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06.04.2009

Rachel: "Wir bauen die grüne Chemie-Fabrik der Zukunft"

Moderne Bioraffinerie im ostdeutschen Chemiedreieck wird mit 50 Millionen Euro gefördert / BMBF unterstützt Forschungszentrum in Leuna

Quelle: BMBF
In Leuna in Sachsen-Anhalt soll ein modernes Bioraffinerie-Forschungszentrum entstehen. Das Forschungszentrum soll alle Teile verschiedenster Pflanzen - insbesondere von solchen, die nicht in der Nahrungskette gebraucht werden - für die Produktion von Chemikalien, Kraftstoffen, Strom und Wärme nutzen. Dadurch werden neue Wege für den Klimaschutz und die Ressourceneffizienz eröffnet. "Wir bauen die grüne Chemie-Fabrik der Zukunft. Damit katalysieren wir auch den Strukturwandel im ostdeutschen Chemiedreieck von einer erdöl- zu einer bio-basierten Industrie. Denn eines ist klar: Wir müssen weg vom Öl", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Thomas Rachel am Freitag. Das BMBF will den Aufbau mit zehn Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket unterstützen. Durch die regionale Nähe von Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft sollen die hervorragenden Standortbedingungen im Chemiedreieck Halle-Bitterfeld-Leipzig genutzt werden.

Das BMBF will das Bioraffinerie-Forschungszentrum für die industrielle Nutzung von Biomasse zusammen mit der Landesregierung Sachsen-Anhalt, dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und dem Bundesministerium für Umwelt (BMU) mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 50 Millionen Euro aufbauen. Der Name der Anlage: Chemisch-Biotechnologisches Prozessentwicklungszentrum (CBP) Leuna. Neben den zehn Millionen aus dem Konjunkturpaket sollen vom BMBF weitere zwei Millionen Euro Projektfördergelder sowie erhebliche Mittel aus der Grundfinanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft für den Bau und die Erstausstattung in das Forschungszentrum fließen.

Unter wissenschaftlicher Leitung der Fraunhofer-Gesellschaft sollen in Leuna durch Forschung die Grundlagen geschaffen werden, um Biomasse möglichst effizient und abfallfrei für die Chemie-Industrie zu nutzen. Rachel hob die Bedeutung des Forschungszentrums für die beispielhafte Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft hervor: "Im Sinne der Hightech-Strategie der Bundesregierung bringen wir Innovationspolitik mit Umwelt- und Klimaschutz zusammen und machen Deutschland damit fit für die Zukunft." Bioraffinerien spielen für Klimaschutz und Ressourceneffizienz eine Schlüsselrolle, da hier energieintensive Chemieprozesse mit hohen Treibhausgas-Emissionen durch umweltschonende biotechnologische Verfahren ersetzt werden.

Aktuell beträgt der Anteil der Biomasse in der Chemischen Industrie etwa zehn Prozent. Rund 90 Prozent der chemischen Rohstoffbasis kommt aus den fossilen Rohstoffen Erdöl und Erdgas. Deutschland ist in großem Umfang abhängig von Importen: Beim Mineralöl zu 97 Prozent, beim Erdgas zu 83 Prozent und bei der Steinkohle zu 61 Prozent. Die Nutzung von Biomasse kann einen wesentlichen Beitrag für die Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen und Energieträgern leisten. Mit einer Bioraffinerie sollen darüber hinaus mögliche Nutzungskonkurrenzen zwischen Nahrungsmittelproduktion und der stofflich-industriellen beziehungsweise. energetischen Verwertung von Biomasse abgefedert werden.

Weitere Informationen:

Herrn Dr. Straub
Projektträger Jülich
Geschäftsbereich Biotechnologie
52425 Jülich
Tel.: 02461-61-4460; Fax: 02461-61-2730

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