17.05.2011
31.05.2018

24.06.2005

Bis 2020 könnte Europa in der Lage sein, 20 % Energie einzusparen

Die Europäische Kommission nahm heute ein Grünbuch zur Energieeffizienz an, in dem Energieeinsparungen eine wichtigere Rolle spielen sollen als zuvor. Angesichts steigender Ölpreise und der Perspektive, dass sie 2030 wahrscheinlich 70 % ihres Energiebedar

Quelle: europa.eu.int
Im Grünbuch werden einige Optionen vorgestellt, wie bis 2020 20 % des Energieverbrauchs kostenwirksam durch ein geändertes Verbraucherverhalten und energieeffiziente Technologien eingespart werden könnten. Dank dieser Einsparungen würde die EU schätzungsweise 60 Milliarden EUR weniger für Energie ausgeben. Damit wären Investitionen in die Wirtschaft der EU möglich, wo die europäische Industrie ihre Führungsrolle ausbauen kann.

„Diese Energieeffizienz-Initiative wird Europa helfen, zwei wesentliche Ziele der Lissabon-Strategie zu erreichen: mehr Wachstum und bessere Arbeitsplätze. Sie wird auch dazu beitragen, dass Europa seine Verpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls erfüllen kann“, sagte das für Energie zuständige Kommissionsmitglied Andris Piebalgs. „Die Europäische Union muss alle Möglichkeiten prüfen, um die Zielvorgabe von 20 % Energieeinsparungen zu erreichen.“


Viele Verbraucher können ihren Beitrag zur Energieeinsparung leisten, indem sie, um nur einige Möglichkeiten zu nennen, Energiesparlampen verwenden, alte Warmwasserspeicher ersetzen, alte Kühlschränke entsorgen, den Luftdruck ihrer Reifen prüfen, das Dach isolieren. Die Industrie kann ihre Herstellungsverfahren verbessern. Damit Bürger und Industrie diese Initiativen ergreifen, muss der Staat Anreize schaffen. Die derzeitigen Trends lassen nämlich erwarten, dass der Energieverbrauch unaufhaltsam weiter ansteigt und in der EU in den kommenden 15 Jahren um 10 % zunehmen könnte, wenn nichts geschieht. Mit diesem Grünbuch legt die Kommission einen Vorschlag zur Umkehrung dieser Entwicklung vor und erläutert, wie bis 2020 kostenwirksam 20 % Energie eingespart werden können. Dabei wird darauf hingewiesen, dass die Hälfte der Energieeinsparungen allein dadurch zu erzielen wären, dass die Mitgliedstaaten bereits geltende (oder in Kürze zur Verabschiedung anstehende) Rechtsvorschriften in Bezug auf Gebäude, Haushaltsgeräte oder Energiedienstleistungen auch uneingeschränkt anwenden. Zur Einsparung der restlichen 10 % braucht Europa einen innovativen und proaktiven Ansatz.

Die im Grünbuch aufgeführten Optionen umfassen alle Bereiche – Herstellung und Endverbrauch, gewerbliche Wirtschaft und Dienstleistungssektor, Haushalte und Gebäude, Verkehr und internationale Beziehungen. Sie betreffen alle Interessensgruppen, von nationalen, regionalen und lokalen Entscheidungsträgern über Banken, internationale Institutionen bis zum einzelnen Verbraucher. Die Kommission schlägt eine breite Palette politischer Instrumente vor, unter anderem finanzielle Anreize, Vorschriften, Zielvorgaben, Informations- und Ausbildungsmaßnahmen und einen internationalen Dialog.

Unter anderem werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: Einführung jährlicher Energieeffizienz-Aktionspläne auf nationaler Ebene; Verbesserungen bei der Energiepreisgestaltung und bei den Energieabgaben, um sicherzustellen, dass der Verursacher von Verschmutzungen auch tatsächlich zahlt, Einsatz des staatlichen Beschaffungswesens zur Einführung neuer Technologien; Ausweitung der europäischen Gebäude-Richtlinie sowie neue und bessere Finanzierungsmöglichkeiten.

Das Grünbuch bildet die Grundlage für eine breit angelegte Debatte, in die alle Interessengruppen einbezogen werden. Nach Abschluss der Konsultationsphase 2006 wird die Kommission einen umfassenden Aktionsplan mit Vorschlägen für Maßnahmen vorlegen. Zur Festlegung einer Rangordnung für die genannten Optionen wird eine eingehende Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt.

Weitere Informationen:
http://europa.eu.int/comm/energy/efficiency/index_en.htm

Förderschwerpunkt

Fördermassnahme

Europa und Internationales

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