Deutsche und afrikanische Forscher starten Klima-Initiative

Ministerin kündigt Aufbau regionaler Kompetenzzentren in Afrika an

Der Klimawandel stellt die Landnutzung in Afrika vor immer größere Herausforderungen. Denn gerade in Afrika ist ein tragfähiges Landmanagement Grundlage für die Existenzsicherung. Die Frage, mit welchen Klimaveränderungen und mit welchen Folgen für die Landnutzung sowie für das Wassermanagement zu rechnen ist und welche Lösungsstrategien helfen, stellt sich damit immer dringender. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gibt deshalb jetzt zusammen mit Partnern aus dem südlichen und westlichen Afrika den Startschuss für eine neue Initiative zum Aufbau von regionalen Kompetenzzentren (Regional Science Service Centres) "Klimawandel und angepasstes Landmanagement in Afrika" als langfristige afrikanische Forschungsinfrastruktur. Zu diesem Zweck investiert das BMBF in den kommenden zwei Jahren 5,1 Millionen Euro. Die Investitionen für die weitere Aufbauphase können später bis zu 100 Millionen Euro betragen.

"Dies ist der Auftakt für eine neue Dimension in der Forschungskooperation", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan bei der Präsentation der Initiative in Berlin, an der auch Ghanas Forschungsministerin Sherry Ayittey und Sambias Forschungs-Staatssekretärin Sherry Thole teilnahm. "Wir werden mit unseren Partnern in Afrika zwei Klimazentren im südlichen und westlichen Afrika aufbauen. Dabei arbeiten deutsche und afrikanische Forscher immer auf Augenhöhe zusammen."

"Es geht also nicht darum, deutsche Forschungszentren in Afrika aufzubauen", sagte Schavan. "Es geht uns darum, in partnerschaftlicher Zusammenarbeit die vorhandenen Kompetenzen in den Regionen selbst zu stärken und zu integrieren." Die Ministerin verwies darauf, dass die Initiative auch für die deutsche Forschung interessante Perspektiven biete: "Beide Seiten profitieren also von der Zusammenarbeit." Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, wie sich die Landwirtschaft auf die zunehmende Wasserknappheit einstellen kann. Ein weiteres zentrales Thema für die Forscher ist, wie sich die Menschen besser vor Überschwemmungen schützen können.

Derzeit beteiligen sich zehn Länder in Westafrika und fünf Länder im südlichen Afrika an dem Projekt. Die Zentren werden ihren Schwerpunkt auf anwendungsorientierte Forschung legen und zugleich in ihrer Region eine beratende Funktion für öffentliche und private Entscheidungsträger übernehmen. Eine der wichtigsten Aufgaben wird die Qualifizierung junger Wissenschaftler aus afrikanischen Ländern sein.

Afrika ist der Kontinent mit den geringsten Schadstoffemissionen, aber der Klimawandel droht ihn besonders hart zu treffen. Die Forderung nach einer stärkeren Unterstützung Afrikas bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels kommt daher in vielen internationalen Beschlüssen zum Ausdruck, zum Beispiel im so genannten Bali-Aktionsplan der Klimarahmenkonvention und der Abschlusserklärung des G8-Gipfels von Heiligendamm. Das BMBF lässt diesen Aufrufen konkrete Maßnahmen folgen: Es kann dabei auf eingespielte Kooperationen in der Biodiversitätsforschung (BIOTA), der Forschung zum globalen Wasserkreislauf (GLOWA) oder in der Megacities-Forschung aufbauen. Zudem wird auch in aktuellen Förderschwerpunkten der Zusammenhang von Landmanagement und Klima stark berücksichtigt.

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