27.07.2010 - 23.08.2010
Innovationsfähigkeit im demografischen Wandel
Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von Richtlinien zur Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet "Innovationsfähigkeit im demografischen Wandel"
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beabsichtigt auf
der Grundlage des BMBF-Programms "Arbeiten - Lernen - Kompetenzen
entwickeln. Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt",
Vorhaben zur Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet
"Innovationsfähigkeit im demografischen Wandel" zu fördern.
Das Forschungs- und Entwicklungsprogramm "Arbeiten - Lernen -
Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit in einer modernen
Arbeitswelt" hat zum Ziel, Innovationsfähigkeit durch die Verknüpfung
von Arbeitsgestaltung mit Kompetenz-, Personal- und
Organisationsentwicklung zu stärken.
Dabei sind wichtige Entwicklungstrends zu berücksichtigen, die als
Rahmenbedingungen im Innovationsprozess wirksam werden. Einer dieser
Trends zeigt sich im Rückgang der Bevölkerungszahlen bei gleichzeitigem
Anstieg des durchschnittlichen Lebensalters. Er findet auch in der
Arbeitswelt insbes. durch alternde Belegschaften seinen Niederschlag.
Diese demografische Entwicklung wird in den kommenden Jahren weiter an
Bedeutung zunehmen. Sie stellt jede Einzelne und jeden Einzelnen ebenso
wie Unternehmen und die Gesellschaft insgesamt vor große
Herausforderungen. Neue Formen von Erwerbsstrukturen und -biographien
kennzeichnen diese Herausforderungen, die sich mit Stichworten wie
längere Beteiligung am Arbeitsleben, neue Kompetenzen zum Erhalt und
Transfer von Erfahrungswissen und gleichberechtigte Teilhabe der
Geschlechter am Arbeitsleben beschreiben lassen.
Um die Chancen des demografischen Wandels für Innovationen nutzen zu
können, sind neue Konzepte der Kompetenz- und Personalentwicklung sowie
der Organisationsgestaltung erforderlich. Mit Forschung und Entwicklung
will das BMBF zur Erarbeitung von Konzepten und Gestaltungsalternativen
für neue, auf den demografischen Wandel angepasste Beschäftigungs- und
Lebensarbeitsmodelle beitragen.
Nach wie vor orientiert sich unsere Gesellschaft an einem Lebensmodell,
das drei Phasen umfasst: Die Lern- und Ausbildungsphase (Kindergarten,
Schule, berufliche Qualifikation), die Arbeitsphase und den Ruhestand.
Lernen wird in diesem Modell im Wesentlichen der ersten Lebensphase
unterstellt. Die heutige Gestaltung von Arbeit, Ausbildung und sozialer
Sicherung zeigt jedoch, dass diese Dreiteilung vor dem Hintergrund der
demografischen Entwicklung zunehmend Probleme bereitet. Neue
Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten werden auch in den anderen
Lebensphasen erworben. Lebenslanges Lernen ist ein Erfor-dernis
moderner Gesellschaftsentwicklung und unerlässlich, um im
demografischen Wandel Innovationsfähigkeit auszubilden und zu erhalten.
Im demografischen Wandel liegen auch Chancen für neue Lebensmodelle,
die in der Arbeitswelt Chancengleichheit und ein neues Verhältnis von
Arbeit und Freizeit ermöglichen. Dies setzt geeignete Rahmenbedingungen
in den Unternehmen und in der Gesellschaft voraus. Außerdem können
hiervon wichtige Impulse für Veränderungen in anderen
gesellschaftlichen Bereichen wie der sozialen Sicherung und dem System
der beruflichen Aus- und Weiterbildung ausgehen.
URL
http://www.bmbf.de/foerderungen/15043.php