TU Bergakademie Freiberg will Lithium-Batterien größer und sicherer machen
Die TU Bergakademie Freiberg hat am 5. Mai 2009 die "Lithium-Initiative Freiberg" gestartet. Wissenschaftler von fünf Fakultäten forschen in der Initiative mit Partnern aus der Industrie an neuen Lithium-Ionen-Technologien. Gemeinsam wollen die Experten unter anderem größere und vor allem sicherere Lithium-Ionenbatterien für Autos entwickeln. Auch die Frage, wie der steigende Lithium-Bedarf der Industrie gedeckt werden kann, wird Thema sein.
Quelle: (idw) Technische Universität Bergakademie Freiberg
"Mit der Lithium-Initative wird an der TU Bergakademie ein wissenschaftliches
Lithium-Kompetenz-Zentrum entstehen, das hilft, Sachsen zu einem führenden
Standort der Lithium-Technologie zu machen", erklärt Prof. Voigt, Professor für
Anorganische Chemie an der TU Bergakademie Freiberg und Initiator der
Lithium-Initiative. Partner der Initiative sind das Geokompetenz-Zentrum
Freiberg e.V., die Bundesanstalt für Geologie und Rohstoffe Hannover (BGR), die
Autonome Universität in Potosi (Bolivien), aber auch Firmen in Sachsen und
Thüringen, wie LiTEC-EVONIK Kamenz, K-UTEC Salt Technologies AG Sondershausen
und ERCOSPLAN Erfurt.
Die Lithium-Forschung hat sich bereits als fester
Bestandteil der Werkstoffforschung an der TU Bergakademie Freiberg etabliert. So
richtet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) derzeit an der Freiberger
Universität ein Schwerpunktprogramm ein. In dem Programm werden Wissenschaftler
aus ganz Deutschland an Werkstoffen für die nächste Generation der
Lithium-Ionenbatterien entwickeln. Der Freiberger Universität stehen dafür von
der DFG fünf Jahre lang über acht Millionen Euro zur Verfügung.
"Lithium
wird zu einem strategischen Energie-Rohstoff", ist sich Prof. Voigt sicher.
Lithium ist zwar als Rohstoff über die ganze Welt verteilt, aber immer nur in
geringen Konzentrationen vorhanden. Zudem ist bisher viel Energie und Aufwand
notwendig, es zu gewinnen. Die Nachfrage nach dem Leichtmetall wird jedoch in
den nächsten Jahren enorm steigen, vor allem durch seinen Einsatz in
Lithium-Ionen-Batterien in Hybrid-Fahrzeugen. So will Mitsubishi im nächsten
Jahr in Großserie gehen, andere Firmen haben ähnliche Pläne. Schon geht die
Befürchtung um, das weltweit verfügbare Lithium könnte nicht
reichen.
Lithium wird gegenwärtig zu mehr als 75% aus den Restlösungen
ausgetrockneter Salzseen im Hochgebirge Südamerikas, den so genannten Salaren,
gewonnen. Hauptroduzenten sind Chile und Argentinien. Die größten Reserven
liegen aber im Salar de Uyuni in Bolivien und wurden noch nicht angetastet. Die
TU Bergakademie Freiberg hat mit der dort ansässigen Universität in Potosi ein
gemeinsames Forschungsprogramm gestartet, um für diesen Salar effektive Methoden
der Gewinnung von Lithiumsalz zu entwickeln. Hierbei wirken Chemiker,
Verfahrenstechniker, Geologen und Mineralogen zusammen. Die TU Bergakademie hat
hier die besondere Möglichkeit, neue Gewinnungsverfahren, zum Beispiel die
solare Eindampfung mit selektiver Kristallisation der Salze, direkt im Salar zu
erproben und zu optimieren.
Aber auch die einheimischen Ressourcen in
Sachsen wird die "Lithium-Iniative Freiberg" in den Blick nehmen. Das Erzgebirge
gehört zu den wenigen Regionen in Europa, in denen Minerale mit erhöhten
Lithiumgehalten vorkommen. Schließlich erhielt ja das Lithium-Mineral Zinnwaldit
den Namen nach dem Fundort im Erzgebirge. Die Lithium-Initiative macht es sich
auch zur Aufgabe, diese und andere einheimische Rohstoffe auf ihre Nutzbarkeit
zur Lithiumgewinnung unter modernen wissenschaftlich-technischen
Rahmenbedingungen neu zu bewerten bzw. neue Verfahren für ihre Gewinnung zu
entwickeln.
Weitere Informationen:
Kontakt: Prof. Wolfgang Voigt TU Bergakademie
Freiberg Institut für Anorganische Chemie Leipziger Strasse 29 09596
Freiberg Tel.03731-39-4338 Wolfgang.Voigt@chemie.tu-freiberg.de