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24.08.2006

Erste Bioraffinerie im Osten Deutschlands in Betrieb

Im Beisein von Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) sowie Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) wurde heute am Leibniz-Institut für Agrartechnik in Potsdam-Bornim eine Pilotanlage zur Herstellung von Milchsäure aus Roggen feierlich in Betrieb genommen.

Quelle: idw
Nach einjähriger Bauzeit wird damit die erste Bioraffinerie im Osten Deutschlands den Betrieb aufnehmen. Mit der Anlage wird ein biotechnologisches Verfahren realisiert, das eine effiziente Veredelung von Inhaltsstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, z. B. Roggen, ermöglicht. Als Hauptprodukt wird Milchsäure gewonnen, eine Basischemikalie, die als Geschmacksstoff, Säuerungs- und Konservierungsmittel Anwendung findet, aber auch zu umweltfreundlichen Lösungsmitteln oder biologisch abbaubaren Kunststoffen weiterverarbeitet werden kann.

Ein neues, hier erstmals angewandtes Verfahren ermöglicht dabei eine bis zu fünffach höhere Produktivität und damit konkurrenzfähige Herstellung von hochreiner Milchsäure. Das "basic engineering" für die kontinuierliche Prozessführung wurde am ATB gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung entwickelt.
"Die Herstellung von Milchsäure ist dabei die erste Stufe eines ganzheitlichen Konzeptes der stofflichen und energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Unser Ziel ist, Grundlagen für eine erhöhte Wertschöpfung im ländlichen Raum zu schaffen und das Konzept regionaler Stoffkreisläufe umzusetzen," so Prof. Reiner Brunsch, der wissenschaftliche Direktor des ATB.

Langfristiges Ziel ist, den Anteil erneuerbarer Rohstoffe in der industriellen Stoffwandlung zu erhöhen. Angesichts dramatisch steigender Ölpreise und der Verknappung fossiler Ressourcen lassen sich mit Produktion und stofflicher Nutzung von Biomasse zusätzliche Absatz- bzw. Wertschöpfungsmöglichkeiten im ländlichen Raum erschließen. Das neue Verfahren eröffnet Möglichkeiten zur Schaffung alternativer Einkommensquellen und zusätzlicher Arbeitsplätze im ländlichen Raum.

Die Pilotanlage ist für Demonstrations- und Forschungszwecke mit einer jährlichen Produktionsleistung von 10 t Milchsäure konzipiert. Sie dient dazu, Forschungsergebnisse unter praxisnahem Bedingungen umzusetzen und für die Anwendung in Großanlagen vorzubereiten. Zu den vordringlichen Aufgaben zählt auch die Bereitstellung von Produktmustern für die spezifischen Anforderungen der Weiterverarbeiter.
Die neue Pilotanlage schafft die infrastrukturelle Voraussetzung für die Bearbeitung weiterer Forschungsansätze und festigt die anerkannt gute Stellung des ATB im Bereich der Biomasseforschung.

Die Kosten für die neue Pilotanlage belaufen sich auf insgesamt 3,2 Mio. Euro. Davon wur-den 2,4 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über die InvestitionsBank des Landes Brandenburg (ILB) zur Verfügung gestellt. Das Land Brandenburg sowie das Bundeslandwirtschaftsministerium übernehmen jeweils 12,5 Prozent der Investitionssumme.

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