Rund die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Städten. Im Jahr 2050 werden es voraussichtlich mehr als zwei Drittel sein. Dieser Trend ist in Deutschland bereits deutlich spürbar: 74% der Deutschen wohnen in urbanen Ballungsräumen. In Deutschland wie auch weltweit werden daher Strategien und Maßnahmen der Städte eine Schlüsselrolle spielen, wenn es darum geht, globale und umweltpolitische Herausforderungen zu bewältigen. Mit der Fördermaßnahme „ZukunftsWerkStadt“ sind Bürgerinnen und Bürger deshalb aufgerufen, ihre Ideen rund um nachhaltige Stadtentwicklung einzubringen.
Im Rahmen der High-Tech-Strategie (HTS) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) verfolgt das BMBF mit der Fördermaßnahme ZukunftsWerkStadt einen integrativen Ansatz, der innovationspolitische Themen im Feld der nachhaltigen Stadtentwicklung über die Ressorts der Bundesregierung hinweg vereint. Ziel der ZukunftsWerkStadt ist es, die Bürger an kommunalen Projekten der nachhaltigen Stadtentwicklung zu beteiligen und gemeinsam umsetzungsreife Konzepte zu erarbeiten. Partner der Initiative sind der Deutsche Städtetag und der Deutsche Landkreistag.
Am 8. Februar eröffnete Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Annette Schavan gemeinsam mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen in Berlin offiziell das Wissenschaftsjahr 2012 - Zukunftsprojekt Erde. Dort wurde durch das BMBF auch die Fördermaßnahme „ZukunftsWerkStadt“ gestartet.
Zur Fördermaßnahme wurden mehr als 50 Städte und Landkreise, die sich zum Thema Nachhaltigkeit bereits intensiv engagieren, zur Teilnahme eingeladen. Insgesamt 25 Städte und Landkreise haben sich beworben. Durch eine Expertenjury wurden 15 Städte und Landkreise für die Fördermaßnahme ZukunftsWerkStadt ausgewählt:
Bonn
Bottrop
Freiburg (Breisgau)
Göttingen
Landkreis Harz
Konstanz
Leipzig
Leutkirch (Allgäu)
Lübeck
Ludwigsburg
Lüneburg
Norderstedt
Kreis Rhein-Hunsrück
Stuttgart
Kreis Unna
In den 15 Projekten der ZukunftsWerkStadt werden Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Politikern, Wirtschaftsvertretern und Wissenschaftlern Konzepte und Maßnahmen entwerfen, um ihre Städte nachhaltig zu entwickeln. Das betrifft etwa die Bereiche Mobilität, Bauen und Wohnen, Bildung, Energieversorgung, demografischer Wandel oder die Finanzwirtschaft.
Diskussionsrunde „ZukunftsWerkStadt“: Wie wollen Bürger ihre Kommunen nachhaltiger machen? Wilfried Kraus, BMBF; Dieter Rink, UFZ; Gabi Troeger-Weiß, TU Kaiserslautern; Landrat Bertram Fleck, Landkreis Rhein-Hunsrück; Oberbürgermeister Burkhard Jung, Stadt Leipzig; Moderatorin Monika Seynsche
Das BMBF stellt im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2012 -
Zukunftsprojekt Erde 3,5 Millionen Euro bereit, um Städte und Landkreise
mit jeweils bis zu 250.000 Euro bei der nachhaltigen kommunalen
Entwicklung zu unterstützen.
Auf dem 9. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit am 22.-23. Oktober 2012
diskutierten Oberbürgermeister Burkhard Jung (Stadt Leipzig) und Landrat
Bertram Fleck (Landkreis Rhein-Hunsrück) mit Ihren wissenschaftlichen
Partnern Prof. Dieter Rink (UFZ) und Prof. Gabi Troeger-Weiß (TU
Kaiserslautern) sowie Herrn Wilfried Kraus (BMBF) in einer
Podiumsdiskussion über die Herausforderungen der direkten
Bürgerbeteiligung sowie die Chancen der Einbindung der Wissenschaft in
die Projekte.
Im Anschluss stellten alle 15 Kommunen in zwei aufeinander folgenden
Sessions erste Ergebnisse ihrer Projekte vor und diskutierten die
Erfolgsfaktoren von Bürgerbeteiligungsprojekten sowie die Einbindung der
Akteure (insbesondere der Bürger und der Forschung) in die Entwicklung
und Umsetzung kommunaler Konzepten entlang der vier Schwerpunktthemen:
Klima/Energie, Mobilität, Demografischer Wandel und Governance.
Verkehr und Mobilität sind eine große Herausforderung einer nachhaltigen Entwicklung in Städten. Mit wissenschaftlichen Partnern soll versucht werden, institutionellen Verkehrsentscheidern neue Perspektiven zu öffnen und damit lokalem Handeln neue Instrumentarien an ... mehr (URL: /de/15083)
Global ansteigende CO2-Emissionen, lokale Schadstoff- und Lärmbelastung sowie begrenzte fossile Energien erfordern neue Strategien für eine nachhaltige Mobilität. Durch Beteiligungsprozesse entwickelte Elektromobilitätskonzepte bieten hierfür großes Potential. mehr (URL: /de/15248)
Bisher existiert noch kein Instrument zur systematischen und partizipationsorientierten kommunalen Nachhaltigkeitssteuerung. Durch dieses Projekt wird ein innovativer Beitrag zur Weiterentwicklung von kommunalem Nachhaltigkeitsmanagement geleistet. mehr (URL: /de/15043)
Für das erfolgreiche Erreichen des Ziels „Klimaneutralität bis 2050“ ist die Mitwirkung aller lokalen Akteure an der Erarbeitung der Strategien und der Umsetzung wesentlich. Die zentrale Herausforderung ist, wie Göttingen die Bürgerinnen und Bürgern aktiv an der ... mehr (URL: /de/15229)
Wie kann mit interdisziplinären und kreativen Maßnahmen schrittweise der nachhaltige Umbau in Richtung der klimaneutralen Stadt gelingen? Neben der Reduktion von Treibhausgasen, wird die Begrenzung des Energiebedarfs auf ein nachhaltiges Maß und die vermehrte ... mehr (URL: /de/15036)
Im Projekt ZukunftsWerkStadt "Vision 20Plus - Gemeinsam mehr bewegen" wird vom Landkreis Harz mit wissenschaftlicher Unterstützung der Hochschule Harz eine langfristige Nachhaltigkeitsstrategie für die Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck entwickelt, welche vorbildhaft ... mehr (URL: /de/15115)
Leipzig wächst wieder – dies gilt es im Sinne einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung zu gestalten. Das Projekt sensibilisiert Bürger/innen dafür und bindet sie in die Entwicklung konkreter Projekte ein. Gleichzeitig verknüpft es die Leipziger Agenda 21 mit dem ... mehr (URL: /de/15333)
Die Große Kreisstadt Leutkirch im Allgäu sieht die klimagerechte und energieeffiziente Energieversorgung als wichtiges Thema der Stadtentwicklung und hat begonnen, Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen als aktive Partner zu gewinnen und in die Gestaltung der ... mehr (URL: /de/15042)
Das Projekt soll die zentrale Frage beantworten: Wie können Bürgerinnen und Bürger bei wichtigen Richtungsentscheidungen in den Stadtentwicklungsprozess eingebunden werden? Diese Partizipation soll auch bei Zukunftsthemen wie generationengerechten Finanzen ... mehr (URL: /de/15216)
Welche Maßnahmen fördern ein leises und klimafreundliches Mobilitätsverhalten? Ist subjektives Lärmempfinden direkt proportional zum objektiv gemessenen Lärmpegel? Können Bürger mittels einer Smartphone-App eine verlässliche interaktive Lärmkarte erzeugen? mehr (URL: /de/15037)
Das Projekt zielt auf die Entwicklung und die Erforschung von vielfältigen Beteiligungs-, Bottom-Up- und Vernetzungsansätzen von zu mobilisierender Bürgerschaft, Kommune, lokalen Akteuren und Organisationen zum Thema Nachhaltigkeit und "gutes, nachhaltiges Leben vor ... mehr (URL: /de/15090)
Mit dem Ziel Nullemissionsstadt bis 2040 soll möglichst in der gesamten Bevölkerung und Wirtschaft Norderstedts eine Aufbruchsstimmung entstehen, bei der das Ziel eines ambitionierten Klimaschutzes und der damit einhergehenden enormen regional-wirtschaftlichen Chancen ... mehr (URL: /de/15039)
Der Rhein-Hunsrück-Kreis möchte die Wertschöpfungspotentiale aus Erneuerbaren Energien für die Neugestaltung der Daseinsvorsorge nutzen. Durch wissenschaftliche Begleitung sollen die Themenfelder Daseinsvorsorge und Wertschöpfung aus der regenerativen Energieerzeugung ... mehr (URL: /de/15040)
Der Fußverkehr wird in Bezug auf seine ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Wirkungen auf das Leben in der Stadt unterschätzt. Die Bedeutung des Fußverkehrs und seine Wirkungen auf die Lebensqualität in der Stadt sollen im Projekt herausgearbeitet, ... mehr (URL: /de/15041)
Im Sinne einer verstärkten vertikalen Integration von Nachhaltigkeitszielen sieht das Vorhaben zur ZukunftsWerkStadt im Kreis Unna die Etablierung einer regionalen Nachhaltigkeitsstrategie vor. Die von einem breiten Bündnis aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft ... mehr (URL: /de/15038)
Bürgerbeteiligung ist derzeit in aller Munde. Zahlreiche neue Projekte werden auf verschiedenen Ebenen initiiert. Umso wichtiger ist es zu analysieren, welche Prozesse funktionieren und warum.
mehr (URL: /de/15199)