29.05.2008

Fraunhofer und MIT gründen Forschungszentrum für erneuerbare Energie

Die Forscher vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE werden künftig eng mit Wissenschaftlern am amerikanischen Massachusetts Institute of Technology MIT zusammenarbeiten. Das neue Fraunhofer Center for Sustainable Energy Systems befindet sich in unmittelbarer Nähe zum MIT.

Quelle: (idw) Fraunhofer-Gesellschaft
Noch sind die Amerikaner Weltmeister im Energie verbrauchen. Doch der Klimawandel hat auch in den USA einen Umdenkprozess angestoßen. An renommierten Universitäten wie dem MIT in Cambridge arbeiten Forscher intensiv an neuen Konzepten zur Steigerung der Energieeffizienz, zum Energiesparen sowie zur Nutzung erneuerbarer Energien. Das Ziel ist dabei nicht nur die Entwicklung neuer Technologien, sondern auch die Umsetzung bereits bestehender technischer Lösungen in marktfähige Produkte - beispielsweise Energiesparhäuser oder kosteneffiziente Solarsysteme. "Hier wird das MIT künftig mit Fraunhofer zusammenarbeiten", erklärt Prof. Hans-Jörg Bullinger, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. "Die neue Kooperation beweist, dass unser Know-how auch an den amerikanischen Elite-universitäten hoch geschätzt wird."

Alternative Energien und Energiespartechniken sind in den USA bisher ein Nischenmarkt. Doch das wird sich bald ändern, meint Prof. Eicke R. Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg. "In den USA war der Markt für Solarenergie bislang unterproportional. Gemeinsam mit den Forschern vom MIT möchten wir dazu beitragen, unterstützende Mechanismen in Gang zu bringen, damit ein dynamisches Wachstum entstehen kann." Die Kooperationspartner ergänzen sich hervorragend: "Das ISE gehört zu den weltweit führenden Einrichtungen wenn es um Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien geht. Aber unsere Erfahrung ist meist beschränkt auf Europa. In den USA sind die wirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen, die Standards und Vorschriften anders, da müssen wir vor Ort Erfahrungen sammeln", so Prof. Roland Schindler, der ein Leiter des "Fraunhofer Centers for Sustainable Energy Systems at MIT", sein wird. "Mit dem Labor können wir unser Portfolio erweitern und deutschen Unternehmen helfen, den US-Markt zu erschließen."

Und auch das MIT wird von der Kooperation profitieren, davon ist Nolan Browne, Director of Business Development for Energy Sectors an der neuen Fraunhofer-Einrichtung überzeugt: "Unser Ziel ist es, eine Brücke zu schlagen zwischen der Forschung am MIT und einer erfolgreichen Kommerzialisierung." Die Voraussetzungen dafür sind gut: Der Kooperationspartner am MIT Professor Tonio Buonassisi ist ein ehemaliger Mitarbeiter von Prof. Eicke Weber.

Die ersten Forschungsprojekte sind bereits in Vorbereitung: "Eines der Arbeitsgebiete wird sicher die Weiterentwicklung der Solartechnik sein", so Browne. "Wir brauchen preiswerte Komponenten und einen verbesserten Output. Denn nur wenn sich die Erzeugung von Sonnenstrom rechnet, wird sie den riesigen US-Markt erobern können." Dabei sollen aber nicht nur herkömmliche Techniken verbessert, sondern auch neue Wege beschritten werden: Intelligente Schaltungen und Softwareprogramme beispielsweise könnten den Output der Module regeln und optimieren, neue Materialien und Verfahren die Produktion ökonomischer machen, einfache Montagesysteme die Installationskosten senken.

Ein anderer Schwerpunkt des neuen Labors wird energieeffizientes Bauen sein. Auch hier erwarten die Experten wegen der steigenden Energiepreise in den nächsten Jahrzehnten eine erhöhte Nachfrage in den USA. "Wir bringen bei Neubau und Altbaurenovierung langjährige Erfahrung mit - egal ob es um Wärmedämmung, Strom- oder Heizkostensparen geht", sagt Schindler. "Doch auch hier waren wir bisher auf Europa begrenzt. In den USA haben wir die Gelegenheit, ganz andere und dazu noch sehr unterschiedliche klimatische Verhältnisse kennenzulernen und uns darauf einzustellen."

Im neuen Fraunhofer Center for Sustainable Energy Systems sollen außerdem Produktionsverfahren für alternative Energietechniken - beispielsweise Brennstoffzellen - entwickelt und optimiert werden. Mit Rapid Prototyping wollen die Forscher die Funktionstüchtigkeit neu entwickelter Komponenten testen, mit Packaging Technik die Produktionskosten senken. Dabei sind auch Kooperationen mit dem benachbarten Fraunhofer Center for Manufacturing Innovation CMI, einer der bereits bestehenden sechs Einrichtungen von Fraunhofer USA, geplant. "Wenn alle ihr Fachwissen einbringen, schaffen wir eine win-win-win-Situation", resümiert Browne.

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