Weltweit ist die Reduktion von Treibhausgasen ein Thema. Zwei soeben veröffentlichte Berichte zeichnen allerdings ein deutlich anderes Bild: Nach einer Studie von US-Forschern steigen die Treibhausgas-Emissionen in China viel schneller an, als bisher angenommen. In den USA hat eine Untersuchung des Environmental Integrity Project EIP ergeben, dass die CO2-Emissionen aus US-Kraftwerken seit 2002 um 5,9 Prozent zugenommen haben. Die Gründe dafür liegen in veralteten Kraftwerkstechnologien.
Quelle: UmweltDialog
Chinas CO2-Emissionen steigen nach der Untersuchung von Maximilian Auffhammer
von der University of California in Berkeley und seinem Team von 2004 bis 2010
um mindestens elf Prozent jährlich. Den Berechnungen des Intergovernmental Panel
on Climate Change IPCC zufolge gingen die Experten von einem Wachstum zwischen
2,5 und fünf Prozent jährlich aus. "Die Emissionsrate übertrifft die schlimmsten
Befürchtungen und das bedeutet wiederum, dass eine Stabilisierung der
CO2-Emissionen viel, viel schwieriger zu erreichen sein wird", meint der
Forscher. Um den Hunger nach Strom zu stillen, ist in den vergangenen Jahren
nahezu alle zwei Wochen ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb gegangen. Eine
derart rasante wirtschaftliche Entwicklung wie jene in China sei bisher in der
Geschichte der Menschheit noch nicht da gewesen, argumentieren Experten.
Die Befürchtung, dass China das gesamte Kyoto-Protokoll, dessen Ziel es
ist, die Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008 bis 2012 um durchschnittlich
5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken, zunichte machen könnte, steigt.
Für Entwicklungs- und Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien gibt es
nämlich keine Emissionsbeschränkungen. China habe erst kürzlich die USA als
größten CO2-Emittenten überholt, berichtet das Wissenschaftsmagazin National
Geographic.
Jüngste Ergebnisse des Environmental Integrity Project (EIP)
haben indes gezeigt, dass auch in den USA die Kraftwerke alles andere als
umweltschonend Strom herstellen: Allein von 2006 auf 2007 sind die
CO2-Emissionen von Kraftwerken um 2,9 Prozent angestiegen. Das ist der höchste
Wert seit 1998. EIP hat die Zahlen für das Ergebnis von der US-Environmental
Protection Agency (EPA). Die Gründe für die starken Zuwächse an Emissionen
liegen vor allem in der überholten und veralteten Technik der Kraftwerke. Auch
in den USA gebe es Kraftwerke, die 50 Jahre alt und immer noch in Betrieb sind.
Ähnlich wie in China wird auch in den USA vielerorts Kohle zur Erzeugung von
Strom verwendet. Der größte CO2-Emittent war das Robert W. Scherer Kraftwerk in
Macon, Georgia, das allein im Vorjahr 27,2 Mio. Tonnen Kohlendioxid in die
Atmosphäre geblasen hat. Das waren um zwei Mio. Tonnen mehr als noch 2006. Texas
war übrigens der Bundesstaat mit den höchsten CO2-Emissionen und generell auch
jener mit den stärksten Zuwächsen seit zehn Jahren.