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Wie Wildbienen die Artenvielfalt sicherstellen

Bienen sind in Mitteleuropa die wichtigsten Pflanzenbestäuber und tragen so erheblich zur Biodiversität, also der Vielfalt des Lebens, bei. Für die Artenvielfalt der Pflanzen sind die bestäubenden Tiere unerlässlich, da sie zur Fortpflanzung nicht nur beitragen, sondern diese vielfach erst ermöglichen.

Den Bienen wird, im Gegensatz zu vielen anderen Bestäubergruppen, eine große Bedeutung für die Biodiversität zugesprochen. Viele verschiedene Insekten, wie etwa Schmetterlinge und Fliegen, besuchen die Blumen, um ihren eigenen Nektarbedarf zu decken. Die Bestäubung der Pflanze durch die Übertragung von Pollen geschieht dabei eher zufällig. Bienen hingegen sammeln Pollen und Nektar auch zur Versorgung ihrer Brut. Sie haben speziell ausgebildete Sammelapparate, in denen große Mengen Pollen transportiert werden können. Durch die Sammelaktivität an mehreren Blüten wird Pollen aktiv von Blüte zu Blüte transportiert – so kann die Bestäubung flächendeckend erfolgen.

Hinzu kommt, dass das Aussehen von Blüten sehr verschieden ist: Sie unterscheiden sich unter anderem in ihrer Größe, in der Menge an Nektar oder der Lage der Nektarien. Dies führt dazu, dass nicht jede Biene jede Blüte nutzen, geschweige denn bestäuben kann. Die häufig ausschließlich mit Bestäubung in Verbindung gebrachte Honigbiene kann dies tatsächlich nur für einen Teil der Blütenpflanzen leisten. Für manche Blüten ist sie zu groß oder ihr Rüssel nicht lang genug, um an den Nektar zu gelangen.

Deshalb braucht es viele Wildbienenarten, um die Biodiversität zu sichern. Sie bestäuben oftmals viel effizienter als andere Insekten oder die Honigbiene. Blütenvielfalt braucht Bestäubervielfalt! Auch viele unserer Kulturpflanzen – etwa Äpfel, Birnen, Beeren oder Tomaten – müssen bestäubt werden, damit wir die Früchte ernten können. Ohne die Bienen könnten Obstbäume keine Früchte und Blumen keine Samen bilden.

In der Landwirtschaft wird neben der Honigbiene zunehmend auf Wildbienen gesetzt. Sie kommen vielfach dort zum Einsatz, wo die Honigbiene aufgrund ihrer Morphologie bei der Bestäubung versagt oder diese nur sehr ineffizient ausführen kann.

Wildbienenschutz

Knapp die Hälfte der in Deutschland vorkommenden Wildbienen-Arten gelten in ihrem Bestand als gefährdet. Der Grund hierfür ist in erster Linie die Verschlechterung der Lebensräume. Nistplätze und Nahrung sind nur limitiert vorhanden. Die zunehmende Monokultivierung, die Versiegelung von brachliegenden Flächen und die Fragmentierung der Landschaft verkleinern die Lebensräume der meisten Wildbienen. Wir können Wildbienen indirekt durch den Schutz und die Verbesserung ihrer Lebensräume schützen. Sowohl Pflanzen als auch Nisthilfen bieten so nicht nur die Gelegenheit Wildbienen zu beobachten, sondern auch ihren Lebensraum zu erweitern bzw. diesen attraktiver zu machen.

Weitere Informationen:

Biodiversität im eigenen Garten

Arten der Wildbienen

Medien

    Das Wildbienenprojekt: Wettbewerb und Hotels
    Fotoreihe: Das Wildbienenprojekt: Wettbewerb und Hotels

    Das Wildbienenprojekt: Wildbienen kennenlernen
    Fotoreihe: Das Wildbienenprojekt: Wildbienen kennenlernen