23.08.2006

Wasserknappheit trifft zunehmend Industrienationen

Ein vom WWF vorgestellter Bericht warnt davor, dass in Zukunft auch die Industrienationen mit dramatischem Wassermangel zu rechnen haben. Die fatale Kombination aus Klimaveränderung und falschem Ressourcenmanagement sorgt nämlich dafür, dass auch die reicheren Nationen immer mehr unter Druck geraten. Zu den gefährdeten Städten zählen etwa Houston und Sydney, aber auch London.

Quelle: Umweltdialog
Den berühmten englischen Rasen konnte man in diesem Sommer in Londons Parkanlagen nicht finden: Ausbleibende Niederschläge haben die großen Wiesenflächen zu Steppen verkommen lassen. Zudem haben Experten daraufhin gewiesen, dass im maroden Londoner Leitungssystem täglich Wassermengen, die 300 olympische Schwimmbäder füllen könnten, versickern. Doch Großbritannien ist nur eines der angeführten Beispiele der Studie "Rich Countries, Poor Water". In Europa haben die Niederschläge in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen, zudem sind die Gletscher, die ebenfalls als Wasserressourcen gelten immer weiter geschmolzen. Gefährdet sind auch die großen Städte Australiens, dem von Natur aus trockensten aller Kontinente. Auch in den USA und Kanada wird in vielen Regionen schon jetzt viel mehr Wasser verbraucht als eigentlich vorhanden ist.

"Ein wesentlicher Aspekt der Klimaveränderung bezieht sich auf die Tatsache, dass die Niederschläge in Zukunft unregelmäßiger, dafür aber wesentlich heftiger ausfallen werden", so Gerhard Egger, Wasser-Experte vom WWF-Österreich. Da nach Untersuchungen nur 18 Prozent der Fließgewässer in gutem Zustand seien - das bezieht sich auf die Hydromorphologie der Gewässer - fließe das Wasser in einem rasenden Tempo durch Österreich. "Wir müssen daher die Verweildauer des Wassers vergrößern. Das gelingt aber nur wenn Fließgewässer renaturiert und auch Feuchtgebiete wieder hergestellt werden", erklärt der Experte. "Wenn Flüsse zu Kanälen ausgebaut, und damit zu einer Rennstrecke werden, bringt das keine Vorteile, denn es ist hinlänglich bekannt, dass Dürre und Hochwasser die beiden Seiten einer Medaille sind." Es sei eine Tatsache, dass aufgrund der Topografie Österreich die Verschiebung der Schneeverhältnisse zu einer steigenden Schneeschmelze führen werde. "Mit dieser werden wir zu kämpfen haben. Dadurch erhöhen sich die Abflussspitzen und die Hochwassergefahr wird verstärkt." Das Alpenland muss deshalb durch die Schaffung von neuen Flussschwemmgebieten diese Gefahr bannen, wodurch sich auch der für die Trinkwasserversorgung wichtige Grundwasserspiegel erhöht. Allein zwischen 2000 und 2005 hat der WWF gemeinsam mit den Bundesforsten 21 Moore revitalisiert. "Die Bundesforste betreiben diese Politik weiter", erklärt Egger, der allerdings auch einräumt, dass viele der Vorhaben in Österreich als Modellprojekte ihr Ende finden und über diesen Zustand kaum hinauskommen.

Kritisch stehen die WWF-Experten auch den gewaltigen Staudamm-Projekten gegenüber: "Österreichs Verantwortung liegt auch in der Beteiligung an Staudammprojekten wie dem Ilisu-Staudamm in der Türkei durch die Andritz AG, wodurch es zur Gefährdung der Trinkwasserreserven im Nahen Osten kommen könnte", so WWF-Wasserexperte Arno Geiger. Im globalen Wasserreport fordert die Umweltschutzorganisation nämlich international greifende Maßnahmen zum Schutz des Wassers.

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