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25.02.2005

Nachhaltige Hochschulbildung

Die Vereinten Nationen haben die kommenden zehn Jahre zur "Dekade der Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgerufen. Nun müssen die Hochschulen weltweit dieses Programm mit Leben füllen. Im niedersächsischen Oldenburg treffen sich erstmalig Vertreter vo

Quelle: Deutschlandfunk
Nachhaltigkeit - ein sperriger Begriff. Und doch vielleicht eine der Lösungsformeln, mit der die Zukunft für die Menschheit einigermaßen vernünftig organisiert werden könnte. Entscheidungsträger in Politik, Wissenschaft oder Wirtschaft sollen künftig besser die Folgen ihres Handelns abschätzen - und das Rüstzeug dafür an den Hochschulen erhalten. Das jedenfalls meint Hans-Peter Winkelmann vom europäischen Copernicus-Programm, das den Nachhaltigkeitsgedanken an den Unis verankern will.

"Die Hochschulen sind mit Sicherheit zukünftig noch stärker aufgerufen, auch ethische Werte zu vermitteln, auch ethische Fragen zu behandeln in ihren Studiengängen. Und ihren Studierenden auch zu vermitteln, dass es auch um ethische Entscheidungen geht, sei es jetzt als Ökonom, wo auch immer, auch als Politiker, damit wir zukünftig kompetenter werden, um nachhaltig handeln zu können."

Dabei sprießt das zarte Pflänzchen "Nachhaltigkeit" durchaus schon in der deutschen Hochschullandschaft. Die Technischen Universitäten in Berlin und Darmstadt, die Fernuniversität Hagen, die Unis in Hamburg oder Heidelberg sowie zahlreiche Fachhochschulen haben schon länger Lehrangebote mit Nachhaltigkeitsbezug. Nun wollen die Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen besser zusammen arbeiten und sich austauschen. Die Hochschulplattform Uni21, die heute in Oldenburg gegründet wird, soll die isolierten Projekte vernetzen. Richtige Studiengänge in "Nachhaltigkeit" sind aber nicht das vorrangige Ziel, sagt Winkelmann.

"Eigentlich sollte jeder Studiengang ein Nachhaltigkeitsstudiengang sein. Denn es geht im Prinzip darum, dass wir jedem Studierenden die Fähigkeit vermitteln, einen Beitrag zur Nachhaltigkeit im späteren Berufsleben zu leisten. "

Die Entwicklung von Modulen für Bachelor- und Masterstudiengänge stehe deshalb erst mal im Vordergrund. Auch die Universität Oldenburg setzt in ihren Studienprogrammen neue Akzente. Traditionell stark in der Umweltforschung, bei der Meeresforschung, bei regenerativen Energien hatte die Hochschule bislang ihr Augenmerk auf ökologische Schwerpunkte gelegt. Das ändert sich nun, sagt Präsident Uwe Schneidewind.

"Dort wird den Ökonomen und den Wirtschaftswissenschaftlern, die wir ausbilden, ... die kriegen grundsätzliche Bezüge in Fragen der Umweltpolitik, in Umweltrecht und auch ökologischen Zusammenhängen vermittelt. Und das sind dann Absolventinnen und Absolventen, die dann gerade in diesen umweltsensiblen Branchen den Einstieg finden, in diesen neu entstehenden Umweltbranchen wie den regenerativen Energien einsteigen. Oder auch mit ihrem ökonomischen Wissen bei Umweltverbänden arbeiten, um dann Umweltthemen auch aus einer ökonomischen Sicht zu behandeln. "

Doch es ist nicht nur Einsicht in die Notwendigkeit nachhaltigen Denkens, das die Hochschulen bei ihrer Initiative leitet. Gerade kleine und mittlere Einrichtungen hoffen, sich mit der Hinwendung zur Nachhaltigkeit gegen die großen Universitäten profilieren zu können. Hans-Peter Winkelmann:

"Eine Hochschule, die Nachhaltigkeit in ihre Strategie eingebaut hat, in die Forschung, aber insbesondere in die Lehre, ist in der Regel eine Hochschule, die sich kümmert um die Zukunftsprobleme. Das ist für die Studierenden in ausgesprochenem Maße attraktiv und ist für diese Hochschulen auch attraktivitätssteigernd, das ist gar keine Frage. "

So hofft auch der Präsident der Universität Oldenburg, von solchen Studierenden profitieren zu können. Uwe Schneidewind:

"Also das sind schon Studierende, die oft in ihrer Schulzeit immer nach mehr gesucht haben. Die Beiträge leisten wollten zu gesellschaftlichen Problemen, zu ökologischen Problemen. Die sich dann engagiert haben in Umweltverbänden, parteipolitisch oder für Menschenrechtsfragen. Und für die natürlich jetzt die Universitätsphase eine ist, wo sie sich diesen Fragestellungen auf einem noch kompetenteren Niveau nähern wollen. Die aber dann ein Umfeld suchen, wo ähnliche Motivationen vorliegen."

Gerade diese "Engagement-Eliten", wie er sie nennt, will Schneidewind nur all zu gern an seine Universität locken. Denn die schaffen ein Hochschulklima, das andere mitreißt, sagt der Präsident. Deshalb sei dies eine hoch interessante Klientel.

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