11. Forum Katastrophenvorsorge

18.01.2012 - 19.01.2012
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, Telegrafenberg, Potsdam

Seit langem wachsen Zahl und Auswirkungen von Naturgefahren an. Kenntnisse und Analysen beschränkten sich bislang weitgehend auf sektorale Betrachtungen. Angestoßen durch die Diskussionen zum Klimawandel, und hier vor allem durch die geforderte Bereitstellung von eindeutigen Langfristvorhersagen, hat sich im wissenschaftlichen Umfeld die Sichtweise auf die Minderung der Auswirkungen von Naturgefahren gewandelt.

Vorsorge umfasst nunmehr in stärkerem Maße die Nutzung von Erfahrungen und Daten vergangener Ereignisse, aber ebenso die Verwendung der Kenntnisse über zukünftige, für die Katastrophenvorsorge relevante Bedingungen. Schließlich werden Anstrengungen unternommen, die von vorneherein die Erwartungen und Bedürfnisse der Bevölkerung in von Natur - gefahren exponierten Regionen in die Gestaltung der Vorsorge aufnehmen. Alle Themen werden in Deutschland in verschiedensten Bereichen, von der Grundlagenforschung bis zur lokalen praktischen Umsetzung von Anpassungsstrategien, bearbeitet.

Das 11. Forum möchte den Erfahrungsaustausch zwischen den Beteiligten fördern und alle Interessenten einladen, aktiv mit zu wirken.

SESSION 1: Keine Konsequenzen aus Katastrophen?
Erdbeben in Haiti mit über 220.000 Toten, Hochwasser in Europa, Feuersbrunst in Russland und Überschwemmungen in Pakistan mit Millionen von Betroffenen. Diese Gleichzeitigkeit von Extremereignissen lässt es als dringend erscheinen, das Verhältnis von Katastrophen und ihrer Beherrschbarkeit zu diskutieren. Welche Konsequenzen für die Vorsorge sind z.B. aus der Elbeflut 2002, dem Tsunami 2004 oder dem Hurrikan Kathrina 2005 erkennbar? Werden in den Planungen z.B. zum Wiederaufbau in Haiti Vorsorgeaspekte beachtet? Welche Rolle spielen der Klimawandel und die Klimaanpassung in der Katastrophenvorsorge? Was müssen wir dringend tun, damit der Katastrophenrückblick im Jahr 2020 weniger dramatisch ausfällt als im Jahr 2010?

SESSION 2: Anpassung beginnt vor Ort!
Klimapolitik und insbesondere Klimaanpassungspolitik sind komplexe Herausforderungen. Speziell in der Katastrophenvorsorge müssen Erkenntnisse unterschiedlicher Disziplinen berücksichtigt und dabei umsetzbare und richtungssichere Entscheidungen getroffen werden. Die Darstellung und Vermittlung aktueller natur‐, wirtschafts‐ und sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse in den politischen Prozess bedarf innovativer Ansätze. Wie sehen diese Umsetzungen aus und wie lassen sich diese mit Unsicherheiten behafteten Ergebnisse und Perspektiven unterschiedlicher Disziplinen zusammenbringen und so formulieren, dass sie im politischen Prozess geeignet verwendet werden können? Wie werden diese Entscheidungen unter Darlegung von Unsicherheiten vor Ort/bei den Akteuren getroffen und welche relevanten Informationen werden hierzu benötigt? Die Beiträge sollen Umsetzungsbeispiele und offene Fragen bei der Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsstrategien im Rahmen der Katastrophenvorsorge liefern.

SESSION 3: Komplexe Gefahren und kaskadierende Effekte
Komplexe technische, ökonomische, politische und soziale Abhängigkeiten moderner Gesellschaften können die Wirkung von gefährlichen Naturereignissen durch so genannte "Kaskaden- oder Domino-Effekte“ verändern und verstärken. Schleichende Prozesse im natürlichen oder im gesellschaftlich-politischen Umfeld können zu Fehleinschätzungen der Gefahren führen. Gleiches gilt für das Auftreten komplexer Ereignisse, bei denen das Katastrophenpotenzial in den einzelnen Wirkfaktoren gering erscheint. Wie können die Fähigkeiten zum frühzeitigen Erkennen von krisenhaften Prozessen und Risiken entwickelt und ausgebaut werden um sie für eine effektive Strategiebildung rechtzeitig einzusetzen?

SESSION 4: Wissenschaft und Entwicklungszusammenarbeit: getrennte Welten?
Beispiele von hervorragender Zusammenarbeit von Wissenschaft und Entwicklungszusammenarbeit – mit den Bemühungen nach der Tsunami Katastrophe im Indischen Ozean im Jahr 2004 als prominentestem Fall – liefern die Motivation, die Frage der Zusammenarbeit grundlegend und strategisch zu stellen. Können beide Felder systematisch verknüpft werden? Können Entwicklungszusammenarbeit und Wissenschaft mehr voneinander lernen als bisher? Können wir eine win-win Situation für diese Partner und die sich entwickelnde Welt konzipieren und realisieren? Die Beiträge sollen Antworten auf diese Fragen und Diskussionsanregungen geben.

SESSION 5: Veränderliche Risiken und Vorsorge
Risiken verändern sich mit der Zeit. Diese Veränderungen sind teilweise dramatisch. Sie betreffen die Häufigkeiten und Magnituden von extremen Naturereignissen, aber auch die Anfälligkeit und das Schadenspotential der Gesellschaft. Neue Ansätze zur Quantifizierung dieser Risikodynamik und zum Umgang mit veränderlichen Risiken werden benötigt. Wie gestalten wir beispielsweise bauliche Schutzmaßnahmen mit Lebensdauern von Jahrzehnten, wenn wir zwar wissen, dass sich das Risiko zukünftig stark verändern wird, aber nicht zuverlässig diese Änderungen vorhersagen können? Wie kann darüber hinaus die Konzeption von Katastrophenvorsorge und Bevölkerungsschutz auf diese langfristigen Veränderungsprozesse ausgerichtet werden?

http://www.dkkv.org/de/events/default.asp?h=43

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