BfN-Forschungsoffensive zum Verhältnis biologische Vielfalt und Klimawandel
BfN-Forschungsoffensive zum Verhältnis biologische Vielfalt und Klimawandel Statutskonferenz präsentiert erste Ergebnisse aus 20 neuen Forschungsvorhaben
Quelle: (idw) Bundesamt für Naturschutz
Der bereits eingesetzte Klimawandel wird erhebliche Auswirkungen auf die
biologische Vielfalt haben. Das Verhältnis von biologischer Vielfalt und
Klimawandel stellt daher eines der wesentlichen Forschungsfelder des Bundesamtes
für Naturschutz (BfN) dar. Zurzeit betreut das BfN aktuell über 20
Forschungsvorhaben im Bereich "Biologische Vielfalt und Klimawandel". Die an
diesen Projekten beteiligten Institutionen untereinander zu vernetzen und den
Erfahrungsaustausch untereinander zu fördern war das Ziel einer Statuskonferenz,
die vom 02. bis 04. Februar am BfN stattfand. Mehr als 70 Teilnehmerinnen und
Teilnehmer aus ca. 30 Einrichtungen der Wissenschaft, Verwaltung und Politik
konnten sich dabei einen Überblick über die in den verschiedenen Arbeitsgruppen
vorhandene Fachkompetenz und die Inhalte der Vorhaben verschaffen sowie ihre
Ansätze im Kreis von Experten diskutieren. "Die Erforschung der Auswirkungen des
Klimawandels auf die Biodiversität ist als eine interdisziplinäre Aufgabe zu
verstehen. Es geht dabei nicht nur um naturwissenschaftliche Aspekte, sondern es
sind etwa auch sozioökonomische Gesichtspunkte sowie vor allem die Frage nach
den zugrunde liegenden Wertvorstellungen mit einzubeziehen", sagte
BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel zur Einführung in die Tagung. Eine den
komplexen Problemlagen angemessene Forschung, die mit Blick auf die
gesellschaftlichen Handlungserfordernisse natur- und
gesellschaftswissenschaftliche Aspekte integriert, stehe aber noch am Anfang.
Diese Lücke will das BfN schließen helfen.
Ein nach wie vor wichtiger
Bestandteil der neuen Forschungsoffensive sind grundlagenorientierte Projekte zu
den Auswirkungen des Klimawandels auf Natur und Landschaft z.B. auf
Verbreitungsänderungen von Vogel- und Pflanzenarten oder zu neuen Anforderungen
im Meeresnaturschutz. Andere Forschungsvorhaben untersuchen die Synergien und
Konflikte, die sich zwischen den drei Handlungsfeldern Naturschutz, Klimaschutz
und Anpassung an den Klimawandel ergeben können und erarbeiten Lösungsansätze.
Bereiche, die hierbei vertieft untersucht werden sind u. a. die verstärkte
Nutzung von Bioenergie und Wasserkraft, aber auch die Folgen des Klimawandels
für Waldbewirtschaftung und Hochwasserschutz sowie die Nutzung von
Bundeswasserstraßen. Einige der Vorhaben schlagen dabei die Brücke zur Ökonomie
und untersuchen anhand von Kosten-Nutzen-Analysen unter anderem den in
Geldbeträgen ausgedrückten Wert des Beitrags des Naturschutzes zu Klimaschutz
und Anpassung an den Klimawandel. Weitere Forschungsprojekte konzentrieren
sich auf die Weiterentwicklung von Steuerungsinstrumenten und
umsetzungsorientierten Ansätzen. So unterstützt ein Vorhaben die Entwicklung von
Biosphärenreservaten zu Modellregionen für ein integriertes Energie-,
Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept. Absicht aller Beteiligten ist es,
ihre laufenden Forschungen so zu vernetzen, dass fachübergreifend zuverlässigere
Szenarien für die klimabedingten Veränderungen der Ökosysteme entwickelt werden
können. Politikern und Planern sollen damit frühzeitig Handlungsoptionen zur
Verfügung gestellt werden, um wirksamer auf die ökologischen, wirtschaftlichen
und sozialen Folgen des Klimawandels reagieren zu können.