Neue photokatalytische Elektrode für die saubere Wasserstoffproduktion aus Wasser
Quelle: (idw) Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen und Solarenergie
sind die Hoffnungsträger für eine umweltfreundlichere und ressourcenschonendere
Energieversorgung von morgen. Als besonders "sauber" gilt die Kombination von
beidem: die Erzeugung von Wasserstoff durch Spaltung von Wasser mit Hilfe von
Sonnenlicht. Bisherige Ansätze krankten allerdings an hohen Kosten und einer
begrenzten Lebensdauer der katalytischen Systeme. Ein Team um Thomas Nann und
Christopher J. Pickett von der University of East Anglia (Norwich, UK) stellt in
der Zeitschrift Angewandte Chemie jetzt eine effizient arbeitende, robuste
Photoelektrode vor, die nur aus gängigen, preiswerten Materialien aufgebaut ist.
Das neue System besteht aus einer Goldelektrode, die Schicht für Schicht
mit Indiumphosphid (InP)-Nanopartikeln überzogen wird. Anschließend bringen die
Forscher einen Eisen-Schwefel-Komplex [Fe2S2(CO)6] in die Schichtanordnung ein.
In Wasser getaucht und unter Bestrahlung mit Licht und einer relativ geringen
elektrischen Spannung produziert dieses photoelektokatalytische System
Wasserstoff mit einer Effizienz von 60%. "Diese vergleichweise hohe Effizienz
ist ein Durchbruch", sagt Nann.
Folgenden Mechanismus schlagen die
Forscher für die Reaktion vor: Die einfallenden Lichtteilchen werden von den
InP-Nanokristallen eingefangen und regen Elektronen im InP an. Im diesem
angeregten Zustand können die Elektronen auf die Eisen-Schwefel-Komplexe
übertragen werden. In einer katalytischen Reaktion geben die
Eisen-Schwefel-Komplexe die Elektronen weiter an Wasserstoffionen (H+) des
umgebenden Wassers, die dann als Wasserstoff (H2) frei werden. Die Goldelektrode
sorgt indes für den nötigen Nachschub an Elektronen für die InP-Nanokristalle.
Anders als andere aktuelle Ansätze kommt das neue System ohne organische
Moleküle aus, die in angeregte Zustände versetzt werden müssen und dabei nach
und nach degradieren. Dieser Vorgang limitiert die Lebensdauer von Systemen mit
organischen Komponenten. Das neue System ist rein anorganisch und daher
wesentlich langlebiger. "Unser neu entwickeltes photokatalytisches
Elektrodensystem ist robust, effizient, kostengünstig und frei von toxischen
Schwermetallen", so Nann. "Es könnte eine vielversprechende Alternative für die
industrielle Wasserstoffproduktion eröffnen."