24.02.2010
38 Prozent der Erde könnten zu Wüsten werden
Forscher des Spanischen Institute of Agro Food Research and Technology (IRTA) haben die Ausbreitung der Wüsten weltweit untersucht und erschreckende Ergebnisse geliefert. 38 Prozent der Land-Erdoberfläche sind Trockengebiete. Damit sind sie gefährdet, zu Wüsten zu werden, berichten die Forscher um Montserrat Nunez im International Journal of Life Cycle Assessment.
Quelle: UmweltDialogDie Forscher haben 15 Öko-Regionen nach ihrem Trockenheitsgrad untersucht. Mit
Hilfe des so genannten Life Cycle Assessment (LCA) - einer wissenschaftlichen
Methode, die die Auswirkungen der menschlichen Aktivität auf die Umwelt
analysiert - und einem geografischen Informationssystem konnten die
Wissenschaftler feststellen, dass acht Regionen von Desertifikation bedroht
waren. Bei den gefährdeten Regionen handelt es sich um Küstengebiete, die
Prärien, der gesamte Mittelmeerraum sowie Steppen und Wüsten aller Klimazonen.
"Das größte Risiko der Wüstenausbreitung gibt es in den subtropischen
Trockengebieten in Nordafrika, dem Nahen Osten, Australien, Südwest-China und im
westlichen Teil von Südamerika", so die Forscher. Mangelnde nachhaltige
Landnutzung sei einer der gravierendsten Faktoren für die Ausbreitung der
Wüsten. Semi-aride Gebiete wie etwa weite Teile Spaniens sind besonders
betroffen. Die Wissenschaftler warnen auch davor, dass diese Situation
irreversibel sei.
Trockenheit, Erosion, ausbeuterische Wasserentnahme,
Übernutzung der Böden und das Risiko von Bränden sind also in erster Linie
menschliches Handeln und die Hauptursachen für die zunehmende Wüstenbildung, so
der Wissenschaftler.
Grüner Wall gegen
Sahara-Ausbreitung Seit Jahren gibt es den Plan, einen mehrere
Kilometer breiten Waldstreifen an der südlichen Grenze der Sahara zu pflanzen,
um der Wüstenbildung entgegenzuwirken. Die Idee der 7.000 Kilometer langen Green
Wall sei aber unter Experten ad acta gelegt worden", so Anneke Trux, Expertin
für Desertifikationsbekämpfung der Deutschen Gesellschaft für Technische
Zusammenarbeit (GTZ). "Experten sind sich einig, dass dies finanziell nicht
machbar sei und zudem Maßnahmen gegen die Desertifikation anders ansetzen
müssen."
Der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade hat beim
Klimagipfel in Kopenhagen wieder für sein Projekt geworben. "Ein Waldstreifen am
Rande der Sahara kann die Desertifikation nicht aufhalten", erklärt Trux. Es sei
wesentlich wichtiger, die Böden, Wälder und Weiden so zu bewirtschaften, dass es
zu keiner Degradierung des Bodens komme - und das landesweit und unter direkter
Beteiligung der Bevölkerung. "Dass dies zu Erfolgen führt, haben in der
Vergangenheit zahlreiche Projekte der GTZ gezeigt, die Kommunen bei der
nachhaltigen Landnutzung unterstützen."
"Es gibt eine Vereinbarung
zwischen der EU und der Afrikanischen Union über die Kooperation bei der
verbesserte Landnutzung", erklärt die Expertin. In einem Teil dieser
Vereinbarung werde die Green-Wall-Initiative erwähnt. "Das einfache Aufforsten
von Bäumen allein wird dafür nicht reichen", so Trux. Dazu bedürfe es weiterer
Initiativen.
Weitere Information:http://www.irta.es/