Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von Richtlinien zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Förderschwerpunkt "Ökonomie des Klimawandels."
Mit zunehmender Veränderung des Klimas steigen die klimapolitischen
Erwartungen an Deutschland und die entsprechenden Verpflichtungen. In den
fortschreitenden Verhandlungen für ein Klimaregime nach 2012 intensiviert sich
die Diskussion über die wirtschaftlichen Implikationen von Klimaveränderungen
sowie Klimaschutz- und Adaptationsmaßnahmen.
Belastbare und praktikable
Ansätze zur Abschätzung und Kommunikation der Kosten, Risiken und Chancen
kohlenstoffarmer Wachstums- und Entwicklungsmodelle werden sich als wesentlich
für die Bereitschaft von Regierungen, Unternehmen und Bürgern erweisen,
Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen und zu finanzieren. Wirtschafts- und
sozialwissenschaftliche Aspekte werden daher für klimapolitische,
unternehmerische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse in naher Zukunft
eine immer wichtigere Rolle spielen. Zur Bekämpfung des Klimawandels erscheint
es dabei u. a. wichtig, neben der Nachfrage auch das Angebot an fossilen
Energieträgern zu berücksichtigen, da beide Marktseiten den
CO2-Ausstoß bestimmen.
Der "Ökonomie des Klimawandels" kommt
hier aus Sicht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) eine
große Bedeutung für die Bereitstellung von empirisch fundiertem und
handlungsorientiertem Wissen zu. Die ökonomische Forschung ist entsprechend
gefordert, belastbare Datengrundlagen, Orientierungswissen und
Entscheidungshilfen liefern zu können. Entsprechend verstärkt das BMBF seine
Forschungsförderung in diese Richtung. Die breite Resonanz auf den vierten
Sachstandsbericht des IPCC und den "Stern Review on the Economics of Climate
Change" zeigt, dass die Stakeholder und Entscheidungsträger aus Politik,
Wirtschaft und Gesellschaft die Methoden und das Wissen der
Wirtschaftswissenschaften aktiv nachfragen.
Gleichzeitig wurden
allerdings auch die Lücken der ökonomischen Forschung deutlich, etwa im Hinblick
auf folgende Punkte:
Kosten und Risiken des Klimawandels sowie die Bewertung von Klimaschutz- und
Anpassungsmaßnahmen - insbesondere auch in langfristigen Szenarienrechnungen,
Zusammenhänge zwischen der Energie- und Kohlenstoffintensität von
Volkswirtschaften bzw. Wirtschaftssektoren einerseits und deren
Wachstumsdynamiken und Strukturwandel andererseits (einschließlich der
Möglichkeiten und Hindernisse einer kohlenstoffarmen Entwicklung von
Entwicklungs- und Schwellenländern),
Beschleunigte Entwicklung und Diffusion von Technologien und
Dienstleistungen im Dienst von Emissionsminderung und Adaptation (einschließlich
der Rolle von Technologiekooperation und internationalem Handel sowie der
entsprechenden Position von Entwicklungs- und Schwellenländern),
Gestaltung, Durchsetzung und Wirksamkeit internationaler Abkommen zum
Klimaschutz; Verhandlungsstrategien und strategisches Verhalten in
entsprechenden Aushandlungsprozessen,
Wirkung, Effizienz und Konsistenz politischer und ökonomischer Instrumente
im Marktzusammenhang (z. B. der Energiewirtschaft, aber auch anderer Branchen
und Wirtschaftsbereiche); u. a. Wirkungen auf Marktmacht, Verteilungswirkungen,
intertemporale Wirkung, politisch-ökonomische Handhabbarkeit, Justiziabilität,
Konsequenzen des vorausschauenden Verhaltens von Eigentümern und Anbietern
fossiler Ressourcen für die Realisierung und Wirksamkeit von
Klimaschutzmaßnahmen (einschließlich der Abbaukosten fossiler Energieträger),
Einbettung der Klimaproblematik und der daran anknüpfenden Klimaschutz- und
Anpassungsmaßnahmen in den breiteren Kontext von internationalen Handels-,
Entwicklungs-, Energie- und Umweltfragen (u. a. auch Carbon Leakage).
Das BMBF verfolgt mit der Fördermaßnahme zur "Ökonomie des Klimawandels" das
strukturelle Ziel eines langfristig wirksamen Kapazitätsaufbaus im Bereich der
Wirtschaftswissenschaften. Die Position und das internationale Profil der
Klimaökonomie in Deutschland sollen gestärkt und ihre Verankerung im
politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs vertieft werden.
Das BMBF erwartet, dass die Ökonomie dauerhaft einen wesentlichen Beitrag zur
Bewältigung des Klimawandels leisten wird. Die Fördermaßnahme soll
Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland für die wissenschaftliche
Auseinandersetzung mit der Ökonomik des Klimawandels gewinnen und in die Lage
versetzen, einen gewichtigen Beitrag zur internationalen klimaökonomischen und
-politischen Debatte zu leisten.
Angestrebt werden insbesondere
politikrelevante und anwendungsorientierte Beiträge, durch die die
Entscheidungsgrundlagen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verbessert
werden. Der Förderschwerpunkt "Ökonomie des Klimawandels" ist ein Beitrag zum
Schwerpunkt Klima der Hightech-Strategie der Bundesregierung und zum
BMBF-Rahmenprogramm "Forschung für nachhaltige Entwicklungen".
easy - Das Antrags- /Angebotsverfahren Das elektronische Antrags-/Angebotssystem erleichtert die Beantragung einer Projektförderung durch die Möglichkeit, Anträge am PC unter Nutzung integrierter Hilfefunktionen zu erstellen und auszudrucken. (URL: https://foerderportal.bund.de/easy/)
Der BMBF-Formularschrank Im BMBF-Formularschrank finden Sie weitere Informationen, wie Merkblätter, Hinweise und Nebenbestimmungen. (URL: https://foerderportal.bund.de/easy/easy_index.php?auswahl=easy_formulare&formularschrank=bmbf&menue=block)
Förderdatenbank Die Förderdatenbank des Bundes beim BMWi gibt einen aktuellen Überblick über Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU für die gewerbliche Wirtschaft. Sie enthält die vollständigen Richtlinientexte sowie zusätzliche, vertiefende Informationen. (URL: http://db.bmwa.bund.de/)
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