12.01.2010

1,6 Mio Euro für die sozial-ökologische Forschung an der Leuphana

Einen herausragenden Erfolg konnte jetzt eine Gruppe von Nachwuchswissenschaftlern an der Leuphana Universität Lüneburg verbuchen: Ihr Projekt "Politiken der Naturgestaltung" (PoNa) wird in den kommenden vier Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit mehr als 1,6 Mio Euro gefördert.

Quelle: (idw) Leuphana Universität Lüneburg
Das siebenköpfige Team, das gemeinsam von der Umweltwissenschaftlerin Dr. Tanja Mölders und der Politikwissenschaftlerin Daniela Gottschlich geleitet wird, setzt sich in den nächsten vier Jahren mit "Politiken der Naturgestaltung" im Bereich europäischer Agrarpolitik auseinander. Besonderes Augenmerk richten die Wissenschaftlerinnen dabei auf die Situation in Deutschland und Polen. Ziel von PoNa ist es, aus den Forschungsergebnissen Empfehlungen für die Politik abzuleiten und dabei Inhalte, Strukturen und Prozesse zu beschreiben, die für eine nachhaltige Gestaltung der vielfältigen Beziehungen zwischen Gesellschaft und Natur geeignet sind.

Die spezifischen Ausgangspunkte von PoNa sind Probleme, wie sie sich in den beiden Politikfeldern "Ländliche Entwicklung" und "Agro-Gentechnik" zeigen: die so genannte "Strukturschwäche" ländlicher Räume, Lebens- und Futtermittelskandale, Pestizidbelastungen von Böden und Grundwasser, die Stilllegung von Höfen, der Preisverfall landwirtschaftlicher Produkte, der Verlust an Artenvielfalt wie auch die Kontamination gentechnikfreier Landwirtschaft durch gentechnisch veränderte Organismen und die daraus entstehenden Konflikte vor Ort. Solche Phänomene sind für die Wissenschaftlerinnen Beispiele dafür, dass trotz programmatischer Bekenntnisse zum Nachhaltigkeitsgedanken politische Strategien oftmals versagen und teilweise sogar selbst mitverantwortlich sind für sozial-ökologische Krisen.

Bei der Auswahl der Nachwuchsgruppen wurde besonders auf eine gesicherte Verankerung in universitären Strukturen geachtet. An der Leuphana ist das Forschungsvorhaben unmittelbar mit der Wissenschaftsinitiative Nachhaltigkeitsforschung verbunden. Angesiedelt ist es an der Fakultät Umwelt und Technik, Institut für Umweltstrategien, im Fach Umweltplanung, das von Prof. Dr. Sabine Hofmeister vertreten wird. Im Verlauf des Projektes werden zwei Habilitationen und vier Dissertationen entstehen.

PoNa ist eine der insgesamt 12 Nachwuchsgruppen im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung (SÖF) des Bundesbildungsministeriums. Deren Ziel ist es, Strategien zur Lösung gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsprobleme zu entwickeln. Dazu werden natur- und sozialwissenschaftliche Fragen interdisziplinär miteinander verknüpft und in engem Austausch mit der Praxis diskutiert und weiterentwickelt.

Weitere Informationen:

http://www.sozial-oekologische-forschung.org/


Projektbeschreibung (PDF)

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