12.04.2006

Null Energie, Null Emission, kaum Kosten – Der Traum vom Haus der Zukunft

Der World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) gab bekannt, dass es eine Allianz führender globaler Firmen aufbaut, um gemeinsam herauszufinden, wie Gebäude so ausgelegt und konstruiert werden können, dass sie keine Energie von außerhalb benötigen, kohlenstoff-neutral sind und zu marktfähigen Preisen gebaut und betrieben werden können.

Quelle: UmweltDialog
Die Industrie-Initiative wird geführt von United Technologies, dem weltweit größten Lieferanten von Investitionsgütern einschließlich Aufzügen, Kühl-/Heizanlagen und lokalen Leistungs-Systemen für die kommerzielle Gebäude-Industrie und der Lafarge Gruppe, dem Weltführer bei Baumaterialien einschließlich Zement, Beton, Aggregaten, Gips und Dachmaterial. Das WBCSD und die zwei führenden Firmen sind in der Diskussion mit vielen anderen führenden globalen Firmen, die erwartungsgemäß dem Projekt noch beitreten werden; Informationen dazu werden in Kürze veröffentlicht.
 
Heutige Gebäude stehen, laut OECD, mit 40 Prozent des Energie-Verbrauchs in entwickelten Ländern zu Buche. Die angekündigte Initiative einer Transformation der Art und Weise wie Gebäude entworfen, konstruiert, betrieben und demontiert werden, hat ambitionierte Ziele: Bis zum Jahr 2050 sollen neue Gebäude keinerlei Netto-Energie von externen Leistungslieferanten beziehen, keine Netto Kohlenstoff-Dioxid-Emissionen produzieren und gleichzeitig aber ökonomisch realisierbar zu konstruieren und zu betreiben sein.
 
Die Konstruktion eines Gebäudes das keinerlei externe Netto-Energie von Leistungslieferanten verwendet, wird eine Kombination aus Leistungserzeugung vor Ort und ultra-effizienten Baumaterialien und Ausrüstungen erfordern. Das Projekt wird drei Phasen umfassen, von denen jede mit Berichten abgeschlossen wird; alle diese Berichte zusammen werden eine Roadmap darstellen, wie die Bauindustrie transformiert werden kann. Der erste Bericht wird die Erfolge und Nachteile von sogenannten Grünen Gebäuden aufzeigen, der zweite wird den gesamten Bereich von gegenwärtigen und zukünftigen Möglichkeiten identifizieren und der dritte eine einheitliche Industrie-Strategie für die Realisierung dieser Möglichkeiten bis 2050, speziell in China, Indien, Brasilien, den USA und der EU aufzeigen.
 
"Grüne" Gebäude wurden bereits in verschiedenen Teilen der Welt errichtet, aber die aktuellen Kostenstrukturen verhindern eine breitgestreute Anwendung durch General-Bauunternehmen. Das Projekt wird auf diesen Beispielen aufbauen, die Kosten und Vorteile in der Bau-Gleichung anpassen und durch die enge Zusammenarbeit mit Architekten, Bauunternehmen, Lieferanten und Gebäude-Besitzern einen nachhaltigeren Ansatz bei der Baukonstruktion propagieren. Die vorhandenen Standards für Energie-Effizienz in Gebäuden wird zum Startpunkt für die Industrie-geführte Allianz.
 
"Seit Jahren unternimmt Lafarge Anstrengungen bei der Energie-Effizienz und der zukunftsfähigen Konstruktion auf dem Sektor der Bau-Materialien; das geschieht nicht nur durch reduzierte Treibhausgas-Emissionen während des Produktions-Prozesses sondern auch durch Entwicklung von Materialien, die dazu beitragen, Gebäude energie-effizienter zu machen," sagte Bertrand Collomb, Vorsitzender von Lafarge.
 
Jan van Dokkum, Präsident von UTC Power, einem United Technologies
Unternehmen, ergänzt: "Dies kann erreicht werden durch den Einsatz von erneuerbaren Energie-Quellen im Gebäude-Design, Optimierung der Energie-Effizienz der Unterstützungs-Systeme und Annahme der Vorteile von geografisch und kulturell akzeptablen Bau-Praktiken. Zusätzlich wird dieses Ziel erweitert durch den Einsatz des 'cradle-to-cradle' Konzepts bei der Produktion, dem Einsatz und der späteren Wiederverwendung von Baumaterialien. Diese Vision eines energie- und kohlenstoff-neutralen Designs ist eine notwendige Entwicklung, die wir angehen müssen, um die Zukunftssicherheit in unsere Gebäude einzubauen."

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