Anpassung an den Klimawandel - Forschungsstrategien für Bayern
Klimaexperten und Spitzenpolitiker diskutierten am 22. Februar über das brandaktuelle Thema: Klimawandel und seine Auswirkungen.
Die politischen Weichen für eine aktive Klimapolitik sind gestellt: Gründung neuer Forschungsverbünde sowie Aufstockung von Forschungsgeldern -
42 Mio. Euro zusätzliche Mittel aus dem Klimaprogramm 2020. Wissenschaftler fordern längerfristige Projekte und klare Zielvorgaben anstelle eines "Strohfeuers".
Quelle: (idw) Bayerische Forschungsallianz GmbH
Rund 500 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft fanden sich zu dem
großen Klimakongress in der IHK München ein, um sich über die aktuellen
Forschungsergebnisse in der Klimaforschung und über die politischen Leitlinien
auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene zu informieren. Ferner gaben
die Impulsreferate und Podiumsdiskussionen tiefere Einblicke in das Themengebiet
und ermöglichten es dem Auditorium zugleich, sich aktiv in die Fragestellung mit
ein zu bringen.
Mit der Frage "Welchen Baum pflanze ich für meinen
Enkel?" richtete sich Prof. Dr. Hartmut Graßl, Klimaforscher und Vorsitzender
des Bayerischen Klimarates, provokativ an das Publikum und machte auf die
spezifische Situation in Bayern im Zusammenhang mit der Klimaveränderung und dem
akuten Handlungsbedarf aufmerksam. Denn Bayern ist aufgrund seiner
geographischen Lage, mit seinen Berg- und Flusstälern sowie insbesondere seiner
Alpenregionen, besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen.
Graßl forderte somit längerfristige und konkrete Lösungsmaßnahmen von der
Politik. Die geplanten Forschungsverbünde - BayFORETA und BayFORKAST - welche
sich zum einen mit einer verbesserten Energieeffizienz in Unternehmen und zum
anderen mit den Auswirkungen des Klimas auf die Ökosysteme beschäftigen, sind
weitere Initiativen der beiden Minister Goppel und Bernhard, um eine
"bayernspezifische Klimaforschung" voranzutreiben. Des Weiteren soll der bereits
seit 2004 bestehende Verbund "Kraftwerke des 21. Jahrhunderts" gestärkt werden.
Eine Erhöhung der Energieausbeute aus Kohle- und Gaskraftwerken wird mit diesem
Verbund verfolgt. Klare Zielvorgaben formulierte ebenfalls Prof. Dr. Lößl,
Geschäftsführer der Bayerischen Forschungsallianz und Organisator der
Veranstaltung: "Die bayerischen Stärken sollen auf dem Gebiet der
Klimafolgenforschung gebündelt werden und durch eine nachhaltige Zusammenarbeit
mit den Wissenschaftsorganisationen, soll der Herausforderung des Klimawandels
effizient begegnet werden." Die Positionierung der bayerischen Klimaforschung im
Forschungsraum Europa sowie die internationale Vernetzung der bayerischen
Klimaakteure sind daher unabdingbar, um gemeinsame Handlungsstrategien für das
global auftretende Phänomen zu entwickeln. Auch die Geisteswissenschaften sind
in die Thematik ein zu beziehen, um die Gesellschaft auf die Veränderungen
einzustellen.
Im Laufe der Diskussionen wurde von den politischen,
wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Zielvorgaben auf die Anforderungen an
die Gesellschaft heruntergebrochen. Umdenken ist von jedem gefordert.
"Schmerzfreier Klimaschutz" - d.h. jeder kann durch seine Korrekturen im
Konsumverhalten und ohne wesentliche Einschränkungen seiner Lebensqualität,
einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Weitere Informationen:
zum Ablauf
der Veranstaltung, den Redebeiträgen der Referenten sowie den Pressebildern
finden Sie unter: http://www.bayfor.de
Kontakt:
Bayerische
Forschungsallianz GmbH Nußbaumstraße 12 80336 München