18.02.2010
Biogas ins Erdgasnetz: Studie zeigt Möglichkeiten und Potenziale auf
Die Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz wird als attraktive Option der energetischen Nutzung von Biomasse diskutiert. Wie hoch das Klimaschutzpotenzial der Biogaseinspeisung in Deutschland tatsächlich ist und wie technische, rechtliche und ökonomische Hemmnisse bei der Erzeugung, Aufbereitung, Einspeisung und Verteilung von Biogas über das Erdgasnetz abzubauen sind, zeigt der Abschlussbericht des vom BMBF geförderten Verbundprojekts "Biogaseinspeisung".
Quelle: (idw) Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHTBei entsprechender Aufbereitung lässt sich Biogas in das
vorhandene Erdgasnetz einspeisen. Das zu Biomethan veredelte Gas kann ohne
Bedenken in allen Erdgasanwendungen eingesetzt werden, beispielsweise in
stationären Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, an Tankstellen als Kraftstoff oder in
häuslichen Anwendungen. Dies entkoppelt das Biomasseangebot von der
Energienachfrage und hilft, einen deutlich größeren Anteil des
Biomassepotenzials klimaschonend zu erschließen.
Um das
Klimaschutzpotenzial der Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz realitätsnah zu
evaluieren und Maßnahmen zu dessen Aktivierung abzuleiten, wurde im Rahmen eines
BMBF-Verbundprojekts eine georeferenzierte Datenbank (GIS) entwickelt. Anhand
dieser GIS-Applikation lassen sich erstmals Treihausgasemissionen (THG), die
real verfügbaren Biomassepotenziale und die Kosten für deren Erschließung
anlagenbezogen bilanzieren. Zudem sind Aussagen zum THG-Minderungspotenzial, zum
Biogaspotenzial sowie zum nötigen Investitionsbedarf für ganze Regionen sowie
Szenariorechnungen zur Entwicklung einer langfristigen Biomethan-Strategie
ableitbar.
Für Deutschland beziffern die Autoren der Studie, ausgehend
von einem theoretischen Biogaseinspeisepotenzial von 2,1 Mrd. m³ im Jahr 2020,
das jährliche Treibhausgasminderungspotenzial - abhängig von der Nutzungsroute -
auf 4 und 15 Mio. t CO2-Äquivalent. Gelingt es, das Potenzial von
Wirtschaftsdünger als Substrat für Biogasanlagen zu erschließen, wozu die
Autoren raten, steigt die erzeugbare Menge Biogas im Jahr 2020 auf 3,9 Mrd. m³
und das Klimaschutzpotenzial auf Werte zwischen 6 und 17 Mio. t
CO2-Äquivalente.
Die Autoren kommen zudem zu dem Ergebnis, dass
infrastrukturelle Hemmnisse bei der Erschließung des deutschlandweiten
Biogaspotenzials nach heutigem Kenntnisstand nicht existieren, bzw. durch
sorgfältige und detaillierte Planung grundsätzlich zu überwinden sind.
Weitere Informationen:Abschlussbericht:
http://www.biogaseinspeisung.de/ergebnisse/bericht/
An der Studie beteiligte Projektpartner:
Fraunhofer UMSICHT,
Oberhausen (Projektkoordination)
Alta4 Geoinformatik AG,
Trier
Ruhr-Universität Bochum, Institut für Berg- und Energierecht,
Bochum
E.ON Ruhrgas AG, Essen
Hochschule Magdeburg, FB Wasserwirtschaft,
Madgeburg
Institut für Energetik und Umwelt gGmbH, Leipzig
Wuppertal
Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH,
Wuppertal