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12.04.2011

Sozial-, Wirtschafts-, Geisteswissenschaftler: Empfehlungen für die künftige EU-Forschungsförderung

Wie sollte das Verhältnis zwischen kleineren gezielten Projekten und größeren strategischen Projekten in der EU-Forschungsförderung gestaltet werden? Sollte „Bottom-Up“-Ansätzen mehr Raum gegeben werden? Dies sind nur zwei beispielhaft ausgewählte Fragen, die die EU Kommission in der aktuellen öffentlichen Konsultation zum Grünbuch „Herausforderungen und Chance: Entwicklung einer gemeinsamen Strategie für die EU-Finanzierung von Forschung und Innovation“ stellt, und auf die der jetzt veröffentlichte Bericht „SSH Experiences with FP7 – a Commentary“ Antworten aus der spezifischen Perspektive der „Socio-economic Sciences and Humanities (SSH)“ geben kann.

Quelle: (idw) Projektträger im DLR
Wie der auf einer Befragung von Sozial-, Wirtschafts- und GeisteswissenschaftlerInnen basierende Bericht zeigt, bevorzugt die Mehrheit der Befragten kleinere und mittelgroße Verbundprojekte und würde themenoffene („bottom-up“) Ausschreibungen im Rahmen der Verbundforschung begrüßen.

Der Bericht „SSH Experiences with FP7 – a commentary“ thematisiert die Erfahrungen von Sozial-, Wirtschafts- und GeisteswissenschaftlerInnen mit dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm und formuliert Empfehlungen für die zukünftige Gestaltung der EU Forschungsförderung in diesem Bereich. Im Kontext der aktuellen „Grünbuch“-Konsultation der EU Kommission liefert der Bericht damit wichtiges Hintergrundwissen.

Eine zentrale Botschaft der Studie lautet in diesem Kontext: Ein spezielles Programm für Sozial-, Wirtschaft- und Geisteswissenschaften ist unverzichtbar, um die gesellschaftlichen Herausforderungen zu adressieren, denen sich Europa und die Welt aktuell und künftig gegenüber sehen.

Die Studie zeigt, dass die Hauptmotivation der WissenschaftlerInnen, am „SSH“-Programm im 7. FRP teilzunehmen, die hervorragenden Möglichkeiten sind, in einem internationalen Umfeld zu forschen und interdisziplinär zu arbeiten. Andererseits geben das vergleichsweise geringe Budget des „SSH“-Programms und die damit zusammenhängende hohe Anzahl von exzellent bewerteten Projekten, die nicht gefördert werden können, Anlass zur Sorge.

Durchgeführt wurde die Befragung von NET4SOCIETY, dem Netzwerk von Nationalen Kontaktstellen, die Sozial-, Wirtschafts- und GeisteswissenschaftlerInnen im Auftrag der EU zum 7. FRP beraten. Dafür wurden mehr als 450 WissenschaftlerInnen aus 39 Ländern mit einem Online-Fragebogen interviewt, mit weiteren 100 WissenschaftlerInnen aus 29 Ländern wurden persönliche Interviews geführt.

Die öffentliche Konsultation der EU-Kommission zur „gemeinsamen Strategie für die EU-Finanzierung von Forschung und Innovation“ ist noch bis zum 20. Mai geöffnet.

Weitere Informationen:

http://www.ec.europa.eu/research/csfri/index_en.cfm?pg=home

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