Service

10.05.2012

Ein Beitrag zur nachhaltigen Landnutzung im Okavango-Delta

Wie lassen sich natürliche Ressourcen entlang des Okavango-Flusses im südlichen Afrika nachhaltig nutzen? Das Okavango-Delta ist ein globaler ‚hot-spot' für zunehmenden Klimawandel und drohende Landnutzungskonflikte. Ein internationales Forscherkonsortium will im 'The Future Okavango'–Projekt (TFO) innovative Konzepte und Strategien entwickeln, um diese Herausforderungen zu meistern.

Quelle: (idw) Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH
Braunschweiger Wissenschaftler des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH waren für das Forschungsvorhaben im April auf einer dreiwöchigen wissenschaftlichen Exkursion in Namibia und Angola. Die Forscher untersuchten dort, welche mikrobiellen Einflüsse auf die Bodenfruchtbarkeit durch eine veränderte Bodenbearbeitung entstehen, um Handlungsempfehlungen für ein nachhaltiges Landnutzungsmanagement zu geben. Das TFO-Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der Universität Hamburg koordiniert. Die Ergebnisse versprechen eine hohe Übertragbarkeit auf andere Regionen.

Der Okavango-Fluss ist 1.700 Kilometer lang und eine der großen Lebensadern des südlichen Afrika. Er fließt durch drei afrikanische Länder: Angola, Namibia und Botswana, wo er im weltgrößten Binnendelta (16.000 km2) in der Kalahari-Wüste versickert. Die natürlichen Ressourcen rund um den Okavango-Fluss sind reichhaltig. Das Süßwasser-Sumpfgebiet und seine Zuflüsse sind bekannt für die hohe biologische Vielfalt, mit über 500 Vogelarten und verschiedensten Säugetieren, darunter auch Elefanten und Löwen. Weniger bekannt ist, dass es sich um teilweise extrem dicht besiedelte Landstriche handelt, in denen die Menschen überwiegend in Armut leben und auf Entwicklungshilfe angewiesen sind. Die magere Bedarfswirtschaft auf den nährstoffarmen Böden ist bisher kaum nachhaltig.

„Das Fluss-System gilt als weltweites Schwerpunktgebiet und eine Modellregion für einen beschleunigten Klimawandel, das bedeutet insbesondere zunehmende Trockenheit“, informiert Prof. Jörg Overmann, Direktor der DSMZ und Leiter des Bereiches Mikrobielle Ökologie und Diversitätsforschung. „Zusätzlich wird sich die Bevölkerung dort in den nächsten 50 Jahren nahezu verdoppeln und eine landwirtschaftliche Übernutzung droht. Damit sind langfristig erhebliche Land- und Wasserkonflikte möglich. Die Vorrausetzung für eine Rettung des Okavango-Deltas ist daher ein verbessertes Verständnis der Zusammenhänge von Landnutzung, Ökosystemfunktionen und Klimaeinflüssen.“

In einem interdisziplinären Gesamtkonzept zur Zukunft des Okavango - „The Future Okavango“ arbeiten seit 2010 internationale Forschergruppen verschiedener Disziplinen, wie Hydrologie, Bodenkunde, Botanik, Mikrobiologie, Ethnologie und Umweltökonomik zusammen an dem Ziel, das nachhaltige Ressourcenmanagement und die Landnutzung im Einzugsgebiet des Flusses wissensbasiert zu unterstützen. Anhand der Okavango-„Modellregion“ entwickeln die Experten aus Deutschland, Namibia, Botswana und Angola Handlungsstrategien für die Landwirtschaft und beraten die ansässigen Farmer zu effektiven Technologien sowie Systemlösungen für das südliche Afrika. Die Ergebnisse versprechen ein hohes Potenzial an Übertragbarkeit auf andere tropische und subtropische Regionen.

Für die DSMZ war Mitte April 2012 ein Forscherteam, bestehend aus Prof. Jörg Overmann, Dr. Pia Wüst und Diplom-Biologin Katharina Huber aus der Arbeitsgruppe Mikrobielle Ökologie und Diversitätsforschung, drei Wochen in Namibia und Angola vor Ort, insgesamt der dritte Forschungsaufenthalt in Afrika in diesem Projekt. Die Teilaufgabe der DSMZ-Forscher im Gesamtprojekt besteht darin, die Nährstoffzyklen im Boden zu untersuchen, und dabei Einflüsse auf die Bodenfruchtbarkeit durch eine veränderte Bodenbearbeitung zu analysieren.

„Im Forscheralltag wurden auf den Feldern vor allem vor der Ernte von Kuhbohnen, Hirse und Mais zahlreiche Bodenproben gesammelt, die später im Labor auf ihre mikrobielle Aktivität, Nährstoff-Regeneration und ihr Nährstoff-Potential getestet werden“, berichten die Biologinnen Dr. Pia Wüst und Katharina Huber. „Einige Experimente wurden auch direkt vor Ort durchgeführt, was eine exakte Planung und manchmal auch Improvisationstalent im Feld voraussetzt.“


Das Projekt 'The Future Okavango' wird noch bis zum Jahre 2015 vom BMBF gefördert. Für die kommenden 3 Jahre sind mindestens drei weitere Expeditionen in die südafrikanischen Partnerländer zur Durchführung zusätzlicher Feldversuche geplant.

Weitere Informationen:

http://www.future-okavango.org/

Förderschwerpunkt

Newsletter


Registrieren Sie sich für unseren aktuellen FONA-Newsletter!
Newsletter abonnieren
(URL: https://www.fona.de/de/newsletter.php)