22.08.2007

Regenerative Kraftstoffe in der Schifffahrt

Ob der Einsatz nachwachsender Treibstoffe in einigen Bereichen der Schifffahrt möglich und machbar ist, sollte in einem Projekt untersucht werden, mit dem der Bremer Umwelt-Senator die Gesellschaft für Angewandten Umweltschutz und Sicherheit im Seeverkehr (GAUSS) mbH beauftragte. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt im Rahmen einer Experten-Anhörung in der Hochschule Bremen vorgestellt. Die Studie wurde mit einer Zuwendung aus dem Ökologie-Teilfonds "Förderung der angewandten Umweltforschung (AUF)" finanziert.

Quelle: (idw) Hochschule Bremen
Als Fazit der Veranstaltung und nach derzeitigem Kenntnisstand erscheint Pflanzenöl, genauer: Rapsöl, als biogener Treibstoff in Nordeuropa, speziell in Deutschland, im Schiffsbetrieb dem Biodiesel gegenüber im Vorteil. Grundlage für diese Beurteilung sind Auswertungen der Energie- und Umweltbilanzen beider Kraftstoffe. Die Recherchen zum Projekt sowie die Vorträge und Diskussionen mit den Experten und Wissenschaftlern während des Workshops ergaben, dass eine Anwendung nachwachsender Kraftstoffe im Schiffsbetrieb unter der Voraussetzung einer sorgfältigen Umrüstung und der Beachtung bestimmter technischer Rahmenbedingungen technisch möglich ist. Eine praktische Umsetzung des Einsatzes von Rapsöl in der Schifffahrt gibt es derzeit noch nicht.

Vorträge von Unternehmens-Vertretern über erfolgreich verlaufene Umrüstungen von Motoren aus dem Nutzfahrzeug-Bereich sowie Referate von Pflanzenölherstellern beschrieben den derzeitigen Stand der Praxis. Die Präsentationen der Wissenschaftler befassten sich mit den Rahmenbedingungen und Potentialen für die Anwendung biogener Treibstoffe. Sie wurden ergänzt mit dem Vergleich der unterschiedlich hohen Emissionen eines LKW-Motors im Betrieb mit Dieselkraftstoff, Rapsölmethylester (RME) und Rapsöl. Weitere Konferenzbeiträge gab es zu Herstellungsverfahren und Normung von Rapsölkraftstoff sowie der Optimierung der Kraftstoffstrahlausbreitung bei der Verwendung moderner Diesel-Einspritzsysteme mit Rapsöl.

Die aus der Machbarkeitsstudie gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Praxis umgesetzt werden, wenn Projektmittel unter Beteiligung einschlägiger Unternehmenszweige und betroffener Regionen bewilligt werden. Basierend darauf wird in einem zweiten Schritt ein Demonstrationsprojekt im Kleinschiffbereich in sensitiven Gebieten angestrebt, wie z.B. dem Fährbetrieb im Stadt- oder Hafenbereich Bremens und Bremerhavens oder der Ausflugsschifffahrt in den Nationalpark Wattenmeer. Eine Projektgruppe für die Beantragung bzw. Bearbeitung des Demonstrationsvorhabens wird derzeit zusammengestellt. An Mitarbeit Interessierte können sich melden bei: Dr. Birte Clason, GAUSS mbH, 0421-5905-4874, gauss@gauss.org .

Während der Projektlaufzeit wurden Maschinenbauer, Reeder, Betreiber von Ölmühlen und Landwirte angesprochen, um die Akzeptanz der Initiative auszuloten. Einige von Ihnen konnten für die eintägige Expertenkonferenz an der Hochschule Bremen als Referenten gewonnen werden. Weiterhin wurden neueste Forschungsergebnisse anderer Institute, Hochschulen und Universitäten präsentiert.

Vor dem Hintergrund, dass der prozentuale Anteil der Schadstoffemissionen der Schifffahrt in den Häfen und in Küstenregionen an den Gesamtemissionen einen erheblichen und steigenden Anteil einnimmt, steigt die Notwendigkeit, zumindest in Nischenbereichen, alternative Lösungen zu realisieren. Aufgrund der begrenzten Mengen fossiler Ressourcen, der Nutzung regionaler Produkte, Unterstützung der Landwirtschaft in der Region sowie aus Sicht des Gewässerschutzes in sensitiven Gebieten wurde in der Projektarbeit deshalb der Einsatz von regenerativen Treibstoffen für Fährverkehre, Bäder- und Hafenverkehre in den Vordergrund gestellt.

Das Weißbuch der Europäischen Kommission "Energie für die Zukunft: Erneuerbare Energie" hält eine Verdoppelung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen bis 2010 für möglich. Die Strategien im Weißbuch betonen die Rolle der Biomasse. Bioenergie im Mix der erneuerbaren Energieträger wurde hier die größte Bedeutung zugemessen.

Weitere Informationen:

Als Ansprechpartnerin über Ergebnisse des Workshops und über Inhalte der Studie steht zur Verfügung: Dr. Birte Clason, GAUSS mbH; Tel: 0421-5905-4874; E-Mail: gauss@gauss.org http://www.gauss.org

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