Das BMBF will das Bioraffinerie-Forschungszentrum für die industrielle Nutzung von Biomasse zusammen mit der Landesregierung Sachsen-Anhalt, dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und dem Bundesministerium für Umwelt (BMU) mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 50 Millionen Euro aufbauen. Der Name der Anlage: Chemisch-Biotechnologisches Prozessentwicklungszentrum (CBP) Leuna. Neben den zehn Millionen aus dem Konjunkturpaket sollen vom BMBF weitere zwei Millionen Euro Projektfördergelder sowie erhebliche Mittel aus der Grundfinanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft für den Bau und die Erstausstattung in das Forschungszentrum fließen.
Unter wissenschaftlicher Leitung der Fraunhofer-Gesellschaft sollen in Leuna durch Forschung die Grundlagen geschaffen werden, um Biomasse möglichst effizient und abfallfrei für die Chemie-Industrie zu nutzen. Rachel hob die Bedeutung des Forschungszentrums für die beispielhafte Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft hervor: "Im Sinne der Hightech-Strategie der Bundesregierung bringen wir Innovationspolitik mit Umwelt- und Klimaschutz zusammen und machen Deutschland damit fit für die Zukunft." Bioraffinerien spielen für Klimaschutz und Ressourceneffizienz eine Schlüsselrolle, da hier energieintensive Chemieprozesse mit hohen Treibhausgas-Emissionen durch umweltschonende biotechnologische Verfahren ersetzt werden.
Aktuell beträgt der Anteil der Biomasse in der Chemischen Industrie etwa zehn
Prozent. Rund 90 Prozent der chemischen Rohstoffbasis kommt aus den fossilen
Rohstoffen Erdöl und Erdgas. Deutschland ist in großem Umfang abhängig von
Importen: Beim Mineralöl zu 97 Prozent, beim Erdgas zu 83 Prozent und bei der
Steinkohle zu 61 Prozent. Die Nutzung von Biomasse kann einen wesentlichen
Beitrag für die Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen und Energieträgern
leisten. Mit einer Bioraffinerie sollen darüber hinaus mögliche
Nutzungskonkurrenzen zwischen Nahrungsmittelproduktion und der
stofflich-industriellen beziehungsweise. energetischen Verwertung von Biomasse
abgefedert werden.
Weitere Informationen:
Herrn Dr. Straub
Projektträger Jülich
Geschäftsbereich
Biotechnologie
52425 Jülich
Tel.: 02461-61-4460; Fax:
02461-61-2730
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