13.01.2005

Roadmaps zu mehr N-Effizienz

Verringerung von Bilanzüberschüssen bei der N-Versorgung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen

Quelle: IDW
Stickstoff (N) wird oft auch als der "Motor der Pflanzenproduktion" bezeichnet. In der Tat zeigt kein anderer für das Leben höherer Pflanzen notwendiger Mineralstoff vergleichbar große Effekte auf das Pflanzenwachstum. Dem entspricht, dass N auch der am meisten verbrauchte Nährstoff in der Düngung ist: Die deutsche Landwirtschaft setzte im Jahr 2003 1.788.000 t N in Form von Handelsdüngern plus 1.345.000 t N in Form von "Wirtschaftsdüngern" (Gülle, Mist etc.) ein. Der auf Acker und Grünland ausgebrachte N wird von den Pflanzen jedoch nicht restlos aufgenommen und in N-haltige Ernteprodukte umgewandelt. Der Überschuss der Bilanz aus mit Düngung zugeführtem und mit Ernteprodukten vom Feld abgeführtem N hängt stark vom Jahresniveau der Erträge ab. Er beträgt derzeit zwischen etwa 80 kg ha-1 N in Jahren mit hohem (z.B. 2001) und 100 kg ha-1 N in Jahren mit niedrigem (z.B. 1992) Ertragsniveau. Die Effizienz der N-Düngung beträgt damit zwischen 50 und 60%. Nicht durch die Pflanzen verwerteter N kann nur in begrenztem Umfang im Boden gespeichert werden. Was übrig ist, gelangt entweder durch Erosion und Auswaschung in Oberflächen- und Grundwasser oder durch mikrobielle Reduktion gasförmig in die Atmosphäre. Im ersten Fall beeinträchtigen Nitratanreicherungen die Qualität von Trinkwasser oder begünstigen durch Eutrophierung u.a. exzessives Algenwachstum. Im zweiten Fall trägt die Anreicherung klimarelevanter Spurengase (Ammoniak, Stickoxide) zur Erwärmung der Erdatmosphäre bei.

Vor dem Hintergrund der schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Umweltqualität haben die Umweltminister im europäischen Raum bereits vor mehr als 15 Jahren, u.a. in der Deklaration der HELCOM (Helsinki Kommission zum Schutz der Ostsee vom 15. Februar 1988), drastische Reduktionen der N-Einträge beschlossen. Trotz in Deutschland insgesamt positiver Tendenz sind die damals avisierten 50% Reduktion der N-Überschüsse jedoch immer noch nicht realisiert worden.

In der neuen Düngeverordnung werden die zulässigen Bilanzüberschüsse begrenzt und darüber hinaus entsprechende ordnungsrechtliche Vorgaben erlassen. Diese erfordern eine Fortentwicklung der "guten fachlichen Praxis", um die Leistungsfähigkeit der Pflanzenproduktion auch unter restriktiven Bedingungen zu sichern, oder einfacher gesagt: Neue Wege zur Steigerung der N-Effizienz sind gefragt. Zu dieser Problematik veranstaltet die FAL am 22. Februar 2005 einen "Stickstoff-Workshop", auf dem Praktikern, Beratern, Presse und interessierter Öffentlichkeit ein Überblick zu Stand und Perspektiven der technischen und konzeptionellen Möglichkeiten zur Verringerung von Bilanzüberschüssen bei der N-Versorgung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen gegeben wird.

In der anschließenden Podiumsdiskussion nehmen Vertreter aus Wissenschaft, Ministerien, Industrie und Praxis zu aktuellen Fragen des umweltgerechten Einsatzes von Stickstoff in der Landwirtschaft Stellung.

Das Tagungsprogramm ist unter http://www.pb.fal.de/ zu finden. Es stehen noch begrenzte Plätze für Teilnehmer zur Verfügung.

Kontakt: Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug und Dir. u. Prof. Dr. Jutta Rogasik, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, E-mail: pb@fal.de
 
Weitere Informationen:
http://www.pb.fal.de - Tagungsprogramm

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