Für bessere Gewässer: neues Verfahren zur Optimierung von Renaturierungsmaßnahmen
Dresden. Die schrittweise Renaturierung von Flüssen kann eine kosteneffektive Möglichkeit sein, die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen, wonach alle Flüsse in den nächsten Jahren einen guten ökologischen und chemischen Zustand erreichen müssen. Zu diesem Ergebnis kommen Ökonomen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ). Die Forscher hatten in ihrer Untersuchung ein bereits früher entwickeltes Verfahren zum Management von Flusseinzugsgebieten auf die aktuellen Bedürfnisse angepasst. Ihre Ergebnisse werden am Donnerstag auf einer Wasserkonferenz in Dresden vorgestellt.
Quelle: (idw) UFZ
Während sich knapp 90 Prozent der Flüsse in Deutschland in einem guten
chemischen Zustand befinden, ist es beim ökologischen Zustand genau
umgekehrt. Dort erfüllen nur rund zehn Prozent diese Vorgabe.
Hauptprobleme sind dabei Barrieren, Begradigungen und Verbauungen im
Fluss sowie Nährstoffeinträge aus dem Umland. Entsprechend groß ist der
Bedarf bei den Behörden, in den nächsten Jahren geeignete Maßnahmen zu
planen, um den ökologischen Zustand dieser Flüsse zu verbessern.
Ein
vielversprechender Ansatz könnte dafür das vom Deutschen Rat für
Landschaftspflege entwickelte Trittstein-Konzept sein, wonach nicht der
ganze Fluss renaturiert werden muss, sondern optimale Bedingungen in
einzelnen Abschnitten geschaffen werden, von denen die Organismen
später die übrigen Abschnitte aus wiederbesiedeln können. Allerdings
dürfen diese Nischen eine Mindestgröße nicht unterschreiten und sollten
auch nicht zu weit auseinander liegen. „Um den guten ökologischen
Status eines gesamten Flusses zu erreichen, sollte mindestens die
Hälfte so renaturiert werden, dass sich dort Wasserorganismen vermehren
können. In Anbetracht des großen Anteils von degradierten Flüssen in
Deutschland wird deutlich, dass kostengünstige Maßnahmen zur Umsetzung
der EU-Wasserrahmenrichtlinie eine große Rolle spielen werden, um das
Ziel eines guten Zustands der Gewässer in den nächsten Jahren zu
erreichen“, erklärt Dr. Bernd Klauer, der zusammen mit seinen Kollegen
ein auf dem Trittstein-Konzept aufbauendes Verfahren entwickelt hat,
das die Kosteneffizienzanalyse mit einem multikriteriellen
Bewertungsansätzen verknüpft. „Unser Tool „BASINFORM-M“ bietet ein
systematisches Verfahren zur Auswahl von Maßnahmen für die Verbesserung
von Gewässermorphologie und ‑durchgängigkeit, das dem
Kosteneffizienzprinzip Rechnung trägt, ohne andere wichtige Aspekte wie
die Umsetzbarkeit der Maßnahmen zu vernachlässigen.“ Das Verfahren
wurde zunächst für die Gewässerentwicklungskonzepte im Bundesland
Brandenburg ausgearbeitet. Die Wissenschaftler hoffen, dass ihr
Verfahren auch in weiteren Bundesländern und EU-Staaten genutzt wird.