12.10.2009
Deutsche Wälder tragen zum Klimaschutz bei
Die Inventurstudie 2008 des von Thünen-Instituts (vTI) ergibt eine hohe CO2-Speicherleistung in der Biomasse und im Totholz
Quelle: (idw) Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und FischereiAuf einer Pressekonferenz am 9. Oktober 2009 in Frankfurt/Main haben das Johann
Heinrich von Thünen-Institut (vTI) und das Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gemeinsam mit der
Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher und dem Deutschen Forstwirtschaftsrat die
Ergebnisse der aktuellen Inventurstudie der deutschen Wälder vorgestellt.
Die Planung und Leitung oblag ebenso wie die Durchführung der
Feldaufnahmen dem vTI-Institut für Waldökologie und Waldinventuren. Die
Inventurstudie wurde initiiert, um eine Aussage über die Speicherung von CO2 in
deutschen Wäldern als Klimaschutzmaßnahme im Rahmen des Kyoto-Protokolls zu
treffen. Diese Speicherleistung muss dem Klima-Sekretariat der Vereinten
Nationen (UN) für die erste Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012 berichtet
werden. Die Aufnahmen erfolgten auf einem Teil der Stichprobenpunkte der
Bundeswaldinventur, die letztmals 2002 durchgeführt wurde.
Die Auswertung
ergab eine Speicherung von 120 Tonnen Kohlenstoff je Hektar. Zusätzlich waren im
Totholz 3,25 Tonnen je Hektar gebunden. Bilanziert man die
Kohlenstoffspeicherleistung der Deutschen Wälder für den Zeitraum 2002 bis 2008,
dann beträgt die Gesamtsenkenwirkung 4,7 Mio. Tonnen Kohlenstoff pro Jahr. Das
heißt, die Wälder nahmen diese Menge an Kohlenstoff jedes Jahr auf und
speicherten sie als Biomasse.
Neben den Erkenntnissen zur
Kohlenstoffspeicherung haben die Daten auch vielfältige Informationen zur
Entwicklung der großräumigen Waldverhältnisse geliefert, die wichtige
Entscheidungshilfen für die Politik sowie für die Forst- und Holzwirtschaft
sind.
Für die jetzige Inventurstudie wurden 6.711 Probepunkte (sog.
Trakt-Ecken) aufgenommen. Als Datenbasis für die Auswertungen wurden dabei
48.070 Probebäume mit einem Durchmesser über 7 cm, 29.818 Bäume unter 7 cm und
25.407 Stück Totholz erfasst. Die Inventurstudie war trotz kurzer
Vorbereitungszeit möglich, weil das Stichprobennetz, das Aufnahmedesign sowie
Datenbanken und Software der Bundeswaldinventur genutzt werden
konnten.
Die nun abgeschlossenen Arbeiten haben wichtige Erkenntnisse zur
Rolle der Wälder im Klimaschutz und über deren Leistunsfähigkeit zur
nachhaltigen Bereitstellung von Rohholz erbracht. Daneben konnten wertvolle
Erfahrungen für die nächste Bundeswaldinventur gesammelt werden, die in der
dritten Auflage (BWI³) im Jahre 2012 Daten für das Endjahr der
Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls liefern wird.
Weitere Informationen:http://www.vti.bund.de/de/aktuelles/presse/091009_Wald.htm