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01.01.2006
31.12.2010

24.01.2006

State of the World 2006: China und Indien entscheidend

Der wirtschaftliche Aufstieg Chinas und Indiens kann eine der stärksten Bedrohungen oder eine der größten Chancen für die Welt bedeuten. Zu diesem Ergebnis kommt das Worldwatch Institute in seinem Bericht "State of the World 2006".

Quelle: vistaverde
Der dramatische Aufstieg von China und Indien bedeutet eine der stärksten Bedrohungen und eine der größten Chancen für die Welt. Zu diesem Ergebnis kommt das Worldwatch Institute in der aktuellen Studie "State of the World 2006". Die Entscheidungen, die diese beiden Nationen in den nächsten Jahren treffen, werden die Welt entweder in eine Zukunft mit einer steigenden ökologischen und politischen Instabilität oder aber mit einer Entwicklung führen, die auf leistungsfähigen Technologien und einer verantwortlicheren Nutzung der vorhandenen Ressourcen beruht.

Christopher Flavin, der Präsident von Worldwatch, erklärte, dass der steigende Bedarf an Energie, Nahrung und Rohmaterialien von rund 2,5 Milliarden Chinesen und Indern bereits heute weltweit zu Auswirkungen führe. "Gleichzeitig lässt der Rekordkonsum in Amerika und Europa nur wenig Raum für das im asiatischen Raum anstehende Wachstum." Der daraus resultierende Ressourcenengpass werde bereits bei Streitigkeiten über steigende Ölpreise in Indonesien, die steigende Belastung der Wälder und Fischgründe Brasiliens sowie durch den Verlust von Arbeitsplätzen in Mittelamerika sichtbar.

Zwei Planeten erforderlich

Die Vereinigten Staaten konsumieren pro Person noch immer drei Mal so viel Getreide wie in China und fünf Mal soviel wie in Indien. Der Kohlendioxidausstoß pro Kopf erreicht sechs Mal den Wert Chinas und 20 Mal jenen von Indien. Konsumierten China und Indien Ressourcen in diesem Ausmaß und verursachten die dementsprechende Umweltverschmutzung wären zwei Planeten Erde erforderlich, nur um diese beiden Wirtschaftssysteme aufrechtzuerhalten.

Es habe die Wissenschafter ermutigt, dass in China und Indien eine steigende Anzahl der Meinungsbildner bereits erkannt hat, dass das ressourcenintensive Modell des wirtschaftlichen Wachstums im 21. Jahrhundert nicht mehr funktionieren kann. In China liefert die Nutzung der Sonnenenergie bereits das Warmwasser für 35 Millionen Gebäude. In Indien ermöglichen die Pionierleistungen bei der Nutzung von Regenwasser bereits sauberes Wasser für Zehntausende Haushalte. China und Indien könnten sich laut Flavin innerhalb von zehn Jahren zu den führenden Nationen in den Bereichen erneuerbare Energien und Landwirtschaft werden.

Im Jahr 2005 verbrauchte China laut Worldwatch Institute allein 26 Prozent des weltweit produzierten Stahls, 32 Prozent des Reises und 47 Prozent des Zements. Obwohl der Ressourcenverbrauch pro Kopf noch immer gering ist, schließen sich China und Indien mit ihrer großen Bevölkerung Amerika und Europa als ökologische Supermächte an und werden mit ihren Anforderungen an das Ökosystem des Planeten jene anderer Nationen bei weitem übertreffen. Die Details der Studie finden sich im Internet.

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