Service


21.07.2009

FH Flensburg startet erstes Projekt in der Aquakultur

Nach fast zweijähriger Bauzeit ist die vom Land Schleswig-Holstein geförderte For-schungs- und Entwicklungsanlage der Gesellschaft für Marine Aquakultur mbH in Betrieb gegangen.

Quelle: (idw) Fachhochschule Flensburg
Nach fast zweijähriger Bauzeit ist die vom Land Schleswig-Holstein geförderte Forschungs- und Entwicklungsanlage der Gesellschaft für Marine Aquakultur mbH in Betrieb gegangen. Auf ca. 700 m² Hallenfläche wurden verschiedene Haltungssysteme unterschiedlicher Größe errichtet, die zur Simulation praktischer Szenarien höchst flexibel eingesetzt werden können. Im Mittelpunkt stehen drei Kreislaufsysteme im Technikumsmaßstab. Die Kapazitäten ermöglichen den Einsatz von verschiedenen mechanischen und biologischen Reinigungssystemen wie Sedimenter, Trommelfilter, Abschäumer, Moving-Bed Biofilter, Tropfkörper oder Festbettfilter. In jedem Kreislaufsystem kann zudem ein breites Temperaturspektrum genutzt werden, so dass Arbeiten an einheimischen Plattfischen bis hin zu tropischen Rundfischen möglich sind.

Die GMA stellt öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen nicht nur modernste Anlagen zur Verfügung, sondern wird auch selbst Forschung betreiben. "Es gilt, interdisziplinär zu arbeiten", so GMA-Geschäftsführer Dr. Guido Austen. Fächerübergreifende Kooperationen mit der Fachhochschule Flensburg, der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Uni Kiel oder dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR sollen den jungen Forschungs- und Wirtschaftszweig im Land zwischen den Meeren voran bringen.

Die Fachhochschule Flensburg ist bis zum Jahr 2011 mit zwei Projekten zum Thema Wasseraufbereitungstechnologien in der Aquakulturanlage vertreten. Sowohl die Funktion als auch die Wirtschaftlichkeit von Anlagen, die nach dem Kreislaufprinzip mit nachhaltiger Mariner Aquakulturtechnologie betrieben werden, hängen wesentlich davon ab, wie das Kreislaufwasser behandelt und aufbereitet wird. Dies gilt grundsätzlich für die intensive Kultivierung sowohl von Fisch als auch von Krustentieren, Muscheln, Algen oder Mikroorganismen. Die auf das Gesamtsystem ausgerichtete und optimierte Behandlung und Aufbereitung des Kreislaufwassers ist damit der Schlüssel für die Entwicklung einer international konkurrenzfähigen Technologie.

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Teifke und Dipl.-Ing. (FH) Stefanie Beth betreuen das Teilprojekt 1-Abschäumer. "Im Rahmen dieses Teilprojekts sollen sinnvolle systematische ingenieurwissenschaftliche Untersuchungen und Weiterentwicklungen dieses für die Marine Aquakultur wichtigen Apparates durchgeführt werden", so Prof. Teifke. "In unterschiedlichen Versuchen sollen zum Einen die Stoffbilanzen eines Abschäumers ermittelt werden und zum Anderen unterschiedliche Abschäumer-Fabrikate hinsichtlich ihrer Leistung getestet wer-den", so Dipl.-Ing. Beth.

Das zweite Teilprojekt wird von Prof. Dr.-Ing. Claus Werninger betreut. Hierbei steht die Physikalisch-Chemische Aufbereitung des Kreislaufwassers im Vordergrund. "Chemische und physikalische Methoden zur Reduktion von Abwassermengen, wie z.B. Fäll- und Flockungsmittel oder Fliehkraftsedimentation sind aus der Klärtechnik bekannt. Sie sind jedoch in ihrem Erfolg und in ihrer Auswirkung auf geschlossene Wasserkreisläufe mit lebenden Organismen in Salzwassermilieu noch nicht ausreichend untersucht worden", so Prof. Werninger.
Gefördert werden beide Teilprojekte durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und durch Landesmittel aus dem Programm Forschung, Entwicklung und Technologietransfer (FET).
 
Weitere Informationen:

Newsletter


Registrieren Sie sich für unseren aktuellen FONA-Newsletter!
Newsletter abonnieren
(URL: https://www.fona.de/de/newsletter.php)