11.02.2010
"WIMO" untersucht die Deutsche Bucht - Neuer Forschungsverbund gestartet
Die Nordsee verändert sich.
Quelle: (idw) Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und KulturDie Nordsee verändert sich: Der Klimawandel, die zunehmende Nutzung durch den
Schiffsverkehr und die Offshore-Industrie hinterlassen ihre Spuren im Ökosystem.
Temperaturanstieg, Verschiebungen im Artenspektrum, gefährliche Planktonblüten,
Reduktion der Fischbestände, Veränderungen in der Küstenmorphologie sind die
Folgen, denen in den nächsten Jahren verstärkt zu begegnen ist. Für eine
nachhaltige und schonende Nutzung der Küstengewässer ist es wichtig,
Umweltparameter und ihre Wirkungsbeziehungen zu definieren, sie regelmäßig und
genau zu beobachten. Politik, Wirtschaft und Verbände müssen wissenschaftlich
fundiert beraten werden, die Öffentlichkeit soll zeitnah und fundiert informiert
werden. Diesen Aufgaben wird sich der neue Forschungsverbund "Wissenschaftliche
Monitoringkonzepte für die Deutsche Bucht (WIMO)" in den kommenden Jahren
widmen.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus elf norddeutschen
Einrichtungen sind an dem interdisziplinären Verbund beteiligt. Sie gehen Fragen
nach wie: Welche Folgen hat der Klimawandel speziell in der Deutschen Bucht?
Welche Anforderungen bestehen an ein Monitoringverfahren, das die relevanten
Prozesse umfassend und in der notwendigen Genauigkeit darstellt? Wie werden
dabei gleichzeitig die neuen nationalen und EU-weiten Richtlinien angemessen
berücksichtigt? Welche Synergien und Strategien für neue Formen des Monitorings
ergeben sich daraus?
Um wissenschaftlich fundierte Antworten auf diese
Fragen zu bekommen, haben das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und
Kultur und das Niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz den
Forschungsverbund WIMO gestartet. Der Pilotcharakter dieser gemeinsamen
Forschungsförderung wurde bei der Begutachtung durch die Wissenschaftliche
Kommission Niedersachsen nachdrücklich begrüßt. Insgesamt werden zunächst für
drei Jahre 3,3 Millionen Euro aus Landesmitteln zur Verfügung gestellt.
"Die Bedeutung der Wissenschaft für den Umweltschutz wird damit deutlich
unterstrichen. Vor allem aber soll durch unser gemeinsames Projekt erreicht
werden, dass Wissenschaft und Anwendung eng abgestimmt miteinander arbeiten. So
können beide Seiten voneinander lernen und profitieren - und als Ergebnis
innovative und gleichzeitig umsetzbare Monitoringkonzepte präsentieren", sagte
Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann.
"Meeresschutz ist
ein zentrales Thema meiner Umweltpolitik, dem dient das Projekt WIMO", hob
Minister Sander hervor. "Namhafte Forschungseinrichtungen erkunden auch mit
Praxisbeispielen, wie ein einzigartiges und wertvolles Ökosystem besser erhalten
und geschützt werden kann. So soll eine Sensitivitätskartierung für die
Wasserflächen der Nordsee aufgebaut werden, um die Havarievorsorge darauf
auszurichten. Aber auch der Küstenschutz wird von den Forschungsarbeiten
profitieren, damit Veränderungen im Watt früher erkannt und man schneller darauf
reagierten kann."
Sprecher des Forschungsverbundes ist Professor Dr. Reto
Weiler, Rektor des Hanse-Wissenschaftskollegs in Delmenhorst. Weitere
federführende Einrichtungen sind das Forschungsinstitut Senckenberg am Meer in
Wilhelmshaven, das Institut für Photogrammetrie und Geoinformation an der
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, das Institut für Chemie und
Biologie des Meeres an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, das MARUM -
Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen sowie das
Institut für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht.