und damit die Kapazitäten deutscher entwicklungsbezogener Forschung signifikant auszubauen und zu vernetzen. Gleichzeitig soll über diese Partnerschaften ein Beitrag zum Ausbau der wissenschaftlichen Kapazitäten der afrikanischen Partner geleistet werden. Dies soll über Qualifizierungsmaßnahmen für wissenschaftlichen Nachwuchs, durch Beiträge zum Ausbau des Forschungsmanagements sowie nicht zuletzt durch konkrete Erweiterung der Forschungsinfrastruktur umgesetzt werden, um qualifizierten afrikanischen (Nachwuchs-) WissenschaftlerInnen eine Forscherkarriere im Heimatland zu ermöglichen. Darüber hinaus soll die Einbindung von Partnern aus afrikanischen Entwicklungsländern in internationale Konsortien mit deutscher Beteiligung verbessert werden. Insbesondere soll die Vernetzung der deutschen und afrikanischen Wissenschaftler mit Forschern aus anderen Ländern angeregt werden (z.B. durch trilaterale Kooperationen mit anderen Industrie- oder Schwellenländern).
Ein wesentlicher Orientierungsrahmen ist auf afrikanischer Seite der 2005 von
NEPAD (New Partnership for African Development) und der Afrikanischen Union
verabschiedete Consolidated Plan of Action (CPA), der die für nachhaltige
Entwicklungsprozesse auf dem afrikanischen Kontinent relevanten
Forschungsbereiche sowie weitere Maßnahmen des Kapazitätenausbaus identifiziert.
Einen weiteren aktuellen Bezug enthält die 2007 zwischen der Europäischen Union
und der Afrikanischen Union vereinbarte Gemeinsame EU-Afrika Strategie. Zu deren
Umsetzung wurde 2008 von der Kommission der Afrikanischen Union ein "Buch mit
Leuchtturmprojekten" vorgeschlagen, welches prioritäre Handlungsfelder aus
pan-afrikanischer Perspektive aufzeigt.
Von deutscher Seite ist die Strategie
der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung der
wesentliche Bezugspunkt.
Neue wissensbasierte Partnerschaften für Bildung, Wissenschaft und Forschung vor allem mit Subsahara-Afrika sollen einen Beitrag zur Umsetzung afrikanischer Entwicklungsstrategien und der deutschen Internationalisierungsstrategie leisten. Themen betreffen z.B. die Bereiche:
Interdisziplinäre Forschungsansätze werden besonders berücksichtigt. In diesem Zusammenhang wird die Einbindung der Grundlagenforschung (z.B. aus der Mathematik, Physik oder Chemie) in die oben genannten, anwendungsorientierten Themenfelder begrüßt.
Ebenfalls im CPA wird dargelegt, dass von afrikanischer Seite eine "Regionalisierung" von Aktivitäten - d.h. eine Orientierung auf regionale Problemlösungen durch Kooperation in regionalen Netzwerken - angestrebt wird.
Um die deutsche entwicklungsbezogene Forschung zu vernetzen, werden Verbundmaßnahmen verschiedener Akteure (insbesondere Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Stiftungen und Unternehmen) besonders berücksichtigt.
Mittelfristiges Ziel ist die Vorbereitung größerer Kooperationsvorhaben mit Beteiligung mehrerer deutscher und afrikanischer Partner.
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