Wege zum nachhaltigen Wärmekonsum - Wärmeenergie in Privathaushalten
Wie lässt sich Wärmeenergie in Privathaushalten nachhaltig konsumieren? Antworten auf diese Frage sucht ein interdisziplinäres Forscherteam im Rahmen des Projektes "Energie nachhaltig konsumieren - nachhaltige Energie konsumieren". Die Universität Stuttgart ist in diesem Projekt in zweifacher Weise vertreten: Mit dem interdisziplinären Forschungsschwerpunkt Risiko und Nachhaltige Technikentwicklung (ZIRN) sowie durch das Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER). Gemeinsam mit weiteren Forschungseinrichtungen und Partnern aus der Praxis sollen individuelle Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Personenkreise wie Konsumenten, Wohnungsbaugesellschaften, Handwerker oder die Politik erarbeitet werden.
Quelle: (idw) Universität Stuttgart
In Zeiten des globalen Klimawandels gewinnt der nachhaltige Umgang mit
Energieressourcen immer größere Bedeutung. Steigende Energiekosten sowie knapper
werdende Ressourcen weisen die Bevölkerung darauf hin, dass ein bewusster und
schonender Umgang mit Energie angestrebt werden sollte. Doch obwohl viele Bürger
den Umweltschutz als wichtig erachten, zeigt sich im Alltag eine deutliche
Diskrepanz zwischen der Einstellung und dem tatsächlichen Handeln. Die
Teilnehmer des Projekts, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
gefördert wird, forschen gezielt nach den Gründen, die die Konsumenten am
nachhaltigen Wärmekonsum hindern, und entwickeln Anreizstrategien zur Förderung
der Nachhaltigkeit. Hierzu sind Befragungen von insgesamt 3.000 Mietern und
Hauseigentümern geplant, Interviews mit Technologieherstellern, -vertreibern und
-nutzern werden geführt. Die Wissenschaftler untersuchen die beiden Regionen
Baden-Württemberg (Stuttgart) und Sachsen (Leipzig) und stellen die Ergebnisse
gegenüber. Auf diese Weise möchten die Forscher beispielsweise herausfinden, ob
es Unterschiede im Wärme-konsum bei Männern und Frauen gibt oder im Umgang mit
spezifischen Technologien, die durch unterschiedliche Sozialisation
hervorgerufen wurden. Auch die gesetzlichen Fördermöglichkeiten oder
stadtplanerische und bauliche Hemmnisse beziehen die Wissenschaftler in ihre
Arbeit mit ein. Um die Projektarbeit nicht an der Praxis vorbei laufen zu
lassen, sondern eng mit ihr zu verknüpfen, hat sich das Forscherteam unter
anderem Handwerker, Energieberater und Schornsteinfeger mit ins Boot geholt.
Deren Erfahrungen aus der täglichen Arbeit sind sehr wertvoll für die
Projektarbeit. Gemeinsam mit den Forschern diskutieren die Praxisakteure die
wissenschaftliche Vorgehensweise und die Resultate der Forschungsarbeit. Aus
den Ergebnissen des Projekts entwickeln die Forscher Handlungsempfehlungen für
die Politik, zum Beispiel mit welchen Instrumenten die Konsumenten angeregt
werden könnten, Wärmeenergie ressourcenschonender zu nutzen oder wie die
Praktiker der Baubranche für einen nachhaltigeren Konsum sorgen können. Zudem
ergeben sich aus den Ergebnissen auch Ratschläge direkt an die Verbraucher, wie
sie ihren Wärmeverbrauch senken und somit ihren Geldbeutel schonen können.