Europäische Haferdatenbank für eine nachhaltig gesunde Ernährung
Europäische Arbeitstagung am Julius Kühn-Institut in Quedlinburg stellt erste Ergebnisse des EU-Projekts AVEQ vor. Das Projekt beschäftigt sich mit den genetischen Ressourcen des Hafers im Hinblick auf Qualitätsmerkmale bei der Speisehafer-Erzeugung.
Quelle: (idw) Julius Kühn-Institut
Hafer (Avena sativa) ist ernährungsphysiologisch betrachtet unser wertvollstes
Getreide. Er hat einen hohen Proteingehalt (bis zu 24 %) und ist reich an
Mineral- und Ballaststoffen. Bis 2011 sollen in dem EU-Projekt AVEQ 600
Genbankmuster und Sorten genauer untersucht werden. An dem Projekt, das vom Julius Kühn-Institut (JKI) koordiniert wird,
beteiligen sich neun Länder aus allen Teilen Europas. Bei der vom 2. - 4. März 2009 am JKI-Stammsitz in Quedlinburg stattfindenden zweiten
Projekttagung werden erste Ergebnisse und das weitere Vorgehen
diskutiert.
In Genbanken lagern viele alte und neuere Sorten des
Kulturhafers sowie verschiedene Wildhaferarten. "Sie sind unsere Schatzkiste,
wenn es gilt, durch Züchtung die Anbau- und Qualitätseigenschaften moderner
Hafersorten zu verbessern", so Dr. Christoph Germeier vom Julius Kühn-Institut.
Allerdings sind die Qualitätseigenschaften der Sorten meist nicht bekannt. Das
AVEQ-Projekt soll Licht ins Dunkel bringen. Es wird von der Europäischen Union,
den Firmen Kölln Flocken (Deutschland), Emco, spol. s r.o. (Tschechische
Republik) sowie von der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen
Pflanzenzüchtung e. V. (GFP) gefördert. In den neun beteiligten Ländern Europas
werden 600 Haferformen (Wildformen, Landsorten, alte und moderne Zuchtsorten)
angebaut und auf ihre Qualitätsmerkmale analysiert. Dabei wird auch untersucht,
wie stark die einzelnen Formen mit Schimmelpilzen (Fusarien) oder Mykotoxinen
verunreinigt sind. Alle Ergebnisse des Projekts fließen in eine bereits
etablierte europäische Haferdatenbank ein. "Wir am JKI, dem
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, betreuen die Haferdatenbank. Mit
den Daten des Projektes wird diese erheblich vergrößert. Sämtliche derzeitigen
und zukünftigen Daten stehen Züchtern, aber auch der interessierten
Öffentlichkeit online zur Verfügung", so der
JKI-Forscher.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner: Dr. Christoph
Germeier Institut für Züchtungsforschung and landwirtschaftlichen Kulturen
des JKI Erwin-Baur-Str. 27, 06484 Quedlinburg Tel.:
03946-47-702 christoph.germeier@jki.bund.de