1,6 Mio Euro für die sozial-ökologische Forschung an der Leuphana
Einen herausragenden Erfolg konnte jetzt eine Gruppe von Nachwuchswissenschaftlern an der Leuphana Universität Lüneburg verbuchen: Ihr Projekt "Politiken der Naturgestaltung" (PoNa) wird in den kommenden vier Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit mehr als 1,6 Mio Euro gefördert.
Quelle: (idw) Leuphana Universität Lüneburg
Das siebenköpfige Team, das gemeinsam von der
Umweltwissenschaftlerin Dr. Tanja Mölders und der Politikwissenschaftlerin
Daniela Gottschlich geleitet wird, setzt sich in den nächsten vier Jahren mit
"Politiken der Naturgestaltung" im Bereich europäischer Agrarpolitik
auseinander. Besonderes Augenmerk richten die Wissenschaftlerinnen dabei auf die
Situation in Deutschland und Polen. Ziel von PoNa ist es, aus den
Forschungsergebnissen Empfehlungen für die Politik abzuleiten und dabei Inhalte,
Strukturen und Prozesse zu beschreiben, die für eine nachhaltige Gestaltung der
vielfältigen Beziehungen zwischen Gesellschaft und Natur geeignet
sind.
Die spezifischen Ausgangspunkte von PoNa sind Probleme, wie sie
sich in den beiden Politikfeldern "Ländliche Entwicklung" und "Agro-Gentechnik"
zeigen: die so genannte "Strukturschwäche" ländlicher Räume, Lebens- und
Futtermittelskandale, Pestizidbelastungen von Böden und Grundwasser, die
Stilllegung von Höfen, der Preisverfall landwirtschaftlicher Produkte, der
Verlust an Artenvielfalt wie auch die Kontamination gentechnikfreier
Landwirtschaft durch gentechnisch veränderte Organismen und die daraus
entstehenden Konflikte vor Ort. Solche Phänomene sind für die
Wissenschaftlerinnen Beispiele dafür, dass trotz programmatischer Bekenntnisse
zum Nachhaltigkeitsgedanken politische Strategien oftmals versagen und teilweise
sogar selbst mitverantwortlich sind für sozial-ökologische Krisen.
Bei
der Auswahl der Nachwuchsgruppen wurde besonders auf eine gesicherte Verankerung
in universitären Strukturen geachtet. An der Leuphana ist das Forschungsvorhaben
unmittelbar mit der Wissenschaftsinitiative Nachhaltigkeitsforschung verbunden.
Angesiedelt ist es an der Fakultät Umwelt und Technik, Institut für
Umweltstrategien, im Fach Umweltplanung, das von Prof. Dr. Sabine Hofmeister
vertreten wird. Im Verlauf des Projektes werden zwei Habilitationen und vier
Dissertationen entstehen.
PoNa ist eine der insgesamt 12 Nachwuchsgruppen
im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung (SÖF) des
Bundesbildungsministeriums. Deren Ziel ist es, Strategien zur Lösung
gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsprobleme zu entwickeln. Dazu werden natur- und
sozialwissenschaftliche Fragen interdisziplinär miteinander verknüpft und in
engem Austausch mit der Praxis diskutiert und weiterentwickelt.