07.03.2012
31.10.2017


Zukunftsfähige Technologien und Konzepte für eine energieeffiziente und ressourcenschonende Wasserwirtschaft (ERWAS)

Wasser ist für den Menschen eine nicht zu ersetzende Ressource. Die Versorgung mit Wasser in ausreichender Menge und Qualität sowie eine sichere Abwasserentsorgung zählen zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Die Bewirtschaftung dieser Ressource - von der Trinkwasserversorgung bis zur Abwasserbehandlung - erfordert jedoch erhebliche Mengen an Energie.
Das Foto zeigt eine Kläranlage mit Faultürmen. (Torsten Fiedler (Stadtentwässerung Dresden GmbH))
Schlammbehandlungsanlage Dresden-Kaditz der Stadtentwässerung Dresden GmbH
Foto: Torsten Fiedler (Stadtentwässerung Dresden GmbH)

In den kommenden Jahrzehnten ist von einer weiteren Verknappung der konventionellen Energieträger und einem Anstieg der Energiekosten auszugehen. Deutschland steht in diesem Zusammenhang vor besonders anspruchsvollen Aufgaben, da im Zuge der Energiewende sowohl ein Ausstieg aus der Atomkraft als auch ein Umbau hin zu einer dezentralen und regenerativen Energieversorgung vorgesehen sind. Angesichts dieser Herausforderungen werden Energieeffizienz, regenerative Energiegewinnung und die Einbindung in ein intelligentes, dezentral organisiertes Energiemanagement auch für die Wasserwirtschaft zu immer wichtigeren Fragen.

Mit der Fördermaßnahme „Zukunftsfähige Technologien und Konzepte für eine energieeffiziente und ressourcenschonende Wasserwirtschaft (ERWAS)“ unterstützt das BMBF angewandte und praxisorientierte Forschungsprojekte zu diesen Themen. Adressiert werden in erster Linie die Bereiche der öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Im Rahmen von ERWAS fördert das BMBF zwölf Verbundprojekte, die im zweiten Quartal 2014 gestartet sind, mit einem Fördervolumen in Höhe von 27 Millionen Euro.

In den Verbundprojekten werden zum einen Lösungsansätze für einen effizienteren und sparsameren Umgang mit Energie in den Bereichen der Wasserver- und -entsorgung erarbeitet. Zum anderen werden Möglichkeiten für eine bessere Nutzung vorhandener Ressourcen zur Energieerzeugung in der Wasserwirtschaft aufgezeigt. Auch die Nutzung von Potenzialen zur Pufferung von Schwankungen der Energieversorgung spielt eine wichtige Rolle. Hier wird erforscht, inwiefern wasserwirtschaftliche Anlagen bei einem zukünftig dynamischeren Stromangebot aus regenerativen Quellen (Wind- und Solarenergie) eine ausgleichende Rolle als Energiequelle oder -verbraucher spielen können. Um diese Ziele zu erreichen, ist ein disziplinübergreifender Ansatz in Form integrierter Projekte notwendig, die eine starke Praxisorientierung aufweisen. 

Damit gewährleistet ist, dass die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an den Bedürfnissen der Anwender ausgerichtet sind, werden relevante Akteure aus der Wirtschaft und von Einrichtungen der Kommunen und Länder von Anfang an als Partner in die Verbundprojekte einbezogen. Dabei hat die Beteiligung von Unternehmen, insbesondere aus dem Mittelstand, einen besonders hohen Stellenwert. Die Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz in der Wasserwirtschaft ist aufgrund globaler Veränderungen, wie der Verknappung von fossilen Energieträgern, weltweit von entscheidender Bedeutung. Daher tragen deutsche Spitzentechnologie und in Deutschland exemplarisch umgesetzte Lösungskonzepte sowohl zu einer nachhaltigen Entwicklung als auch zu einer Stärkung der internationalen Wettbewerbsposition der deutschen Wasserwirtschaft bei.