Wenn heutzutage größere Gebäude errichtet werden sollen, fällt immer häufiger die Entscheidung für die Erdwärme. Jedenfalls wenn es um das Heizen und Kühlen des Komplexes geht. Die Gründe sind simpel: Erdwärmeanlagen sind anderen Optionen wirtschaftlich häufig überlegen, langlebig, auch langfristig weitgehend preisstabil, und sie benötigen wenig Wartung. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit und Effizienz von Erdwärmesondensystemen ist eine präzise Auslegung des Sondenfeldes. Dafür muss das Planungsbüro die thermischen Eigenschaften des Untergrunds genau kennen. Vor rund einem Jahrzehnt wurde in internationaler Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und der Industrie mit dem Thermal Response Tests ein Instrument entwickelt, dass dafür die notwendigen Daten liefert.
Bei kleinen Anlagen, etwa zur Wärmeversorgung eines Einfamilienhauses, werden
die Werte meistens geschätzt. Daher müssen bei der Auslegung entsprechende
Sicherheiten berücksichtigt werden. Bei größeren Bauprojekten führte diese
Methode zu einem höheren, die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigenden
Investitionsaufwand. Dem kann man mit dem Einsatz eines Thermal Response Tests
aus dem Wege gehen. Dieser liefert über eine vollständig ausgebaute, mit einer
Erdwärmesonde versehenen Probebohrung, Daten über die Wärmeleitfähigkeit des
Untergrunds. Die Datensammlung erfolgt mit einer mobilen Messeinheit über die
gesamte Bohrlochlänge. Sogar die Verfüllung wird so in das Messprogramm
einbezogen.
Mit dem Test erhält der Planer die notwendigen Daten, um
Verteilung, Abstand und Tiefe der Erdwärmesonden auf dem Grundstück festlegen zu
können. "Sicherheitszuschläge", die sich in zusätzlichen, teuren Bohrmetern
ausdrücken, können entfallen.
Seit zehn Jahren wird dieses Verfahren nun
erfolgreich in Deutschland eingesetzt, ist seitdem ständig weiterentwickelt und
zu einem Standard-Planungsinstrument geworden. In einem mit Schlüsselexperten
exzellent besetzten, vom GtV Bundesverband Geothermie (GtV-BV) unter Mitwirkung
des Bundesverbandes Wärmepumpen (BWP) veranstaltetem Symposium, wird am 16.09.09
in der Universität Göttingen Bilanz gezogen, werden Verfahren und Trends
vorgestellt und diskutiert.
Weitere Informationen:http://www.geothermie.de