Die EU will den Energieverbrauch von Elektrogeräten im Stand-by-Betrieb senken. Die BAM koordiniert die Umsetzung in Deutschland
Die EU-Mitgliedstaaten stimmten am 7. Juli 2008 dem Kommissionsvorschlag zur Senkung des Energieverbrauchs von Elektrogeräten im Stand-by-Betrieb zu. Betroffen sind alle in Europa verkauften Haushalts- und Bürogeräte. Diese Verordnung der EU ist die erste gesetzliche Anforderung an Produkte innerhalb der Ökodesign-Richtlinie. Sie ist ein konkreter Beitrag zur Energieeffizienz, zum Klimaschutz und zur Verbrauchskostensenkung. Hersteller erklären mit der CE-Kennzeichnung, dass ihr Produkt alle geltenden europäischen Vorschriften einhält.
Quelle: (idw) Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
Die BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung hat
seit Mitte 2007 am Inhalt der neuen Verordnung mitgearbeitet. Wenn das
EU-Parlament zustimmt, gelten ab ca. 2010 verpflichtende Höchstwerte von einem
Watt für den Stromverbrauch im Standby-Betrieb und bei ausgeschalteten Geräten.
Drei Jahre später wird der Grenzwert halbiert. Damit sollen diese
Energieverluste in der EU bis 2020 um fast 75 %, das sind ca. 35 Terawattstunden
pro Jahr, reduziert werden. Diese Einsparung entspricht dem 1,3-fachen der
deutschen Stromerzeugung aus Windkraft im Jahr 2005 oder der jährlichen
Stromlieferung dreier moderner Atomreaktoren.
Die EU-Kommission plant
weitere Verordnungen, die die Umweltbelastung durch z. B. PCs, Monitore,
Drucker, Scanner und Kopierer, Fernsehgeräte, Kühl- und Tiefkühlgeräte,
Geschirrspüler, Waschmaschinen und Wäschetrockner sowie Warmwasserbereiter und
Heizkessel verringern sollen. Diese Geräte bieten große Chancen zum
Energiesparen, ohne die Funktion einzuschränken, wenn dieses Ziel schon bei der
Entwicklung beachtet wird.
Die Ökodesign-Richtlinie wird durch das
Energiebetriebene-Produkte-Gesetz (EBPG) in deutsches Recht umgesetzt. Das EBPG
ist am 7. März 2008 in Kraft getreten. Die BAM ist darin als beauftragte Stelle
benannt und vertritt, zusammen mit dem Umweltbundesamt (UBA) sowie den
Wirtschafts- und Umweltministerien, Deutschland bei der Erarbeitung von
Ökodesign-Vorschriften gegenüber der EU.
Vorschau: Der Internationale
Kongress "Electronics Goes Green 2008" behandelt Themen rund um die
Ökodesign-Richtlinie. Dr. Floris Akkerman, ein Experte der BAM berichtet auf dem
Kongress über die ersten Erfahrungen in Deutschland. Dem Kongress ist ein
Messebereich angegliedert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
betreibt mit der BAM einen gemeinsamen Messestand."Electronics Goes Green 2008"
findet vom 7. bis 10. September 2008 in Berlin statt.