04.10.2006

Klimapolitik zur Chefsache machen

Bundeskanzlerin Merkel muss deutsche G8- und EU-Ratspräsidentschaft für klare Aufbruchssignale im Klimaschutz nutzen

Quelle: presseportal.de
Zum Auftakt des internationalen Klimakongresses "KyotoPlus - Wege aus der Klimafalle" forderte das Veranstalterbündnis heute die Bundesregierung auf, die deutsche G8- und EU-Ratspräsidentschaft für einen neuen Impuls im Klimaschutz zu nutzen.

Für die Heinrich-Böll-Stiftung erklärte deren Vorstand Barbara Unmüßig: "Die Zeit läuft davon. Klimaveränderungen kosten bereits heute Tausende Menschen jährlich ihr Leben oder ihr Hab und Gut in Wirbelstürmen, Überflutungen oder Dürrekatastrophen. Nach Aussagen der NASA haben wir nur noch 10 Jahre, mit einer effektiven Klimaschutzpolitik die größten Katastrophen zu verhindern. Wir wollen das Ende der Blockaden, der Ignoranz und Halbherzigkeiten im Klimaschutz - national wie international. Wir brauchen eine neue Politik für einen umfassenden Klimaschutz", forderte Unmüßig.

Regine Günther, WWF Deutschland betonte : "Im Zentrum der deutschen EU Präsidentschaft muss beim Klimaschutz das Bemühen stehen, ein Minderungsziel für die EU von -30% bis 2020 und minus 60-80% bis 2050 zu erreichen. Gelingt dies, könnte an die vergangenen deutschen und auch europäischen Klimaschutzerfolge angeknüpft werden".

Dr. Hermann E. Ott, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie unterstrich: "Das Klimaproblem ist lösbar: Wenn weltweit die effizientesten Techniken, über die wir bereitsverfügen, zur Anwendung kommen, ist ein großer Schritt getan. Mindestens 30% Energieeinsparung sind in Deutschland mit Gewinn zu realisieren, bis zu 50% können mit den gegenwärtigen Technologien erreicht werden. Um diese Innovationen herauszukitzeln braucht es lediglich gute Anreize - das Wuppertal Institut schlägt zum Beispiel einen Energieeffizienzfonds vor, der von einem Zehntel-Cent Aufschlag auf den Strompreis gespeist wird. Aber es muss bald losgehen, die Zeit ist reif! Sonst wird uns China bald den Rang ablaufen."

Der Präsident der Apollo Alliance, Jerome Ringo erklärte: "Die Apollo Alliance ist ein ungewöhnliches Bündnis: 23 internationale Gewerkschaften, 13 größere Umweltverbände und über 200 Unternehmen aus ganz Amerika haben sich zusammengeschlossen, um innerhalb von 10 Jahren die Unabhängigkeit der USA von Ölimporten zu erreichen. Dieses ambitionierte Ziel kann durchaus realisiert werden, wenn die Forschung über und Entwicklung von alternativen Energien konsequent gefördert wird. Dies würde 3 Millionen neue und vollwertige Arbeitsplätze schaffen sowie 300 Milliarden USD an Investitionen in saubere Energie-Technologien zur Folge haben."

Zum internationalen Klimakongress "KyotoPlus - Wege aus der Klimafalle" werden rund 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft erwartet, u.a. Klaus Töpfer, Schirmherr des Kongresses und ehem. Exekutivdirektor UNEP, Pakistans Umweltminister Malik Amin Aslam Khan, John L. Geesman, Energie-Kommissar von Kalifornien, Jerome Ringo, prominenter US-Umweltschützer und Präsident der Apollo Alliance, Renate Künast, Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen; Peter Barnes, Gründer der kalifornischen Sky Trust Initiative und der Telefongesellschaft Working Assets, Paul Dickinson, Geschäftsführer des Carbon Disclosure Project (CDP) von 225 Investment-Unternehmen und Chris Mottershead, Energie- und Umweltberater der BP Group.

Mit dem Kongress "KyotoPlus" schafft das Veranstalterbündnis ein internationales Forum, auf dem Akteure in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft die vier Eckpunkte eines neuen, effektiven Klimaschutzes debattieren können: eine neue Politik, neue Ziele, neue Technologien und neue Allianzen; national und international.

Veranstalter des Kongresses sind die Heinrich-Böll-Stiftung, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, der WWF Deutschland und das European Climate Forum.

"KyotoPlus" steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehem. Direktor des United Nations Environment Programme, UNEP und wird u.a. unterstützt von der Deutschen Telekom, BP, GeSI Global e-Sustainability Initiative (der Internationalen Telekommunikationswirtschaft www.gesi.org ) und greenpeace energy.

Pressekontakt:
Heinrich-Böll-Stiftung
Michael Alvarez Pressesprecher
T 030-285 34 - 202
M 0175-5221 811
alvarez@boell.de

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