FH Flensburg startet erstes Projekt in der Aquakultur
Nach fast zweijähriger Bauzeit ist die vom Land Schleswig-Holstein geförderte For-schungs- und Entwicklungsanlage der Gesellschaft für Marine Aquakultur mbH in Betrieb gegangen.
Quelle: (idw) Fachhochschule Flensburg
Nach fast zweijähriger Bauzeit ist die vom Land Schleswig-Holstein geförderte
Forschungs- und Entwicklungsanlage der Gesellschaft für Marine Aquakultur mbH in
Betrieb gegangen. Auf ca. 700 m² Hallenfläche wurden verschiedene
Haltungssysteme unterschiedlicher Größe errichtet, die zur Simulation
praktischer Szenarien höchst flexibel eingesetzt werden können. Im Mittelpunkt
stehen drei Kreislaufsysteme im Technikumsmaßstab. Die Kapazitäten ermöglichen
den Einsatz von verschiedenen mechanischen und biologischen Reinigungssystemen
wie Sedimenter, Trommelfilter, Abschäumer, Moving-Bed Biofilter, Tropfkörper
oder Festbettfilter. In jedem Kreislaufsystem kann zudem ein breites
Temperaturspektrum genutzt werden, so dass Arbeiten an einheimischen
Plattfischen bis hin zu tropischen Rundfischen möglich sind.
Die GMA
stellt öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen nicht nur modernste Anlagen
zur Verfügung, sondern wird auch selbst Forschung betreiben. "Es gilt,
interdisziplinär zu arbeiten", so GMA-Geschäftsführer Dr. Guido Austen.
Fächerübergreifende Kooperationen mit der Fachhochschule Flensburg, der Agrar-
und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Uni Kiel oder dem Leibniz-Institut
für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR sollen den jungen Forschungs- und
Wirtschaftszweig im Land zwischen den Meeren voran bringen.
Die
Fachhochschule Flensburg ist bis zum Jahr 2011 mit zwei Projekten zum Thema
Wasseraufbereitungstechnologien in der Aquakulturanlage vertreten. Sowohl die
Funktion als auch die Wirtschaftlichkeit von Anlagen, die nach dem
Kreislaufprinzip mit nachhaltiger Mariner Aquakulturtechnologie betrieben
werden, hängen wesentlich davon ab, wie das Kreislaufwasser behandelt und
aufbereitet wird. Dies gilt grundsätzlich für die intensive Kultivierung sowohl
von Fisch als auch von Krustentieren, Muscheln, Algen oder Mikroorganismen. Die
auf das Gesamtsystem ausgerichtete und optimierte Behandlung und Aufbereitung
des Kreislaufwassers ist damit der Schlüssel für die Entwicklung einer
international konkurrenzfähigen Technologie.
Prof. Dr.-Ing. Jürgen
Teifke und Dipl.-Ing. (FH) Stefanie Beth betreuen das Teilprojekt 1-Abschäumer.
"Im Rahmen dieses Teilprojekts sollen sinnvolle systematische
ingenieurwissenschaftliche Untersuchungen und Weiterentwicklungen dieses für die
Marine Aquakultur wichtigen Apparates durchgeführt werden", so Prof. Teifke. "In
unterschiedlichen Versuchen sollen zum Einen die Stoffbilanzen eines Abschäumers
ermittelt werden und zum Anderen unterschiedliche Abschäumer-Fabrikate
hinsichtlich ihrer Leistung getestet wer-den", so Dipl.-Ing. Beth.
Das
zweite Teilprojekt wird von Prof. Dr.-Ing. Claus Werninger betreut. Hierbei
steht die Physikalisch-Chemische Aufbereitung des Kreislaufwassers im
Vordergrund. "Chemische und physikalische Methoden zur Reduktion von
Abwassermengen, wie z.B. Fäll- und Flockungsmittel oder Fliehkraftsedimentation
sind aus der Klärtechnik bekannt. Sie sind jedoch in ihrem Erfolg und in ihrer
Auswirkung auf geschlossene Wasserkreisläufe mit lebenden Organismen in
Salzwassermilieu noch nicht ausreichend untersucht worden", so Prof. Werninger.
Gefördert werden beide Teilprojekte durch Mittel aus dem Europäischen Fonds
für regionale Entwicklung (EFRE) und durch Landesmittel aus dem Programm
Forschung, Entwicklung und Technologietransfer (FET).