21.01.2010
Elektromobilität: Lithium-Bedarf für Fahrzeugbatterien langfristig gesichert
Für den Einsatz der Fahrzeugbatterien bei der Elektromobilität spielen die weltweiten Lithium-Vorkommen eine wichtige Rolle. Deshalb hat das Fraunhofer ISI in Karlsruhe innerhalb des vom BMBF geförderten Projektes "Systemforschung Elektromobilität" der Fraunhofer-Gesellschaft die voraussichtliche Lithium-Nachfrage untersucht. Ergebnis: Selbst unter sehr zurückhaltenden Annahmen bezüglich der Vorkommen werden die weltweit vorhandenen Lithium-Reserven auch bei hohen Nachfragesteigerungen bis 2050 ausreichen. Die Wissenschaftler empfehlen, effiziente Recyclingprogramme für Lithium aufzusetzen und die Entwicklung neuer Batterietechnologien voranzubringen, um die Rohstoffbasis zu schonen.
Quelle: (idw) Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)Die momentan erwarteten Marktwachstumszahlen für Elektrofahrzeuge werfen immer
wieder die Frage nach der Verfügbarkeit der hierfür notwendigen Rohstoffe auf.
Dabei steht Lithium oft im Zentrum der Diskussion. "Wenn wir von einem Szenario
der Marktdurchdringung ausgehen, bei denen Elektrofahrzeuge bis 2050 weltweit 50
Prozent der Neuzulassungen im motorisierten Individualverkehr erreichen, werden
unter Berücksichtigung der Verwendung von recycelten Material sowie der
Lithium-Nachfrage für andere Anwendungen dann erst rund 20 Prozent der weltweit
vorhandenen Lithium-Ressourcen verbraucht sein", so Prof. Dr. Martin Wietschel,
einer der beiden Projektleiter. Diese Berechnung geht von einer vorsichtigen
Schätzung der Vorkommen aus.
"Die dabei eingesetzte Menge von
Sekundärlithium, das durch Recycling gewonnen wird, deckt bei unseren
Berechnungen circa 25 Prozent des Gesamtbedarfs, was dem Recycling von Lithium
einen hohen Stellenwert gibt", betont sein Kollege Dr. Gerhard Angerer.
Für den Fall, dass das zukünftige Aufkommen der Elektromobile ein
deutlich schnelleres Marktwachstum erreicht, haben die Forscher ein zweites
Szenario mit einem 85-prozentigen Marktanteil von Elektrofahrzeugen bei den
Neuzulassungen analysiert. Auch in diesem Szenario kommt es bis 2050 nicht zu
einer Erschöpfung der Lithium-Ressourcen. Allerdings sind dann die zu heutigen
Lithium-Preisen und Technologien abbaubaren Reserven erschöpft, und es müssen
neue Vorkommen erschlossen werden. Vorsorglich empfehlen die Wissenschaftler
deshalb, frühzeitig ein Recyclingsystem für Lithium aufzubauen sowie langfristig
an der Entwicklung alternativer Batterietypen zu arbeiten, die ohne Lithium
auskommen. Es ist auch in Betracht zu ziehen, dass Lithium nur in wenigen
Ländern vorkommt, von denen einige in politisch instabilen Regionen liegen.
Deshalb sind trotz ausreichender geologischer Vorkommen Versorgungsstörungen
nicht völlig auszuschließen. Hinzu kommt, dass diese Vorkommen häufig in bislang
weitgehend unberührten Ökosystemen, wie Salzseen in Südamerika und China, zu
finden sind.
Die Forscher des Fraunhofer ISI geben auch zu bedenken,
dass Lithium nicht der einzige Rohstoff ist, der für Elektromobile benötigt
wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Versorgungssicherheit weiterer
Rohstoffe für die Elektromobilität zu prüfen. Dazu gehören beispielsweise Kobalt
für Batterien, Kupfer für die Wicklungen in den Elektromotoren, Indium für
Displays und Neodym für den Einsatz bei Magneten in Elektromotoren.
Weitere Informationen:Kontakt:
Dr. Kathrin Schwabe
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