Voraussetzung für die breitere Anwendung von Leichtbauprodukten, insbesondere aus Faserverbundwerkstoffen ist die Bereitstellung serientauglicher, robuster und effizienter Herstellungs- und Bearbeitungstechnologien. Darüber hinaus müssen diese Technologien in bestehende Prozessketten flexibel integrierbar sein. Insbesondere neuartige Herstellungs-, Bearbeitungstechnologien sowie Handling- und Qualitätssicherungsverfahren für Faserverbundwerkstoffe sowie die Verkettung der einzelnen Prozessschritte sind dabei die Schlüssel zum Aufbau flexibler, durchgängiger automatisierter Fertigungsprozessketten.
Leichtbauprodukte sollen mindestens die gleichen Qualitätseigenschaften
aufweisen, wie die meist metallischen Alternativen. Künftig muss deren
Herstellung und Nutzung mit einer deutlichen Reduzierung des Energieverbrauchs
und damit auch der Schadstoffemissionen einhergehen.
Die Verfügbarkeit
von immer komplexeren und leistungsfähigeren Ausgangsmaterialien für den
Leichtbau (homogen, z.B. Leichtmetalllegierungen oder inhomogen, z.B.
Verbundwerkstoffe und Multimaterialsysteme) stellt sehr hohe Anforderungen an
ressourcenschonende und wirtschaftliche Herstellungs- und
Bearbeitungstechnologien. Leichtbauprodukte können in den meisten Fällen mit
klassischen Fertigungsverfahren nicht wirtschaftlich in ihren funktionalen
Endzustand gebracht werden. Sie müssen vielmehr mit zu optimierenden etablierten
oder noch zu entwickelnden neuen Technologien, die oftmals sehr energieintensiv
sind, weiter- und endbearbeitet werden.
Ziel der Bekanntmachung ist es, die Entwicklung neuer ressourcenschonender
Herstellungs- und Bearbeitungstechnologien und dazu erforderlicher
Produktionsausrüstungen für eine wirtschaftliche und ressourceneffiziente
Fertigung von Leichtbauprodukten aus Faserverbundwerkstoffen und
Multimaterialsystemen zu unterstützen.
Insbesondere für Serienanwendungen
mittlerer und hoher Stückzahlen soll eine weitgehende Fertigungsautomatisierung
als notwendige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen
Industrie mit ihren vergleichsweise hohen Lohn- und Lohnnebenkosten erreicht
werden.
Betrachtet werden soll die gesamte Prozesskette von der
Konstruktion über Produkt- und Prozesssimulation, das Ur- und Umformen als
Herstellungstechnologien, die Bearbeitungstechnologien für Trenn- und
Zerspanungsverfahren, sowie die Fügeverfahren für Bauelemente und Baugruppen aus
Werkstoffen gleicher Struktur und Werkstoffen unterschiedlicher Strukturen im
Sinne von Multi-Material-Design.
Von übergreifender Bedeutung für alle
Produktionsschritte sind prozessintegrierte Qualitätssicherungsstrategien für
die sichere Herstellung reproduzierbarer Produkteigenschaften.
Das jeweils erwartete Verbesserungspotential, insbesondere hinsichtlich der
Energie- und Ressourceneffizienzsteigerung, ist quantifiziert darzustellen und
bei Durchführung des Vorhabens beispielhaft in der Praxis zu
demonstrieren.
Die Forschungsarbeiten sollen in Verbundprojekten von
interdisziplinären Projektteams durchgeführt werden. Die Ergebnisse sind einer
breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Folgende Forschungs- und Entwicklungsaspekte erscheinen vordringlich:
Gefördert werden risikoreiche und anwendungsorientierte industrielle Verbundprojekte, die ein arbeitsteiliges und multidisziplinäres Zusammenwirken von Unternehmen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen erfordern. Die Vorhaben sollen dabei die gesamte Wertschöpfungskette von der Werkstoffbereitstellung über Werkstoffverarbeitung bis zur Anwendung abdecken. Vorzugsweise sollten branchenübergreifende Entwicklungen verfolgt werden, um einen besseren Erfahrungsaustausch bzw. Wissenstransfer zu erreichen und Doppelentwicklungen zu vermeiden. Arbeiten die der Vorbereitung von Normung und Standardisierung dienen sind ausdrücklich erwünscht. Eine möglichst hohe Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen an den Verbundprojekten ist besonders gewünscht. Reine Institutsverbünde und Einzelvorhaben werden grundsätzlich nicht gefördert.
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