Umwelt-Kernindikatoren ab sofort aktualisiert im Internet. Wie entwickelt sich der Umweltschutz in Deutschland? Das gerade aktualisierte Umwelt-Kernindikatorensystem (KIS) des Umweltbundesamtes (UBA) gibt Antwort darauf. Mehr als 50 Indikatoren beschreiben den Zustand der Umwelt und zeigen, wo die Umweltpolitik erfolgreich und wo noch mehr zu tun ist: Gute Noten erhält Deutschland für das Jahr 2008 beim Klimaschutz und beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Zudem ist die Energie- und Ressourcenproduktivität gestiegen. "Auf diesen Erfolgen dürfen wir uns aber nicht ausruhen", sagt UBA-Vizepräsident Dr. Thomas Holzmann.
Quelle: (idw) Umweltbundesamt (UBA)
So muss Deutschland - trotz der verbesserten Energie- und Rohstoffproduktivität
- den absoluten Energie- und Rohstoffverbrauch weiter senken, der Verkehrssektor
muss nachhaltiger werden und auch bei der Luftreinhaltung sind die Erfolge für
das Erreichen eines hohen Niveaus zum Schutz der Gesundheit und zum Erhalt der
biologischen Vielfalt noch mit weiteren großen Anstrengungen verbunden. Auch bei
der Verringerung der Flächeninanspruchnahme und dem Ausbau des ökologischen
Landbaus hat Deutschland seine Ziele noch nicht erreicht. Hier einige
konkrete Ergebnisse für eine erfreuliche Entwicklung des Umweltschutzes:
-
Die Treibhausgasemissionen gingen von 1990 bis 2008 um 23,3 Prozent zurück. Das
Minderungsziel für Deutschland bis zum Jahr 2012 von 21 Prozent, bezogen auf das
Jahr 1990, ist somit bereits vorfristig erreicht.
- Der Beitrag der
Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zur gesamten Strombereitstellung betrug
2008 rund 14,8 Prozent. Das Ziel für 2010 von 12,5 Prozent ist somit
übertroffen.
- Die Energieproduktivität erhöhte sich von 1990 bis 2008 um
40,7 Prozent. Hier sind weitere Anstrengungen notwendig, um das Ziel der
Verdoppelung im Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 1990 zu erreichen.
- Die
Rohstoffproduktivität stieg zwischen 1994 und 2007 um 35,4 Prozent - bei einem
rückläufigen Materialeinsatz um minus 9,7 Prozent und einem Anstieg des
Bruttoinlandsproduktes um 22,3 Prozent. Die Entwicklung des Indikators ist
positiv, aber das Tempo reicht für das gesetzte Ziel der Verdopplung gegenüber
1994 noch nicht aus.
- Gegenüber 1990 sank der Luftschadstoffindex der
Emissionen bis 2007 um 56 Prozent auf 44 Prozent. Das Ziel der Bundesregierung
liegt bei 30 Prozent bis zum Jahr 2010. Auch hier sind noch weitere Maßnahmen
erforderlich, um das avisierte Ziel zu erreichen.
Besondere Anstrengungen
sind weiterhin in diesen Bereichen erforderlich: - Von 1999 bis 2006 sank
die Transportintensität des Personenverkehrs auf 95,6 Prozent. Die
Transportintensität des Güterverkehrs stieg dagegen auf 114 Prozent. Das Tempo
der Entkoppelung von Personentransportintensität und Wirtschaftsleistung
(Bruttoinlandsprodukt, BIP) ist noch zu gering. Bei der Gütertransportintensität
findet sogar - im Hinblick auf das Ziel - eine gegenläufige Entwicklung
statt.
- 2007 werden in Deutschland 5,1 Prozent der Anbaufläche nach den
Prinzipien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Das 20-Prozent-Ziel der
Bundesregierung ist noch in weiter Ferne.
- Seit 1991 gingen die
Stickstoffüberschüsse auf landwirtschaftlich genutzten Flächen um insgesamt 20
Prozent zurück. Angesichts eines Überschusses von immer noch über 100 Kilogramm
pro Hektar reicht die bisherige Stickstoffeffizienz nicht aus, um das Ziel von
80 Kilogramm pro Hektar bis 2010 zu erreichen.
- Die tägliche
Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ist im Zeitraum von 1992 bis
2007 von 120 Hektar pro Tag auf knapp unter 100 Hektar pro Tag zurückgegangen.
Bis 2020 soll der Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsfläche auf 30 Hektar pro
Tag sinken. Von diesem Ziel der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sind wir noch
weit entfernt.
- Die Artenvielfalt und Landschaftsqualität hat sich in den
vergangenen zehn Jahren kaum verändert und beträgt immer noch 70 Prozent des
Ziels der Bundesregierung für 2015. Das Ziel ist ohne erhebliche zusätzliche
Anstrengungen von Bund, Ländern und Kommunen in möglichst allen Politikfeldern
nicht erreichbar.
Umweltindikatoren sind ein wichtiges Instrument für eine
Erfolgskontrolle der Umweltpolitik. Bei der Sammlung der Daten arbeitet das UBA
eng mit anderen Bundesbehörden zusammen - etwa dem Bundesamt für Naturschutz,
dem Bundesamt für Strahlenschutz sowie dem Statistischen Bundesamt.
Mit der
Aktualisierung des Indikatorensystems gestaltete das UBA gleichzeitig auch den
Internetauftritt der "Daten zur Umwelt - Umweltzustand in Deutschland"
übersichtlicher und nutzerfreundlicher. Neue Funktionen ermöglichen den
Nutzerinnen und Nutzern, Querverweise zu Hintergrundinformationen, zu verwandten
Umweltthemen sowie zu weiterführenden Links und Literaturhinweisen zu erhalten.