Die Deutschen sind lange nicht so klimabewusst, wie sie selbst gerne glauben. Dies ist das Ergebnis eines Vergleichs der 27 EU-Länder, der von der Arbeitsgruppe Methoden und Evaluation der Philipps-Universität Marburg (Leitung Prof. Dr. Udo Kuckartz) vorgenommen wurde. Die Forscher haben die neuesten von der Europäischen Kommission erhobenen Daten (Eurobarometer-Studien) intensiv ausgewertet und auf der neuen Webseite www.klimabewusstsein.de zusammengestellt.
Quelle: (idw) Philipps-Universität Marburg
Die Deutschen sind lange nicht so klimabewusst, wie sie
selbst gerne glauben. Ein Vergleich mit den anderen Ländern der EU zeigt, dass
Deutschland in punkto Einstellungen tatsächlich in der europäischen
Spitzengruppe liegt, aber in punkto Handeln sieht es weit weniger positiv aus.
Besonders bemerkenswert: Eine gewisse Selbstzufriedenheit hat sich in
Deutschland breit gemacht. Nirgendwo (außer in Irland) sind so viele Bürgerinnen
und Bürger der Meinung, dass die Regierung doch schon genug im Kampf gegen den
Klimawandel tue - und diese Stimmung "Wir tun doch schon genug" herrscht auch
hinsichtlich des Beitrags der Zivilgesellschaft vor. Dies ist das Ergebnis eines
Vergleichs der 27 EU-Länder, der von der Arbeitsgruppe Methoden und Evaluation
der Philipps-Universität Marburg (Leitung Prof. Dr. Udo Kuckartz) vorgenommen
wurde. Die Forscher haben die neuesten von der Europäischen Kommission erhobenen
Daten (Eurobarometer-Studien) intensiv ausgewertet und auf der neuen Webseite
www.klimabewusstsein.de zusammengestellt.
Ein weiteres Ergebnis der
Studie ist die Differenz zwischen dem "Wir" und dem "Ich", die bei vielen Fragen
der empirischen Untersuchungen augenscheinlich ist. So ist die große Mehrheit
zwar der Meinung "Wir Bürger müssen mehr für den Klimaschutz tun" oder "Wir
können durch unser Kaufverhalten viel bewegen" doch faktisch tun dies nur
relativ wenige. Offenbar schließt das "WIR" die eigene Person nicht ein. So
trübt sich das positive Bild des Klimabewusstseins der Deutschen, das man bei
der Betrachtung der Einstellungen hat. Alle in der Studie abgefragten
klimarelevanten Verhaltensweisen werden in Deutschland zwar etwas häufiger
praktiziert als im europäischen Durchschnitt, doch belegen die Deutschen in
keinem einzigen Fall den Spitzenplatz. Dennoch ist man mit sich zufrieden, denn
in kaum einem anderen Land sind so viele der Meinung, dass der Bürger doch schon
genug tue. Faktisch handeln viel zu wenige und das auch nur auf mehr oder
weniger symbolische Weise, indem die eine oder andere Handlung gelegentlich
praktiziert wird. Zwischen der allgemein bekundeten Bereitschaft und dem
Routinehandeln im Alltag klafft eine gewaltige Lücke.
In der
Eurobarometerstudie sagen bspw. 75% der Europäer, dass sie umweltfreundliche
Produkte kaufen, aber nur 17% der gleichen Personen haben dies im letzten Monat
tatsächlich getan.