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29.04.2010 - 31.08.2010

"Biotechnologie - Chancen nutzen und gestalten"

Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von Richtlinien zur Förderung der Pflanzenbiotechnologie der Zukunft innerhalb der Deutschen Agrar-Biotechnologie Initiative "GABI-innovativ" im Rahmenprogramm "Biotechnologie - Chancen nutze

Pflanzen sind die Basis allen Lebens und der Schlüssel zur Lösung vieler globaler Herausforderungen. Der Bedarf an pflanzlichen Rohstoffen wird in den kommenden Jahren kontinuierlich weiter steigen, da die Bevölkerungszahl stetig zunimmt und zugleich die Nachfrage nach höher wertigen Lebensmitteln insbesondere in Schwellenländern wie China und Indien jährlich wächst. Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche wird aber eher zurückgehen. Daher muss auf begrenzter Fläche mehr und dabei nachhaltig produziert werden. Der sich abzeichnende globale Klimawandel wird möglicherweise massive nachteilige Folgen für viele wichtige Anbauregionen der Erde mit sich bringen. Zusätzlich ist mit dem weltweit steigenden Bedarf an Energie und Rohstoffen die Notwendigkeit verbunden, Biomasse aufgrund der Endlichkeit fossiler Ressourcen und aufgrund des Klimaschutzes stärker für die energetische und stoffliche Verwertung zu nutzen. Pflanzen stehen am Beginn der Wertschöpfungskette. Sie sind der Kern biobasierten Wirtschaftens. Aus diesen Gründen werden die Erwartungen an Kulturpflanzen zukünftig noch deutlich steigen.

Daher sind Sicherung und weitere Steigerungen des Ertragsniveaus dringend erforderlich. Diese Ertragssteigerungen sind zudem unter dem verstärkten Druck von biotischen sowie abiotischen Stressoren dauerhaft zu erzielen.

Zudem nimmt die Nachfrage nach speziellen, auf die vielfältigen Bedürfnisse von verarbeitender Industrie und von Verbrauchern zugeschnittenen Lebens- und Futtermitteln stetig zu. Hierbei müssen auch die veränderten Ansprüche der Verbraucher an die Qualität von Nahrungsmitteln berücksichtigt werden. Gleichzeitig kommt es in den Industrieländern zu einer ständigen Zunahme von ernährungsbedingten Volkskrankheiten. Pflanzen besitzen aufgrund ihrer Diversität und Syntheseleistungen ein enormes bis dato nicht ausreichend genutztes Spektrum gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe, das gezielter erschlossen werden sollte.
Die etablierten Nutzpflanzen müssen zukünftig nicht nur ertragreich mit hoher Qualität, sondern auch nachhaltig, d.h. insbesondere auch umweltverträglich, produziert werden.  Agrarische Produktion bedingt, dass der Mensch von jeher in Umwelt und Ökosysteme eingreift. Dies kann zu einer Belastung der Umwelt, zur Minderung der biologischen Vielfalt und zu einer übermäßigen Nutzung von begrenzten Ressourcen führen. Daher muss er oberstes Ziel sein, diese Eingriffe durch effiziente Produktion zu mindern oder auszugleichen. Die erforderlichen Maßnahmen müssen deshalb an der Pflanze ansetzen.

In agrarisch geprägten Regionen - insbesondere wenn Böden nur über eine geringe Wasserspeicherungskapazität verfügen - steht Wasser nur sehr limitiert zur Verfügung.

Wasser ist dann bei zunehmenden Trockenphasen ein begrenzender Wachstums- und Ertragsfaktor. Entsprechend gilt dies auch für alle anderen essentiellen Pflanzennährstoffe, die der Pflanze während der Vegetationszeit bedarfsgerecht zur Verfügung stehen müssen. Rohstoffe bzw. Energie für eine intensive Düngung von Nutzpflanzen, wie Stickstoff, Phosphat und Mineralien, sind ebenfalls begrenzt.

Die Steigerung und Sicherung des pflanzlichen Ertrages, der Qualität pflanzlicher Rohstoffe und der Nachhaltigkeit in der Pflanzenproduktion erfordern neue Ansätze in Forschung und Züchtung, welche deutlich über das erreichte Maß der letzten Dekaden hinausgehen.

Die Grundlagen für diese innovativen Ansätze wurden in Deutschland vor allem durch die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Deutsche Agrar-Biotechnologie Initiative GABI ("German Agri-Biotech Initiative") gelegt. Im Rahmen von "GABI" wurde in der letzten Dekade im Zuge der wissenschaftlichen Bearbeitung anwendungsrelevanter Fragestellungen substanzielles Wissen über die Struktur und Funktion von Pflanzengenomen erarbeitet.

