Schon über 100 internationale Klimaschutz-Projekte mit deutscher Beteiligung
Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit:
Clean Development Mechanism ist auf dem richtigen Weg - Seit Dezember 2005 hat die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA) mehr als 100 Klimaschutzprojekte nach den Regeln des Kyoto-Protokolls in Entwicklungs- und Schwellenländern auf Basis des so genannten Clean Development Mechanism (CDM) genehmigt. Damit ist der CDM - zu Deutsch "Mechanismus zur umweltverträgliche Entwicklung" - neben dem Emissionshandel eines der wichtigsten Klimaschutzinstrumente für Unternehmen in Deutschland.
Quelle: (idw) Umweltbundesamt (UBA)
Bisher wurden weltweit 1.186 Projekte registriert, Deutschland liegt mit
inzwischen 112 Projekten an vierter Stelle. Anlässlich der vom UBA vorgelegten
Bilanz der Anfangsphase lobt Minister Gabriel: "Der CDM ist raus aus den
Kinderschuhen. Schneller als erwartet ist es gelungen, die Unternehmen auch in
ihren Auslandsaktivitäten für den Klimaschutz zu motivieren. Mit der Nachfrage
aus dem EU-Emissionshandel ist heute ein globaler Kohlenstoffmarkt entstanden,
der auch die Entwicklungsländer beim Klimaschutz aktiv einbezieht. Das ist mir
für die Verhandlungen zum Folgeabkommen des Kyoto-Protokolls besonders wichtig."
Der CDM ist ein marktwirtschaftliches Anreizinstrument des Kyoto-Protokolls.
Ziel ist, zusätzliches Kapital für dringende Klimaschutzinvestitionen in den
Entwicklungsländern zu mobilisieren. Auch deutsche Unternehmen profitieren: Die
im Ausland vermiedenen Klimagas-Emissionen lassen sich nach dem Kyoto-Protokoll
teilweise auf den Minderungsbeitrag der Industriestaaten anrechnen. In
Deutschland können die am Emissionshandel teilnehmenden Unternehmen ihre
Abgabeverpflichtung in Höhe von bis zu 22 Prozent ihrer Zuteilung an
Emissionsberechtigungen für die Jahre 2008-2012 mit Zertifikaten aus dem CDM
erfüllen. Nach Schätzung der Weltbank wurden durch den CDM allein 2007 rund 24
Milliarden Euro zusätzlich investiert. Zusätzlich heißt, die Unternehmen hätten
die Investitionen ohne den CDM nicht durchgeführt.
Dr. Thomas Holzmann,
Vize-Präsident des Umweltbundesamtes: "Die Projekte mit deutscher Beteiligung
sind ebenso vielfältig wie zahlreich. Neben größeren Investitionen in
erneuerbare Energien oder zur Nutzung klimaschädlicher Deponie- und
Industriegase finden sich im Projektportfolio gerade kleine Projekte, die
wichtige Beiträge zu Armutsbekämpfung und den Erhalt natürlicher Ressourcen
leisten." Die Projekte reichen von Windrädern auf den Galapagosinseln bis hin zu
Laufwasserkraftwerken in den Ausläufern des indischen Himalajas. "Im indischen
Bundesstaat Andhra Pradesh werden beispielsweise rund 630.000 konventionelle
Glühlampen gegen Energiesparlampen eingetauscht. Dadurch verringert sich der
Stromverbrauch aus Kohle- und Gaskraftwerken, die neben dem Klimagas
Kohlendioxid andere Luftschadstoffe wie Stickoxide und Schwefeldioxid ausstoßen.
Gleichzeitig müssen die Haushalte weniger Geld für Strom ausgeben. Klimaschutz
und wirtschaftliche Entwicklung gehen mit dem CDM jetzt noch besser Hand in
Hand", so UBA-Vize Holzmann weiter, Projekte, die diesen programmatischen
Ansatz verfolgen, fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit (BMU) in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau
(KfW) als Teil der CDM-Initiative. Der programmatische Ansatz ermöglicht, dass
eine zentrale Koordinierungsstelle viele kleine Minderungsaktivitäten zu einem
einzigen Projekt zusammenfassen kann. Zum Beispiel können Haushalte in
Entwicklungsländern mit Solarkochern zur Zubereitung von Lebensmitteln
ausgestattet werden. Neben der positiven Wirkung auf das Klima und weniger
Abholzung sorgen solche Projekte dafür, die Atemluft der Menschen zu verbessern:
Sie ist noch viel zu oft mit Rauchgasen der sonst üblichen Holzfeuer
belastet.
Die CDM-Initiative ist ein Programm des BMU, das sowohl die
deutsche Beteiligung bei den Marktmechanismen des Kyoto-Protokolls als auch die
Erschließung neuer Klimaschutzpotenziale für den Kohlenstoffmarkt
fördert.
Die zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten von
Emissionsminderungszertifikaten aus CDM- Projekten im europäischen
Emissionshandel sind zur Zeit Gegenstand intensiver Diskussionen zwischen
Europäischem Parlament, Rat und Kommission im Rahmen der Verhandlungen des
Klima- und Energiepaketes der EU.
Weitere Informationen:
Die CDM-Bilanz der DEHSt gibt einen
repräsentativen Überblick zu den international genehmigten Klimaschutzprojekten.
Sie ist unter http://www.dehst.de/JI-CDM
herunterzuladen.
Weitere Informationen zum Projektgenehmigungsverfahren der
DEHSt können unter http://www.dehst.de/CDM
eingesehen werden. Informationen zu den Aktivitäten der CDM/JI-Initiative des
Bundesumweltministeriums unter www.jiko-bmu.de