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15.09.2004

Baden-Württemberg hat neue Brennstoffzellentechnologie mit 8 Mio. Euro gefördert

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg hat angesichts der jüngsten Welle von Preiserhöhungen bei Strom, Öl und Gas die Bedeutung der Brennstoffzelle herausgestellt.

Quelle: IDW
"Die Brennstoffzellentechnologie ist eine Zukunftstechnologie mit besonderem Stellenwert", sagte Frankenberg am 15. September in Stuttgart. "Die aktuellen Entwicklungen bestätigen, dass sich das Land Baden-Württemberg mit seiner Unterstützung der Brennstoffzellenforschung auf dem richtigen Kurs befindet." Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat die Entwicklung der Brennstoffzelle in den Jahren 1996 bis 2003 nachhaltig gefördert. Insgesamt wurde die Brennstoffzellenforschung in diesem Zeitraum vom Land mit über acht Mio. Euro unterstützt.

Die Brennstoffzelle verspricht eine massive Effizienzsteigerung in der Energiewirtschaft. Als Ausgangsbasis für Innovationen zum Beispiel in der Automobil- und Haustechnik ermöglicht sie den Einstieg in einen langfristig angelegten Technologiewechsel. In naher Zukunft können Brennstoffzellen direkt in den Haushalten Strom erzeugen und zusätzlich auch Wärme wie bisher der klassische Heizkessel, wodurch die Primärenergie sehr effizient umgesetzt wird. In einem 2002 gestarteten landesweiten Programm der Energie Baden-Württemberg (EnBW) wurden bereits "Pionier"-Brennstoffzellenanlagen in Baden-Württemberg installiert, 55 Anlagen sind bis 2006 geplant. Da beim Betrieb einer Brennstoffzelle faktisch keine schädlichen Emissionen entstehen, wird die Umwelt durch ihren Einsatz stark entlastet. Auch in der Industrie und bei übrigen Stromverbrauchern, zum Beispiel kommunalen Kläranlagen, bestehen große Potenziale der Brennstoffzellentechnologie. Neben der Strom- und Wärmeversorgung kann die Brennstoffzelle auch im Verkehr eine wichtige Rolle spielen. Des Weiteren kann sie, zum Beispiel in Laptops und anderen portablen Geräten, als Batterie-Ersatz dienen.

"Die enormen Potenziale der Brennstoffzelle machen sie zu einer Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts", erklärte Minister Frankenberg. "Dennoch bleibt die Nutzung der Kernenergie angesichts des weltweit wachsenden Energiebedarfs zumindest für eine Übergangszeit unverzichtbar. Der von der Bundesregierung beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie wird nachteilige Folgen für die deutsche Volkswirtschaft haben. In den nächsten 20 Jahren werden bei den Unternehmen Energiekostensteigerungen von bis zu 50 Prozent erwartet, einen erheblichen Teil davon werden die Kunden tragen müssen", betonte Frankenberg. "Es ist absurd, dass gerade das Land, das die höchsten Sicherheitsstandards hat und in dem die Entwicklung der Kernkraftwerke technologisch an der Spitze stand, nun einen Ausstieg beschlossen hat, während die anderen Länder neue Reaktoren bauen." Auch im Zusammenhang mit der Reduktion klimaschädigender "Treibhausgase" leiste die Atomenergie einen wichtigen Beitrag.

Frankenberg stellte heraus, dass in Baden-Württemberg bereits seit mehreren Jahren zahlreiche universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen Forschungsthemen rund um die Brennstoffzelle bearbeiten. Wichtige Projekte laufen insbesondere an den Universitäten Karlsruhe, Stuttgart und Ulm. Des Weiteren forschen die beiden Stuttgarter Max-Planck-Institute für Festkörper- und Metallforschung, die Fraunhofer-Institute für Solare Energiesysteme, für Chemische Technologie und für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik und das Forschungszentrum Karlsruhe zusammen mit anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Brennstoffzelle.

Die Forschungsprojekte, die vom Wissenschaftsministerium teilweise gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium oder aus weiteren Landesmitteln gefördert werden, beschäftigen sich zum Beispiel mit neuartigen Werkstoffen oder Beschichtungen, die die teilweise sehr hohen Temperaturen in den verschiedenen Brennstoffzellentypen auch über lange Zeiträume überstehen, mit Simulations- und Diagnostikmethoden zur Prozesssteuerung und analyse oder mit der Erzeugung und Speicherung von Wasserstoff. Außerdem werden auch Aufenthalte von Experten als Gastwissenschaftler gefördert.

Auf Initiative des Wissenschaftsministeriums haben sich die betroffenen Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen zur Forschungsallianz Brennstoffzellen Baden-Württemberg (FABZ) zusammengeschlossen. Sie ist beim Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung angesiedelt und wird in den Jahren 2000 bis 2006 vom Land gefördert. Ziel dieser Forschungsallianz ist es, die Ressourcen und die Forschungsaktivitäten zu bündeln und den Technologietransfer in die Wirtschaft zu stärken. Bislang haben Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium die FABZ bereits mit insgesamt rund 1,6 Mio. Euro unterstützt.

Auch das Kompetenz- und Innovationszentrum Brennstoffzelle (KIBZ) unter dem Dach der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH beschäftigt sich mit dem Energietransfer im Bereich Brennstoffzelle. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die gemeinsame "Brennstoffzelleninitiative Baden-Württemberg" des KIBZ und der FABZ als Kompetenznetz mit bundesweiter Ausstrahlung anerkannt und auf der Website "Kompetenznetze" aufgeführt. Als übergreifende Plattform steht die "Brennstoffzelleninitiative Baden-Württemberg" für die Vernetzung von Forschung, Entwicklung und Bildung und für neue Ansätze und Anwendungen in der Brennstoffzellentechnologie.

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