Zukünftig wird es darum gehen, diese Erkenntnisse der Pflanzengenomforschung in die züchterische Praxis zu überführen. Hierfür kann die moderne Pflanzenbiotechnologie mit ihren vielfältigen Methoden einen wichtigen Beitrag leisten. Pflanzenbiotechnologie muss genutzt werden, um die Effizienz von Züchtungsverfahren zu steigern, gezielt leistungsfähige Pflanzen mit kombinierten Eigenschaften zu entwickeln, mit wirderstandsfähigen Pflanzen neue Ansätze im Pflanzenschutz zu realisieren sowie die Pflanzenproduktion insgesamt nachhaltiger auszugestalten. Biotechnologie besitzt dabei das Potenzial, alle Formen der Biomasseproduktion zu unterstützen: konventionelle Landwirtschaft, Landwirtschaft mit gentechnisch verbesserten Sorten und ökologischen Landbau.

Für die nachhaltige Nutzung von Pflanzen als "Bio-Fabriken" der Zukunft für Ernährung, Energie- und Rohstoffbereitstellung bedarf es interdisziplinärer und integrativer Forschungsanstrengungen, die die gesamten Prozessketten in den Blick nehmen und in denen exzellente Forscherinnen und Forscher mit innovativen Unternehmen gemeinsam an Problemlösungen arbeiten. Für derartige Forschungsansätze, die die Grundlagen für den Aufbau einer wissensbasierten und international wettbewerbsfähigen Bioökonomie darstellen, besteht in Deutschland ein deutlicher Nachholbedarf. Hier setzt die vorliegende Förderinitiative des BMBF an.

Das Ziel des Förderschwerpunktes "GABI-innovativ" ist es, neue und wettbewerbsfähige biotechnologische Verfahren und Produkte voranzubringen, welche

  • eine Ertragssteigerung und Ertragsstabilität in Nutzpflanzen ermöglichen, die über den konventionellen Züchtungsfortschritt deutlich hinausgehen,
  • zur Erzeugung und Selektion von Qualitätsmerkmalen beitragen, welche die Verwertung von Nutzpflanzen als Nahrungsmittel, bei der Energiegewinnung und bei der Synthese hochwertiger Inhaltsstoffe erheblich verbessern sowie
  • einen nachhaltigen Anbau von Nutzpflanzen unter reduzierter oder limitierter Verfügbarkeit von Ressourcen wie Wasser oder Nährstoffen ermöglichen und zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen.

Entlang dieser Zielgrößen Ertrag, Qualität und Nachhaltigkeit sollen Forschungsprojekte mit klaren Verwertungsperspektiven für marktfähige (Zwischen-) Produkte und/oder für die Entwicklung von Geschäftsideen für neue Methoden und Verfahren gefördert werden.

Mit der inhaltlichen Schwerpunktsetzung auf ökonomisch und ökologisch relevante komplexe Merkmale in Nutzpflanzen wird angestrebt, Allianzen aus öffentlichen Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft zur Entwicklung von innovativen Ansätzen zu stimulieren. Diese Allianzen sollen zum Aufbau einer wissensbasierten Bioökonomie (Knowledge-Based Bio-Economy, KBBE) beitragen, die biologische Ressourcen wettbewerbsfähig und nachhaltig nutzt.

Mit der Förderinitiative "GABI-innovativ" werden dafür alle relevanten Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft entlang pflanzenbasierter Innovations- und Prozessketten, von der molekularen Pflanzenforschung über die Pflanzenzüchtung und den Pflanzenschutz bis hin zur verarbeitenden Industrie, Ernährungswirtschaft, chemischen Industrie und Energiewirtschaft angesprochen. Zu den vorrangigen Adressaten gehören insbesondere auch jene Forschungseinrichtungen und Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die noch nicht Bestandteil des existierenden Forschungsnetzwerks "GABI" sind.

Die verstärkte Internationalisierung der Forschungsaktivitäten wird darüber hinaus ein wichtiges Element von "GABI-innovativ" sein. Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit der internationalen Entwicklungszusammenarbeit sollen voraussichtlich mit einer separaten Förderinitiative aufgegriffen werden.

http://www.bmbf.de/foerderungen/14639.php

Links

Förderberatung "Forschung und Innovation" des Bundes


easy - Das Antrags- /Angebotsverfahren

Das elektronische Antrags-/Angebotssystem erleichtert die Beantragung einer Projektförderung durch die Möglichkeit, Anträge am PC unter Nutzung integrierter Hilfefunktionen zu erstellen und auszudrucken.

(URL: https://foerderportal.bund.de/easy/)


Der BMBF-Formularschrank

Im BMBF-Formularschrank finden Sie weitere Informationen, wie Merkblätter, Hinweise und Nebenbestimmungen.

(URL: https://foerderportal.bund.de/easy/easy_index.php?auswahl=easy_formulare&formularschrank=bmbf&menue=block)


Förderdatenbank

Die Förderdatenbank des Bundes beim BMWi gibt einen aktuellen Überblick über Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU für die gewerbliche Wirtschaft. Sie enthält die vollständigen Richtlinientexte sowie zusätzliche, vertiefende Informationen.

(URL: http://db.bmwa.bund.de/)

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