"Ein wesentlicher Aspekt der Klimaveränderung bezieht sich auf die Tatsache, dass die Niederschläge in Zukunft unregelmäßiger, dafür aber wesentlich heftiger ausfallen werden", so Gerhard Egger, Wasser-Experte vom WWF-Österreich. Da nach Untersuchungen nur 18 Prozent der Fließgewässer in gutem Zustand seien - das bezieht sich auf die Hydromorphologie der Gewässer - fließe das Wasser in einem rasenden Tempo durch Österreich. "Wir müssen daher die Verweildauer des Wassers vergrößern. Das gelingt aber nur wenn Fließgewässer renaturiert und auch Feuchtgebiete wieder hergestellt werden", erklärt der Experte. "Wenn Flüsse zu Kanälen ausgebaut, und damit zu einer Rennstrecke werden, bringt das keine Vorteile, denn es ist hinlänglich bekannt, dass Dürre und Hochwasser die beiden Seiten einer Medaille sind." Es sei eine Tatsache, dass aufgrund der Topografie Österreich die Verschiebung der Schneeverhältnisse zu einer steigenden Schneeschmelze führen werde. "Mit dieser werden wir zu kämpfen haben. Dadurch erhöhen sich die Abflussspitzen und die Hochwassergefahr wird verstärkt." Das Alpenland muss deshalb durch die Schaffung von neuen Flussschwemmgebieten diese Gefahr bannen, wodurch sich auch der für die Trinkwasserversorgung wichtige Grundwasserspiegel erhöht. Allein zwischen 2000 und 2005 hat der WWF gemeinsam mit den Bundesforsten 21 Moore revitalisiert. "Die Bundesforste betreiben diese Politik weiter", erklärt Egger, der allerdings auch einräumt, dass viele der Vorhaben in Österreich als Modellprojekte ihr Ende finden und über diesen Zustand kaum hinauskommen.
Kritisch stehen die WWF-Experten auch den gewaltigen Staudamm-Projekten gegenüber: "Österreichs Verantwortung liegt auch in der Beteiligung an Staudammprojekten wie dem Ilisu-Staudamm in der Türkei durch die Andritz AG, wodurch es zur Gefährdung der Trinkwasserreserven im Nahen Osten kommen könnte", so WWF-Wasserexperte Arno Geiger. Im globalen Wasserreport fordert die Umweltschutzorganisation nämlich international greifende Maßnahmen zum Schutz des Wassers.
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