10.08.2005

Deutschland fehlt noch immer ein Zukunfts-TÜV

Deutschland fehlt noch immer ein funktionierender «Zukunfts-TÜV» für alle Politikfelder. Zu diesem Schluss kommen die Experten im Rat für Nachhaltige Entwicklung. Das Gremium unter Vorsitz des früheren Bundesforschungsministers Volker Hauff regt deshalb G

Quelle: Yahoo
In diesem Wegweiser beschreibt die Bundesregierung den Stand ihrer Politik für eine nachhaltige Entwicklung auf nationaler und auf internationaler Ebene. Hauff definierte Nachhaltigkeit als die Idee, die Bedürfnisse der Gegenwart zu befriedigen, ohne dadurch die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu beeinträchtigen, die ihrigen zu befriedigen. Zwar habe es zu diesem Thema bereits UN-Konferenzen, Regierungsabkommen, lokale Agenda-Initiativen, Forschungsprogramme und Unternehmensstrategien gegeben. «Aber so richtig ernsthaft ist die Sache bisher nicht in Bewegung gekommen.»

Heute komme vielfach die Beantwortung der Frage zu kurz, ob die Menschheit tatsächlich von der Substanz lebe, wie vielfach behauptet werde, erklärte der Vorsitzende. «Noch ist eine echte Diskussion um die Langfrist-Fragen unserer Gesellschaft und ihrer Zukunftsfähigkeit nicht zu Stande gekommen.» Wie sich der Bevölkerungsaufbau und die innerdeutschen Wanderungsbewegungen auf Siedlung, kommunale Infrastrukturen, Verkehr und Konsum auswirken, und welche Gestaltungsmöglichkeiten der Gesellschaft hier zuwachsen, sei heute noch viel zu wenig erkannt.

Hauff nannte das Beispiel Straßenbau: Die Verkehrspolitik in Deutschland und Europa berechne bis 2015 ein weiter kräftig um bis zu 16 Prozent steigendes Verkehrswachstum. Aber wenn von 2015 an die geburtenstarken Jahrgänge das fahrfreudigste Alter verließen, sei vielmehr mit einem Rückgang der Kilometerleistung zu rechnen. Und in der Stadtentwicklung bestehe durch Wegzüge, rückläufige Steuereinnahmen, leer stehende Wohnungen, Überalterung und sinkende Kaufkraft für schrumpfende Städte die Gefahr, in eine Abwärtsspirale zu geraten.

Für die Nachkriegsgenerationen seit 1945 sei das Versprechen einer langfristigen sozialen Sicherung in einem friedlichen Europa ein Argument gewesen, um eigene Verzichtsleistungen zu Gunsten der Kinder und Kindeskinder zu erbringen, heißt es in dem Beitrag. Als Modell funktioniere das jedoch nicht mehr. «Auch dies ist ein Grund, um nach einer umfassenden Generationenbilanz zu fragen», erklärte Hauff.

Weitere Informationen:
http://www.dialog-nachhaltigkeit.de/

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