Experten eines EU-Forschungsprojektes (EU-AGRO-BIOGAS) trafen sich auf Einladung des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim (ATB), um Möglichkeiten zur Verbesserung der Leistung von Biogasanlagen zu beraten. Das EU-Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Effizienz von mittleren und großen Biogasanlagen deutlich zu steigern.
Quelle: (idw) Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V.
Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe für die Biogaserzeugung
ist eine klimafreundliche Form der Energiegewinnung. Biogas ist eine Mischung
aus Methan und Kohlendioxid, die beim bakteriellen Abbau von Biomasse (Gülle,
Pflanzen und organische Abfälle) unter Luftausschluss entsteht. Der Methananteil
des Biogases kann beim Einsatz in Blockheizkraftwerken verbrannt werden und
erzeugt dabei elektrischen Strom und Wärme.
Allerdings werden die meisten
Biogasanlagen bislang nicht optimal genutzt. Die Effizienz bestehender Anlagen
kann noch erheblich gesteigert werden, so die einhellige Meinung der
Wissenschaftler aus sieben europäischen Nationen, die letzte Woche am Seddiner
See bei Potsdam zu einem Gedankenaustausch zusammenkamen.
In einem von
der Europäischen Union geförderten Forschungsprojekt arbeiten die Forscher
daran, die Auswahl der zur Biogaserzeugung eingesetzten Stoffe dahingehend zu
optimieren, dass einerseits Kosten gesenkt und andererseits die Leistung der
Anlagen verbessert werden. Darüber hinaus sollen auch die Anlagentechnik und die
Aufbereitung der Einsatzstoffe mit dem Ziel einer verstärkten Ausnutzung der
eingesetzten Stoffe optimiert werden. Ein weiteres Ziel ist die effizientere
Nutzung der erzeugten Energie. Die Wärmeauskopplung aus Blockheizkraftwerken
soll verbessert und der Einsatz dieser Wärme gesteigert werden. "Insbesondere im
Bereich der Landwirtschaft gibt es unausgeschöpfte Potenziale", unterstreicht
Matthias Plöchl vom ATB die Möglichkeiten einer effizienteren Ernergienutzung.
"Durch die Anbindung einer Futtermitteltrocknung konnte beispielsweise die
Wärmenutzung einer von uns betreuten Biogasanlage auf 80 % gesteigert werden.
Das erhöht die Nutzung der im Biogas enthaltenen Energie um mehr als 40
%."
Das von der Europäischen Union geförderte Projekt EU-AGRO-BIOGAS
startete im Januar 2007 und läuft bis zum Ende des Jahres 2009. Beteiligt sind
For-schungseinrichtungen aus Deutschland, Österreich, Dänemark, Großbritannien,
Italien, Tschechien und Polen. Die Koordination liegt bei der Universität für
Bodenkultur Wien.