Welche verschiedenen Aspekte und damit Möglichkeiten das Thema hat,
zeigt ein Blick auf die Infrastruktur. Die Lebensdauer von
Trinkwasserleitungen beträgt je nach Qualität, Bodenbeschaffenheit und
anderen Faktoren 50 bis 100 Jahre. Entsprechend müssen jährlich ein bis
zwei Prozent der Leitungen erneuert werden. Während Städte wie Wien,
Amsterdam oder Zürich in ausreichendem Ausmaß in ihre Infrastruktur
investieren, gibt es aber auch viele Städte, die hier großen
Nachholbedarf aufweisen. In London hingegen - wo jährlich nur 0,1
Prozent der Leitungen erneuert werden - versickern auf Grund der
veralteten Systeme jährlich 50 Prozent des Leitungswassers durch Lecks.
Ähnlich die Situation in New Orleans. In den USA gehen heute im Schnitt
15 bis 20 Prozent des transportierten Trinkwassers durch undichte
Leitungen verloren. Zunehmende Investitionen in Wasserinfrastruktur
werden besonders in den USA und Europa die Folge sein.
Während es heute weltweit noch ausreichend Trinkwasser gibt und "nur"
die regionale Verteilung ein Problem darstellt, wird sich die Lage
zukünftig deutlich verschärfen. Um das Jahr 2025 wird Trinkwasser
nämlich für alle knapp. Einziger Ausweg: eine höhere Effizienz im
Einsatz von Wasser in Landwirtschaft und Industrie und in der
Trinkwasseraufbereitung und -reinigung.
Zurzeit gibt es zwei verschiedene Ansätze des Investments. Einmal
müssen die vorhandenen Ressourcen geschützt und vorsichtig eingesetzt
werden. Unternehmen also, die sich mit Nachhaltigkeit in diesem Sektor
beschäftigen, gilt es zu suchen und zu analysieren. Diese Strategie
verfolgt der SAM Sustainable Water Fund, ein Fonds aus der
Down-Jones-Sustainability-Familie.
Anders strukturiert ist der Pictet Funds-Water von der Genfer
Privatbank Pictet, der ausschließlich in Industriewerte investiert -
der zweiten möglichen Annäherung an das Thema als Geldanlage. Im
Pictet-Konstrukt stecken 178 Kapitalgesellschaften, die sich mit
Versorgung, Großtechnologie und Verbrauch beschäftigen. Top-Unternehmen
sind unter anderem Veolia Environnement, Nestlé, Servern Trent, Danone,
Pentair, Allied Waste und Unites Utilities.
Erfolgreich sind beide Modelle, je nach Zeitraum liegt der eine oder
der andere in der Performance vorn. Der von Dieter Küffer in Zürich
verwaltete SAM Sustainable Water Fund schneidet über die gesamte
Laufzeit besser ab. Mit einer kumulierten Performance seit September
2001 von plus 4,8 Prozent liegt er vor dem Pictet-Pendant, der 14,9
Prozent ins Minus rutschte. Als Gründe für die Outperformance nennt
Küffer seine höhere Gewichtung von Small- und Mid-Caps. "Gerade kleine
Werte wie Danaher oder BWT sind gut gelaufen", sagt er. Hans-Peter
Portner von Pictet setzt dagegen stärker auf große Unternehmen wie
Nestlé oder Group Danone, denn für ihn gelten bereits alle Unternehmen
mit einem Umsatzanteil von mehr als 20 Prozent im Wasserbereich als
investitionswürdig. Über kürzere Zeiträume, zum Beispiel seit
Jahresbeginn, liegt der Pictet-Fonds mit plus 10,2 Prozent vor dem
SAM-Produkt (plus 9,6 Prozent).
Makrowirtschaftliche Betrachtungen spielen für Küffer eine
untergeordnete Rolle bei der Aktienauswahl. Innerhalb der Teilbereiche
Wasserverteilung, -management, Reinigung, Effizienz und Wasser für
Nahrung werden die infrage kommenden Unternehmen auf Nachhaltigkeit
geprüft. Aus den 150 relevanten Firmen filtert Küffer anhand
finanzwirtschaftlicher Kriterien rund 35 bis 40 Titel heraus, die dann
je nach Branche im Fonds gewichtet werden.
Pictet-Manager Philippe Rohner will die Rentabilität seines Fonds mit
dem Value-Ansatz steigern: "Rund 25 Prozent unseres Portfolios werden
in Unternehmen investiert, die eine solide Dividende erwirtschaften."
Darüber hinaus zähle vor allem die Wachstumsperspektive.
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