10.08.2009

Werkzeug für Erdwärmeplaner - 10 Jahre Thermal Response Test in Deutschland

Wenn heutzutage größere Gebäude errichtet werden sollen, fällt immer häufiger die Entscheidung für die Erdwärme. Jedenfalls wenn es um das Heizen und Kühlen des Komplexes geht. Die Gründe sind simpel: Erdwärmeanlagen sind anderen Optionen wirtschaftlich häufig überlegen, langlebig, auch langfristig weitgehend preisstabil, und sie benötigen wenig Wartung. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit und Effizienz von Erdwärmesondensystemen ist eine präzise Auslegung des Sondenfeldes. Dafür muss das Planungsbüro die thermischen Eigenschaften des Untergrunds genau kennen. Vor rund einem Jahrzehnt wurde in internationaler Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und der Industrie mit dem Thermal Response Tests ein Instrument entwickelt, dass dafür die notwendigen Daten liefert.

Quelle: (idw) Geothermische Vereinigung e.V. - Bundesverband Geothermie
Bei kleinen Anlagen, etwa zur Wärmeversorgung eines Einfamilienhauses, werden die Werte meistens geschätzt. Daher müssen bei der Auslegung entsprechende Sicherheiten berücksichtigt werden. Bei größeren Bauprojekten führte diese Methode zu einem höheren, die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigenden Investitionsaufwand. Dem kann man mit dem Einsatz eines Thermal Response Tests aus dem Wege gehen. Dieser liefert über eine vollständig ausgebaute, mit einer Erdwärmesonde versehenen Probebohrung, Daten über die Wärmeleitfähigkeit des Untergrunds. Die Datensammlung erfolgt mit einer mobilen Messeinheit über die gesamte Bohrlochlänge. Sogar die Verfüllung wird so in das Messprogramm einbezogen.

Mit dem Test erhält der Planer die notwendigen Daten, um Verteilung, Abstand und Tiefe der Erdwärmesonden auf dem Grundstück festlegen zu können. "Sicherheitszuschläge", die sich in zusätzlichen, teuren Bohrmetern ausdrücken, können entfallen.

Seit zehn Jahren wird dieses Verfahren nun erfolgreich in Deutschland eingesetzt, ist seitdem ständig weiterentwickelt und zu einem Standard-Planungsinstrument geworden. In einem mit Schlüsselexperten exzellent besetzten, vom GtV Bundesverband Geothermie (GtV-BV) unter Mitwirkung des Bundesverbandes Wärmepumpen (BWP) veranstaltetem Symposium, wird am 16.09.09 in der Universität Göttingen Bilanz gezogen, werden Verfahren und Trends vorgestellt und diskutiert.

Weitere Informationen:

http://www.geothermie.de

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