01.01.2006
30.12.2012

18.08.2004

Exportchancen durch langfristiges Denken

Wie sich Exportwachstum und nachhaltige Entwicklung vereinbaren lassen

Quelle: derStandard.at
Mit der in diesem Frühjahr beschlossenen Internationalisierungsoffensive, hat sich die österreichische Wirtschaft das Ziel gesetzt, unter dem Leitsatz "Neue Exporteure, neue Märkte, neue Produkte" das Exportvolumen von knapp über 77 Milliarden Euro im Jahr 2002 bis zum Jahr 2007 deutlich zu erhöhen, und längerfristig die 100-Milliarden-Euro-Grenze anzupeilen. Damit soll garantiert werden, dass der österreichische Außenhandel auch in Zukunft Wachstumsmotor der österreichischen Wirtschaft bleibt.

Die Rolle von Umwelttechnologien

Bei der Erreichung des Ziels der Exportsteigerung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung spielt Umwelttechnologie und –management eine wesentliche Rolle, wobei Österreich hier, laut Strategie zur Nachhaltigen Entwicklung, eine international anerkannte Expertise besitzt. Auf Grund des hohen Standards dieser Produkte sollte Österreich bestrebt sein, diese nicht nur im europäischen Raum, sondern weltweit zu exportieren, auch um dort zur entsprechenden Verbesserung der jeweiligen Umweltsituation und zu einem wirtschaftlichen Strukturwandel in Richtung Nachhaltigkeit beizutragen. Gleichzeitig gilt es jedoch, dem Export umweltfreundlich hergestellter Produkte und Dienstleistungen aus "klassischen" Exportbranchen (wie etwa der Fahrzeugindustrie oder dem Maschinen- und Anlagenbau) verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken. Nur durch einen entsprechenden Strukturwandel kann die Ausweitung österreichischer Exporte mit der Förderung von nachhaltiger Entwicklung – sowohl in Österreich als auch im Ausland – einhergehen.

Wie dieser Strukturwandel angeregt werden kann, damit beschäftigt sich das Monatsthema August der Seite www.nachhaltigkeit.at unter dem Titel "Exportchance Nachhaltigkeit". Ausgehend von den wesentlichen Eckpunkten der Internationalisierungsoffensive und einem Überblick über die Struktur des österreichischen Außenhandels (mit besonderer Betrachtung der Rolle der Umwelttechnologien), werden im weiteren Verlauf des Monatsthemas die Herausforderungen für eine verstärkte Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in der Exportoffensive untersucht. Darauf aufbauend werden schließlich Beispiele für geeignete Maßnahmen zur Erreichung dieses ambitionierten Zieles vorgestellt, die von der Unternehmensebene bis zur volkswirtschaftlichen Ebene reichen.

Entkoppelung des Exportvolumens vom Umweltverbrauch

Übergeordnetes Ziel der Umsetzung einer nachhaltigen Exportoffensive sollte hinsichtlich der Umweltdimension eine Entkoppelung des Exportvolumens vom Umweltverbrauch (Material-, Energie- und Flächenverbrauch, sowie die Produktion von Emissionen und Abfällen) sein. Da die Steigerung des Exportvolumens ökonomischen Wohlstand und Arbeitsplätze schafft, erscheint sie kurzfristig aus der ökonomischen und sozialen Perspektive auf jeden Fall wünschenswert, auf Grund der negativen Umwelteffekte können allerdings mittel- bis langfristig unabsehbare Kosten entstehen. In dieser Hinsicht ist zwischen absoluter und relativer Entkopplung von Exportvolumen und Umweltverbrauch zu unterscheiden. Während es bei einer absoluten Entkopplung zu einer Reduktion des Umweltverbrauchs bei steigendem Exportvolumen kommt, nimmt bei relativer Entkoppelung lediglich die Intensität des Umweltverbrauchs ab, während die gesamten Umweltbelastungen weiter zunehmen.

Sämtliche der präsentierten Maßnahmen tragen diesem Ziel von unterschiedlichen Ansatzpunkten Rechnung. Sie beschäftigen sich mit der Entwicklung weiterer Umweltmanagement-Programme, der verstärkten Berücksichtigung von Ressourceneffizienz, der Schließung von Stoffkreisläufen und dem Einsatz erneuerbarer Rohstoffe und Energien bei der Gestaltung von Produktionsprozessen, Produkten, Dienstleistungen und Infrastrukturen. Durch sie bietet sich für Österreich nicht nur die Chance, die Beschäftigung im Inland zu erhöhen, sondern auch die Möglichkeit, regionale Standortvorteile zu nutzen und Exporterfolge mit ökoeffizienten und nachhaltigen Technologien zu erzielen.

Förderschwerpunkt

Europa und Internationales

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