Der Weltklimarat IPCC und die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle

Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) ist eine Einrichtung der Vereinten Nationen. Er stellt seit mehr als 25 Jahren die Grundlagen für wissensbasierte Entscheidungen der Klimapolitik bereit, ohne jedoch konkrete Lösungswege oder politische Handlungsempfehlungen zu geben. Die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle fungiert als nationale Anlaufstelle für Wissenschaft, Regierung und Öffentlichkeit in Sachen Klimawandel und berät die Bundesregierung in IPCC-Angelegenheiten.
Satellitenbild der Erde in natürlichen Farben (Meteosat, EUMETSAT)
Satellitenbild der Erde in natürlichen Farben
Foto: Meteosat, EUMETSAT

Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) ist eine Einrichtung der Vereinten Nationen. Er stellt seit mehr als 25 Jahren die Grundlagen für wissensbasierte Entscheidungen der Klimapolitik bereit, ohne jedoch konkrete Lösungswege oder politische Handlungsempfehlungen zu geben. Als ein hochkarätiges Instrument zur wissenschaftlichen Politikberatung belegt der IPCC die Relevanz der Klimaforschung für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft: Die Wissenschaft hat großen Anteil daran, dass der globale Klimawandel als Problem erkannt und seine Ursachen verstanden sind und sie zeigt innovative Lösungswege auf.

Der IPCC ist ein wissenschaftliches Gremium und gleichzeitig ein zwischenstaatlicher Ausschuss. In seinem Auftrag bündeln und bewerten tausende von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weltweit die Ergebnisse der Klimaforschung. Der mittlerweile Fünfte IPCC-Sachstandsbericht über den Klimawandel aus 2013/14 bestätigt mit noch größerer Sicherheit: Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig, überall im Erdsystem zu beobachten und nahezu zweifelsfrei auf den Menschen zurückzuführen. Das Risiko eines gefährlichen Klimawandels ist real und die Zeit für Gegenmaßnahmen wird knapper. Der IPCC zeigt Möglichkeiten auf, wie die Menschheit den Klimawandel und seine Risiken mindern bzw. sich an unvermeidbare Folgen und Schäden anpassen kann.

Aus Deutschland engagierten sich 41 Expertinnen und Experten allein im Kernteam des aktuellen IPCC-Sachstandsberichts sowie zahlreiche weitere in der Begutachtung und wissenschaftlichen Qualitätskontrolle. Das BMBF begrüßt das ehrenamtliche Engagement von Forscherinnen und Forschern aus Deutschland und der ganzen Welt.

Der IPCC-Prozess liefert eine zuverlässige wissenschaftliche Basis für die nationale und internationale Klimapolitik. Das BMBF unterstützt diesen einzigartigen Risikomonitor für eine wissensbasierte Vorsorgepolitik in Sachen Klima­wandel auf vielfältige Weise:

  • Fast 500 Millionen € wurden zwischen 2008 und 2014 in Klimaforschungsprogramme investiert: in die direkte Unterstützung des IPCC-Prozesses beispielsweise für Modellrechnungen und Infrastruktur sowie in Forschungsvorhaben, deren Ergebnisse in den IPCC-Sachstandsbericht eingeflossen sind. Diese Kontinuität und der Umfang der Klimaforschungsförderung durch das BMBF hat die Wissenschaft in Deutschland in die Lage versetzt, in hohem Maße zum IPCC-Bericht beizutragen.
  • Das BMBF setzte sich darüber hinaus für Qualitätssicherung ein, indem es den deutschen Koordinierenden Leitautoren des Fünften IPCC-Sachstandsberichtes wissenschaftliche Assistenten zur Seite stellte und die Geschäftsstelle der IPCC-Arbeitsgruppe zur Minderung des Klimawandels (Sitz am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, PIK, Ko-Vorsitzender: Prof. Ottmar Edenhofer) finanziell unterstützt.
  • Gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium (BMUB) organisiert das BMBF regelmäßig Dialoge über den IPCC-Prozess und die Befunde der Sachstandsberichte als Plattform für den politischen und gesellschaftlichen Austausch zu Handlungskonzepten und Forschungslücken.

Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle – Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Regierung im Bereich Klimawandel

Das BMBF hat gemeinsam mit dem BMUB 1998 die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle am DLR Projektträger eingerichtet. Sie fungiert als nationale Anlaufstelle für Wissenschaft, Regierung und Öffentlichkeit in Sachen Klimawandel und fördert die Integration der Ergebnisse deutscher Forschergruppen in die internationale Bestandsaufnahme zur Klimaänderung. Als Dienstleister berät die Koordinierungsstelle die Bundesregierung in IPCC-Angelegenheiten und hilft dabei, den IPCC als Institution zu stärken und die Qualität seiner Berichte zu sichern. Nähere Informationen: De-IPCC homepage, De-IPCC Flyer.